What are you doing right now?
Es läuft alles auf eine zentrale Frage hinaus – nicht nur bei uns in der Kommunikation: Was machst Du gerade? Diese Frage war auch Ausgangspunkt für einen Zensus des Statistics Bureau of Japan. Alle 15 Minuten sollten die Teilnehmer dieser Studie angeben, was sie gerade tun. Aggregiert dargestellt lassen sich Vorlieben der Bewohner einer Stadt, einer Region oder eines Landes herausarbeiten (siehe unten) und nutzbar machen. In der interaktiven Version bekommt man die Aktivitäten weiter aufgeschlüsselt. Eine phänomenale Art den aktuellen Pulsschlag von Tokyo zu messen und allen zugänglich zu machen. Das Ganze basiert auf der Themeriver Technologie die auch von last.fm und der NYtimes genutzt werden.

link dose [27.10.2008]
Die ZDFgeothek
Interessantes Projekt vom ZDF, in dem Videos mit Geodaten verbunden werden.
Das goldene Triangle der Suche
Was findet bei Ergebnisseiten von Google am meisten Aufmerksamkeit? Ergebnisse bei Eyetools.
Hat RSS seinen Zenit überschritten?
Laut Forrester liegt die Nutzung von RSS bei lediglich 11 Prozent und das Interesse an der Nutzung bleibt konstant niedrig.
Wörter-Portrait
interessanter Ansatz zum Data Mining und Textvisualisierung bei Neoformix.
Handys, Hunde, Hämorrhoiden – Gedanken zur politischen Blog-Kultur in Deutschland
Der drohende deutsche Bundeswahlkampf 2009 lässt mich neidvoll nach Amerika schauen. Ein Land, in dem alles etwas größer, heftiger und dramatischer ausfällt als bei uns. Ein Land, in dem sich Wahlkämpfer noch aufs Blut bekämpfen, Intrigen spinnen und mit Schlamm bewerfen. Ein Land, in dem die Meinungsmache über Blogs, User Generated Content und YouTube Clips was zählt. Ein Land, in dem Social Media ein „Medium“ ist und Meinung macht.
Ich erlabe mich kurz an diesem politischen Social Media-Paradies und richte meinen Blick in hiesige Gefilde. Allerorts schwelende Aufgeregtheit, die Gegner stehen fest, der Vorwahlkampf ist eingeläutet. Vornehmlich junge Wahlkampfstrategen beschwören die wahlentscheidenden jungen Zielgruppen, Online-Mobilisierung und versuchen die Methoden von Online-Obama auf Deutschland zu übertragen.
Währenddessen schreiben die alten Wahlkampfhasen, die immer noch das Sagen haben, auf historischen Schreibmaschinen die Wahlkampfreden für die digitale Gegenwart. Für die Wahlkampfhasen gibt es kein Internet, kein Social Media, keine Social Networks, kein Mitwählnetz. Eine krasse Fehleinschätzung? Nein. Solange die deutsche Blogosphäre weiter nur über Handys, Hunde und Hämorrhoiden redet, dürfen die Wahlkampfhasen zu recht auf ihren Schreibmaschinen tippen und unser Gerede von Social Web als Kinderkram abkanzeln.
Linksaußen und Social Media
Vor ein paar Wochen nach einem frustierenden Fussball-Wochenende ertappte ich mich dabei, wie ich über die Parallelen der Social Media-Herausforderungen für die PR und dem Außenverteidiger nachdachte. Damit nicht ein falscher Eindruck entsteht: die Arbeit mit Social Media macht mir wahnsinnig viel Spaß, frustierend war an diesem besagten Wochenende vielmehr die Leistung zweier Außenverteidiger von der Weser, einer immerhin Nationalspieler.
Der Gedanke der Parallelen ließ mich die kommenden Wochen, teils bei der Arbeit, teils in Nachbetrachtung des Spiels nicht mehr los. Doch worin genau liegen die Gemeinsamkeiten? Eine der ersten ist das veränderte Rollenverständnis beider. Die digitale Kultur hat vor PR-Agenturen nicht halt gemacht, es wurden neue Positionen und Aufgaben für Social Media Expertise aufgebaut. Auch das Rollenverständnis des Außenverteidigers hat sich spätestens mit der WM 2006 fundamental verändert. Die Auslöser für beide: neue Formen der Kommunikation im Netz und effektivere taktische Spielweisen.
Einfach ausgedrückt lautete bis vor einiger Zeit die Maxime des Außenverteidigers, die Bude sauber zu halten, die eigene Seite dichtzumachen, Banananenflanken wie einst von Manfred Kaltz waren die Ausnahme. Das ist passé. Nun wird von ihm erwartet, dass er sich in neue Gefilde aufmacht, offensive Akzente setzt und gleichzeitig defensiv sicher steht. Und die PR-Agentur? Bisherige Kommunikation bleibt erhalten, neue Kanäle kommen hinzu. Bindeglied zwischen Offline und Online-Gesprächen kann nur der sein, der sich in beiden Sphären sicher bewegt und parliert.
Die Effektivität eines Außenverteidigers – nebenbei erwähnt auch mein persönliches Wohlwollen gegenüber dem Spieler – hängt im Wesentlichen von einer Fähigkeit ab: der Balance zwischen defensiver Ausrichtung und offensiven Akzenten. Parallel dazu muss im Social Web sorgfältig abgewägt und analysiert werden, welche Entwicklungen schlichter Hype sind, welche langfristig bleiben und wie sie wirken. Ohne Taktik und Strategie schallt es Pfiffe von den Rängen, die Auswechslung droht.
In das Anforderungsprofil eines modernen Außenverteidigers wie Philipp Lahm – von seinen Kollegen “Wireless Lahm” gerufen – gehört aber auch eine Pferdelunge. Das blitzschnelle Umschalten von Abwehr auf Angriff, die langen Sprints an der Seitenlinie machen die Position zu einer der laufintensivsten Position auf dem Rasen. Ähnlich die Lage beim Social Media Experten: für Verständnis, Akzeptanz und Verwurzelung extern und intern bedarf es eines langen Atems und Leidenschaft.
Und das man bei oftmals harter Kritik für die Position des Außenverteidigers ebenso eine Menge Leidenschaft braucht, hab ich inzwischen auch verstanden.
Wer spricht? Disclosures bei PR-Kampagnen im Social Web
Wer ist das der da twittert? Das war eine der ersten Reaktionen als wir den Twitter-Account „tmobile_news (jetzt tmobile_G1) für unseren Kunden T-Mobile aufsetzten und begannen, eine Follower-Basis aufzubauen. Spricht da die Telekom, riskiert da jemand, verklagt zu werden? Fragen, denen wir uns als PR-Agentur mit dem Auftrag, den Launch des ersten Handys basierend auf Googles Mobile-Software Android im Social Web zu begleiten, stellen mussten. Wir haben uns für den Weg der Transparenz entschieden. Inklusive Klarnamen, Verweis auf das Xing-Profil des Autors und dem Hinweis, im Auftrag von T-Mobile zu twittern.
Warum haben wir diesen Schritt gewählt? Zum einen wird kritisch beäugt, wie PR-Agenturen sich bei Twitter, Facebook & Co. bewegen. Die Anmerkung „nicht vergessen, es geht um Dialog“ hat uns darin bestärkt, dem Account ein Gesicht, einen Namen zuzuordnen. In diesem Fall meinen, weil ich das Projekt leite. Zum anderen ging es uns auch darum, Erwartungsmanagment zu betreiben. Wenn klar ist, dass da ein Agenturmitarbeiter twittert und niemand von T-Mobile selbst, dann ist auch klar, dass ein Filter vorgeschaltet ist, der den Dialog um den es geht auf ein Themenfeld begrenzt. Zudem bewegen wir uns im engen Rahmen der offiziellen Mitteilungen. Uns kann es bei tmobile_g1 nicht darum gehen, Gerüchte anzuheizen.
Das Feedback hat mich persönlich sehr gefreut, denn bereits kurz nach dem Disclosure gab es sehr viel öffentliches Feedback. Überwiegend positiv und zum Teil mit dem Hinweis, das man ja bisher gezögert habe, nun aber bereit sei, sich auf den Austausch einzulassen. Was haben wir vor mit tmobile_g1? Natürlich möchte ich noch nicht alles verraten, aber soviel ist klar: Informieren, ab und an unterhalten und sicherlich auch hier und da in den Dialog einsteigen. Uns ist aber auch klar: Wir werden nicht alle Fragen beantworten können, wir werden nicht jedes Problem lösen können und wir werden nicht immer so schnell sein können, wie sich das mancher wünscht. Das müssen wir aushalten. Auf der anderen Seite werden wir (und unser Kunde auch) zuhören und lernen.
Grade im Social Web geht es um Glaubwürdigkeit und Vertrauen. Ich denke, dass es leichter ist, einer Person als einer unbekannten Entität zu vertrauen und ich hoffe, es ist leichter ihr Fehler zu verzeihen, die sich nicht immer vermeiden lassen.
Screen_Grab
Film, TV, Computermonitor und der vorerst letzte Schritt der Screen-Evolution: das Handy-Display. Anschaulich und historisch innerhalb der “4th Screen” Kampagne von Nokia aufgearbeitet.
Passt sehr gut in das Konzept, das wir mit Screengrab verfolgen. In unserem Video machen wir jedoch nicht die historische Perspektive auf, sondern gehen vom Jetzt aus: “We live in a world of screens. They surround our lives”.
WebTV
Christian Ulmen hat es richtig gemacht: Eine Sendung, die nur „okay“ im TV lief, aber sehr erfolgreich im Internet, nur noch im Internet laufen zu lassen. Bisher scheint der Erfolg ihm Recht zu geben.
Spannend auch, dass Ulmen für seine drei Charaktere und den Uwe Wöllner begleitenden Redakteur Gero Schorch Blogs angelegt hat, die das TV-Format erweitern und Kommentare zum bisherigen Geschehen abgeben.
Jede Woche werden neue Beiträge ins Netz gestellt, auf Twitter kann man den diesen Updates folgen. Ebenso gibt es auf MySpace es einen Account für ulmen.tv und auf meinVZ versucht Knut Hansen die Schallmauer von 100.001 Fans in der Gruppe “Knut Hansen – Mission Weltstar” zu durchbrechen.
Bisher gefallen mir die Serienschnipsel sehr gut, bleibt abzuwarten, ab wann Ulmen auf Kommentare und Vorschläge seiner Community eingeht.
In Kürze wird von Grundy Light Entertainment die Comedy-Wissensshow “Dr. Ankos 365“ in Netz gehen. Dabei handelt es sich ebenfalls um eine Show, die ausschließlich im Internet zu sehen sein wird. Ab 6. Oktober gehen die ersten 20 Folgen der dreiminütigen Show täglich auf den Internet-Portalen von “Bild“ und “Welt“ sowie auf Wissen.de und sevenload.de online.
Auch hier darf man gespannt sein, inwiefern es Möglichkeiten der Partizipation gibt und ob ein Dialog mit der Community eröffnet wird.
Oasis2.0
Oasis ist immer für eine Überraschung gut. Vor kurzem unbeabsichtigt und auf eigene Kosten als ein Fan den Sänger Noel Gallagher von der Bühne schubsen wollte.
Und jetzt wieder durch den Einbezug ihrer Fan in die Promotion des neuen Albums und der Förderung von Fanreaktionen auf das selbige. Denn noch vor der offiziellen Veröffentlichung des Albums am 6. Oktober gab es im britischen Magazin NME eine CD-Rom-Beilage mit drei Songs des neuen Albums einschließlich Songtexten und exklusivem Material sowie dem Aufruf diese Lieder zu covern, neu abzumischen, Texte umzuschreiben und Videos aufzunehmen und auf die „Dig out your soul songs“-Website hochzuladen. Als Gewinn lockt eine VIP Reise zu einem Oasis- Konzert.
via ANDERSdenken


