Der drohende deutsche Bundeswahlkampf 2009 lässt mich neidvoll nach Amerika schauen. Ein Land, in dem alles etwas größer, heftiger und dramatischer ausfällt als bei uns. Ein Land, in dem sich Wahlkämpfer noch aufs Blut bekämpfen, Intrigen spinnen und mit Schlamm bewerfen. Ein Land, in dem die Meinungsmache über Blogs, User Generated Content und YouTube Clips was zählt. Ein Land, in dem Social Media ein „Medium“ ist und Meinung macht.
Ich erlabe mich kurz an diesem politischen Social Media-Paradies und richte meinen Blick in hiesige Gefilde. Allerorts schwelende Aufgeregtheit, die Gegner stehen fest, der Vorwahlkampf ist eingeläutet. Vornehmlich junge Wahlkampfstrategen beschwören die wahlentscheidenden jungen Zielgruppen, Online-Mobilisierung und versuchen die Methoden von Online-Obama auf Deutschland zu übertragen.
Währenddessen schreiben die alten Wahlkampfhasen, die immer noch das Sagen haben, auf historischen Schreibmaschinen die Wahlkampfreden für die digitale Gegenwart. Für die Wahlkampfhasen gibt es kein Internet, kein Social Media, keine Social Networks, kein Mitwählnetz. Eine krasse Fehleinschätzung? Nein. Solange die deutsche Blogosphäre weiter nur über Handys, Hunde und Hämorrhoiden redet, dürfen die Wahlkampfhasen zu recht auf ihren Schreibmaschinen tippen und unser Gerede von Social Web als Kinderkram abkanzeln.
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Kommentare ( 3 )
fgau schrieb am 20. Oktober 2008 um 14:47katzen content bitte nicht vergessen …
Sven schrieb am 23. Oktober 2008 um 17:19Möglicherweise gibt es auch viele Menschen, die einfach Angst davor haben, ihre Meinung zu politischen oder gesellschaftlichen Themen geradeaus kund zu tun. Angst davor, wegen ihrer Äußerungen im Beruf Nachteile zu erleiden. Wer nicht aneckt, fällt nicht auf.


