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Bist du noch Marke oder schon Geschichte?

23. Mai 2013 at 10:44 |

Coca Cola Journal “Journey”

„Coca Cola startet Online-Magazin Journey in Deutschland“ – kaum eine Meldung zum Launch einer neuen Unternehmenswebseite hat in den letzten Jahren so viel Aufmerksamkeit bekommen. Doch warum dieser Big Bang-Effekt?

Coca Cola hat nicht einfach eine Unternehmenswebseite gelauncht, sie haben sie abgeschafft. Stattdessen finden Besucher ein buntes Onlineportal, das an Plattformen wie frauenzimmer.de erinnert. Produkte und Unternehmensinfos stehen nicht im Vordergrund, sie sind aber trotzdem leicht zu finden. Eine solche Umsetzung ist mutig und bislang einzigartig im deutschen Markt. Denn Storytelling und Content-Management sind nicht neu und in den letzten drei Jahren, in denen ich im Beruf bin, immer häufiger in Gesprächen mit PR- und Marketingleuten gefallen. Dennoch ist die komplette Loslösung von Produktinformationen und der klassischen Markenkommunikationen, wie wir sie bisher kannten, sicherlich ein Einzelfall und durchaus einfallsreich.

Doch was steckt dahinter? Schwarzkopf hat schon vor einiger Zeit herausgefunden, dass kaum Leute ein spezielles Shampoo oder die Marke suchen, wenn Sie mit Haarproblemen kämpfen. Seitdem gibt es auf der Webseite Frisurentipps und weitere Infos. Beispiele wie dieses zeigen uns, dass Menschen privat sowie beruflich nach Lösungen für ihre Probleme und nicht gezielt nach Produkten oder Marken suchen.  Erst durch Geschichten und deren zielgruppengerechte Anpassung auf die Unternehmenswebseiten stoßen sie auf das Unternehmen selbst.

Der Weg zu einem Unternehmen, das sich auch als Content Produzent versteht, ist jedoch nicht einfach. Meiner Erfahrung nach stellen entweder organisatorische Strukturen Hürden dar oder aber das Wissen zur Umsetzung und der Mut fehlen in den Unternehmen. Organisatorische Strukturen sind oft scheinbar unüberwindbar. Oftmals helfen jedoch Geduld und viele Gespräche. Und schließlich erkennt jeder auch die Vorteile von einem Wandel in der Kommunikation. Den Loslösungsprozess von alten Strukturen und die Zeit bis eine neue Richtung eingeschlagen wird, empfinden allerdings als eine schmerzhafte Trennungsphase. Am Ende haben aber gute Geschichten einen positiven Einfluss auf alle Bereiche des Unternehmens und nicht nur auf einzelne Produkte.

Beim Wandel zu einem Inhalteanbieter geht es jetzt nicht etwa mehr darum zu lernen, wie man Social Media Plattformen bedient. Aus Sicht der PR geht es dabei darum, sein Berufsfeld immens zu erweitern und zwar um jene Eigenschaften, die bislang unsere Adressaten hatten. Um es genau zu sagen:  PRler werden immer mehr zu Redakteuren, die in einem Newsroom oder einem (Online-)Magazin Geschichten entwickeln und erzählen, Redaktionspläne erstellen und Inhalte produzieren. Es muss aber nicht zwingend sein, dass wir alle Redakteure werden. Eine andere Möglichkeit, die ich eher sehe, ist die Entstehung von diversifizierteren Kommunikationsabteilungen. Während dort die klassischen PR-Leute und heute oft auch Social Media Teams ihre Kommunikationskanäle bedienen, werden künftig Redakteure und Marketer häufig Inhalte und Geschichten Hand in Hand kreieren. Letzteres ist besonders wichtig. Denn jede gute Geschichte muss zur Marke passen und baut auf deren Werten und Eigenschaften auf. Und genau dieses Zusammenspiel macht das Onlinemagazin von Coca Cola so erfolgreich.

 

Engaging People

22. Mai 2013 at 16:04 |

In unregelmäßigen Abständen stellen wir in der Kategorie “engaging people” eine/n unserer Berater/innen vor. Heute: Rebecca Mertes aus unserer Corporate Practice.

  • Name: Rebecca Mertes
  • Bei Weber Shandwick seit: April 2013
  • Standort: Köln
  • Was ich hier mache: In meinem Berufsalltag dreht sich alles um Corporate Communications. In dem Bereich bin ich für die Pressearbeit von Kunden, Blogger Relations und interne Kommunikation zuständig, entwickle Kampagnen und führe Projekte durch.
  • Ich würde gern einmal arbeiten für: Vorwerk
  • Als Kind hatte ich den Traumjob: Journalistin
  • Einer meiner größten Erfolge war: Die Möglichkeit beruflich und privat gleichzeitig Indien entdecken zu dürfen. Die Zusammenarbeit mit einer anderen Kultur und das Leben vor Ort haben mich zwar manchmal an meine Grenzen geführt, aber vor allem meinen Erfahrungsschatz bereichert. Mir hat es Spaß gemacht die Kultur und das Land zu erkunden und dank wahnsinnig netter Menschen bleibt die Zeit unvergessen.
  •  „Engaging, always“ heißt für mich: Neue Trends zu entdecken und nicht vorbeirauschen zu lassen. Die Motivation Kunden jeden Tag ein Stück weiter zu entwickeln. Und am Ende des Tages nie vergessen, dass Kommunikation alles ist, nur kein One-Way-Channel.
  • Meine Kollegen wäre überrascht, wenn sie wüssten dass ich: Als Kind der festen Überzeugung war ich bekäme Pumuckl als Bruder.
  • Zur Zeit fesselt mich in dieses Thema in den Medien: Dortmund oder Bayern – Wer wird Champions League Sieger?

New Wave

16. Mai 2013 at 15:51 |

Image by Chiemgau-Bayerns-Lächeln under Creative Commons license.

Wussten Sie, dass Sie um die 3497 Liter Wasser pro Tag essen? Wasser essen? Hört sich seltsam an. Allerdings nehmen wir innerhalb von 24 Stunden Flüssigkeiten nicht nur trinkend, sondern auch über unsere Lebensmittel auf. Die italienische Grafikdesignerin Angela Morelli hat in einer interaktiven Grafik dargestellt, auf welche Art und Weise der Mensch tagsüber Wasser konsumiert. Kaffee und Bier sind dabei die Produkte, die am meisten Wasser in ihrer Produktion verbrauchen. Je weiter man auf der Seite runterscrollt, desto mehr entfaltet sich die Geschichte. Die Informationen stammen von dem Water Footprint Network und von Virtual Water. Sehr gut gemacht!

“Haste mal ‘nen Coin?” Statt der üblichen Zahlungsmittel werden bei dem Online-Händler Amazon in den USA ab sofort Coins für den Erwerb von Apps und Spielen benutzt. Zum Start des Systems erhält jeder Besitzer und Käufer des Tablet-Computers Kindle Fire insgesamt 500 Coins. Für Nutzer bedeutet die Währung Anwendungen innerhalb von einer App einfacher erwerben zu können, für Entwickler potentiell mehr Reichweite und Downloads. Für Amazon spielen dabei insbesondere die Kundenbindungsmöglichkeiten eine wichtige Rolle.

Ein Duell der Extraklasse und einen viralen Hit mit mittlerweile über fünf Millionen Klicks brachte uns Audi Ende letzter Woche. Dabei lieferten sich Alt-Spock Leonard Nimoy und die Neubesetzung Zachary Quinto ein Wettrennen im Audi gegen Mercedes. Pünktlich zum neuen „Star Trek“-Streifen treffen die beiden Schauspieler aufeinander und beenden die Auseinandersetzung mit einer eleganten Pointe. Toller Clip, nicht nur was für Trekkies!

Die Modekette Abercrombie & Fitch sorgte diese Woche mit ihrer strategischen Ausrichtung für Furore. Das Unternehmen macht kein Geheimnis daraus, seine Kleidung den coolen Kids vorzubehalten und arme, dicke Menschen auszuschließen. Die Produkte gibt es nur bis Größe L und der Firmenchef Mike Jeffries erklärt öffentlich: „Schließen wir Leute aus? Absolut!“. Da das Label fehlerhafte Kleidung verbrennt, statt sie an Bedürftige oder Einrichtungen zu spenden, regt sich in der digitalen Welt Protest. Der YouTuber Greg Karber ruft auf, A&F-Kleidung an Obdachlose zu verteilen und der Clip über #FitchTheHomeless hat mittlerweile über vier Millionen Klicks. Auch wenn die Moral hinter der Aktion zweideutig erscheinen kann, ist es erfrischend, die Ansichten von Jeffries mit Aktivismus zu konfrontieren.

Die re:publica wird Chefsache

10. Mai 2013 at 10:17 |

 

Waren auch da: Daimler.

Längst ist die re:publica zu einem Highlight im Kalender nicht nur von Bloggern und Social Media-Interessierten geworden. Kommunikationsexperten, Soziologen, Medienvertreter und – ja auch – Unternehmen haben die Relevanz der jährlichen Konferenz rund um die Themen Internet, Medien und Gesellschaft seit einigen Jahren für sich entdeckt.

Ich selbst war dieses Jahr zum ersten Mal dort. Im Gegensatz zu alten „Social Media-Hasen“ war für mich deshalb gewissermaßen alles neu. Doch als ich sah, welche Unternehmen sich dieses Jahr auf der re:publica mit Ständen präsentierten – ich rede von Unternehmen wie Daimler, Spiegel oder comdirect – ahnte ich bereits, dass die Sache dieses Jahr so etwas wie einen Relevenz-Boost erfahren hatte.

Genau erinnere ich mich nicht. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ich die Brauen hochzog, als ich dann im Programm die Ankündigung las, dass sich Daimler Chef Dieter Zetsche auf der re:publica die Ehre geben würde. Man bedenke: Zetsche ist einer der mächtigsten Konzernlenker in der deutschen Schlüsselindustrie. Keine Frage: ich war Zeuge eines Quantensprungs für die re:publica. Diesen Eindruck bestätigten mir dann auch echte Kenner der Konferenz.

Und der Auftritt selbst? Nun, ich finde, der Daimler-Chef hat seine Sache wirklich gut gemacht. Er kam witzig, kompetent und authentisch rüber. Zu guter Letzt ließ er sogar – ganz im Geiste des Social Webs – Fragen aus dem Publikum zu.

Im Rahmen eines Podiumsgesprächs stellte der Blogger und Grimme-Preisträger Martin Randelhoff (Zukunft Mobilität) die Fragen an Dieter Zetsche. Diese bewegten sich im Themenfeld Städte- und Mobilitätsplanung, automatisiertes Fahren sowie Carsharing und Antrieb der Zukunft. Die Fragen waren oft nach langer Einleitung geprägt von aktuellen wissenschaftlichen Diskussionen. Man merkte, Randelhoff war exzellent vorbereitet und wollte das auch zeigen. Glücklicherweise schaffte es Zetsche, der während der zweiten längeren Einleitung, sein Jackett ablegte, immer wieder durch unterhaltsame und punktgenaue Antworten das Publikum abzuholen.

Über die Gründe für Zetsches Präsenz kann ich nur spekulieren. Gewiss, ein Auftritt von Daimler auf der re:publica hilft, das Unternehmen als innovativ und experimentierfreudig zu positionieren. Aber dafür hätte es auch irgendein leitender Manager getan. Warum aber der Chef selbst?  Hatte die re:publica wirklich derart an Relevanz zugelegt? Ganz klar: Jein.

Sie hatte an Relevanz zugelegt. Kein Zweifel. Allein, das Ausmaß hätte meiner Meinung nach nicht gereicht um einen Redner vom Zuschnitt Dieter Zetsches anzulocken. Aus kommunikativer Sicht war das meiner Meinung nach dennoch ein kluger Schachzug. Der Auftritt Zetsches wurde kommunikativ durch Video-Aufzeichnungen und wahrscheinlich auch durch Pressegespräche verlängert und gab so der re:publica dann doch die Relevanz, die es braucht, um einen Daimler-Chef im Programm zu haben. Eine klassische Win-Win-Situation also.

Willst du mit mir gehen?

2. Mai 2013 at 14:30 |

Image by AlicePopkorn under Creative Commons license.

In einem 24 Stunden Tag verbringt der Mensch mehr Zeit mit Sitzen als mit Schlafen. Die Probleme, die das mit sich bringt, kennen die meisten von uns: Rücken- und Nackenschmerzen, Unausgeglichenheit, mangelnde Fitness. Wie kann man allerdings aus der uns von unserer Arbeit und Kultur vorgegebenen Struktur ausbrechen und trotzdem noch produktiv sein? Nilofer Merchart erklärt es uns: Meetings als Spaziergänge. „Walk the talk“ sorgt für eine höhere Kreativität und gute Ergebnisse: nur wer seine Komfortzone verlässt, kann auch „outside the box“ denken. Meetings also mal ganz anders und abwechslungsreich: ein toller Ansatz!

Hochzeiten können manchmal zu unangenehmen Familientreffen führen. Microsoft hat dieses Thema aufgegriffen und lässt in einem neuen Spot die Gäste einer Hochzeitsgesellschaft aneinander geraten. Grund der Feindseligkeiten: Samsung- und Apple-Fans versuchen sich mit jeweiligen Features zu überbieten, am Ende resultiert die Auseinandersetzung in einer wilden Prügelei. Unterhaltsam umgesetzt, um das Lumia vom finnischen Hersteller Nokia mit Windows8 als cleveren Dritten im Bunde darzustellen.

Jahresbericht einmal anders: der Calgary Zoo aus Kanada hat seinen jährlichen Report auf Instagram veröffentlicht. Informativ und optisch inspirierend umgesetzte: tolle Idee, insbesondere für NGOs.