Barcodes auf der Geburtstagtorte des ZKM

Noch ist es nicht zu spät und wir können meinem alten Arbeitgeber dem ZKM gratulieren: Herzlichen Glückwunsch zum 20 Geburtstag.
Und pünktlich, wie fast zu jeder Ausstellung, wird ein neues Kapitel innerhalb der Mediengeschichte aufgeschlagen. Dieses Mal wird die Verwendung von 2D-Barcodes vorangetrieben. Dafür wurde eigens eine Barcode-CI entwickelt, die sich auf allen Print-Kampagnen und z.T. auch in Ausstellungen wiederfinden wird. Für den Vorstand Prof. Peter Weibel stellen Barcodes (“Erkenntnis-Schnittstelle” – Spex) ganz neue Möglichkeiten der Kommunikation dar.
Wir sind gespannt was am ZKM als nächsten in Sachen Barcodes noch passieren wird.
History rules!
Man stelle sich mal vor, man könnte mit dem Computer in einer Zeitung lesen. Man würde am frühen Morgen, wohlmöglich mit dem Rechner im Bett liegend, nicht zum Briefkasten rennen müssen, sondern könnte die aktuellsten News direkt am Computer lesen. Wie unspannend, das machen ich doch jeden Tag.
Genau. Aber 1981 sah das noch anders aus:
Techncrunch greift folgende Zitate heraus:
David Cole (S.F. Examiner): “This is an experiment. We’re trying to figure out what it’s going to mean to us, as editors and reporters and what it means to the home user. And we’re not in it to make money, we’re probably not going to lose a lot but we aren’t going to make much either.”
KRON reporter: “This is only the first step in newspapers by computers. Engineers now predict the day will come when we get all our newspapers and magazines by home computer, but that’s a few years off.”
Man bekommt das Gefühl, dies ist die Geburtstsunde von alle dem was uns jetzt bereist seit einigen Jahren umgibt und was noch weitere Veränderungen nach sich ziehen wird.
Das schöne an der Auseinandersetzung mit Medien ist, man kann ihrer Historisierung unmittelbar verfolgen. Es wird noch viel passieren. Change !
link dose 28.01.2009
Um wieder etwas mehr Aktualität und Regelmäßigkeit in den Blog zu bringen, erscheint die link dose jetzt einmal in der Woche morgens kurz nach acht – für mich die ideale Zeit, abseits der Arbeit interessante Texte zu durchstöbern. Oder anders ausgedrückt: Kaffee und Links.
Fünf einfache Fragen, fünf einfache Antworten?
Fünf Fragen zu Social Media, die zum Reflektieren und Nachdenken anregen und in den Kommentaren aufgegriffen werden.
Deutsche Videoblogs
Einen guten Überblick über die Videoblog-Landschaft gibt es bei Bertram Gugel.
The network is better than you are
Gastbeitrag von Thomas Gensemer von Blue State Digital im PR Media Blog. Blue State Digital war mitverantwortlich für den Online-Wahlkampf von Barack Obama.
Personal Brands und Blogger Relations
Steigert der Aufbau einer sichtbaren Identität für PRler im Social Web die Erfolgsquote bei Blogger-Relations? Und wird damit der Aufbau einer vorherigen Beziehung obsolet?
Foto unter CC SA 2.0 von allanhagget
SINNvolle Windows Fehlermeldungen
Ja, die gibt es. Dank einer sensationellen Idee aus Japan wird jede Windows Fehlermeldung zur sinnhaften Botschaft. Tatsächlich hat man in Japan an die Stelle der unpersönlichen und oft wenig hilfreichen Microsoft Fehlermeldungen Haiku Poesie Nachrichten gesetzt. Diese Haiku-Dichtung (= kürzeste Gedichtform der Welt) folgen einem klar definierten Muster: jedes poetisches Meisterwerk hat lediglich 17 Silben - 5 Silben in der ersten, 7 in der zweiten und 5 in der dritten Zeile. Kurz und knapp wie ein Atemzug. Sie werden verwendet, um eine zeitlose Botschaft zu vermitteln. Oft sind sie geprägt von wehmütigen, sehnsuchstvollen oder kraftvollen Gedanken, die durch die extreme Kürze noch prägnanter und aussagekräftiger werden … aus “302 – Object Moved or 404 – File not Found.” (Ja wohin ist sie denn gewandert?) wird dann beispielsweise (engl. übersetzt) zu: “You step in the stream. But the water has moved on. This page is not here.” Ganz ehrlich: Wir freuen uns auf die deutschsprachigen Haiku.
(via netlingo – Windows Haiku entstand ursprünglich in einer salon.com competition salon.com link)
link dose 13.01.2009
Social Media Sabbatical
Jeremiah Owjang schreibt über seine Auszeit von Twitter. Interessant vor allem der Perspektivwechsel und der Entschluß, das Medium dosierter und fokussierter zu nutzen – ein Trend der zunehmend wichtiger wird?
Der schönste Blogger-Job
Eine nette PR-Aktion: Beim australischen Tourismusbüro Queensland kann man sich als Inselhüter bewerben. Die Aufgaben: Fische füttern, die Insel erkunden, den Pool säubern und das alles per Blog dokumentieren. Leider nur für Australier… [via Techcrunch]
Origami In the Pursuit of Perfection von MABONA ORIGAMI bei Vimeo.
Interview zum Thema Creative Commons
Schon vor einiger Zeit haben wir hier über den Flickr-Account der Library of Congress berichtet, die ihre Bildbestände in digitaler Form öffentlich zugänglich machte und von Internetnutzern mit zusätzlichen Informationen bestückt wurden. Eine ähnliche Initiative sind die Creative Commons, die es inzwischen seit sechs Jahren gibt. Über die Chancen und Potentiale von Creative Commons-Lizenzen für dialoggetriebene PR im Social Web habe ich ein kurzes Interview mit Markus Beckedahl geführt, der Creative Commons in Deutschland vertritt und sich auch auf seinem Blog netzpolitik.org mit Themen der Informationsgesellschaft auseinandersetzt.
Was sind die Creative Commons-Lizenzen in einigen Sätzen zusammengefasst?
Creative Commons bietet kostenfrei verschiedene international standardisierte Lizenzen, die das Urheberrecht flexibler gestalten und Nutzungsfreiheiten gewähren. Als Urheber kann ich mir aussuchen, ob meine Werke zu kommerziellen oder nicht-kommerziellen Zwecken genutzt werden können, sowie ob sie weiterbearbeitet werden dürfen oder nicht.
Gibt es Ihnen bekannte deutsche Beispiele aus der PR, in der Creative Commons Lizenzen eingesetzt wurden?
PR ist ja ein weit gefasster Begriff. Beispiele aus Deutschland gibt es viele. Netlabels aus dem Musik- und Filmbereich (Thinner.cc oder vebfilm.de) nutzen CC erfolgreich zur Promotion und bauen darauf neue Geschäftsmodell auf. Die ATP als Tennis-Marke nutzt CC-Lizenzen für viele Bilder und Inhalte. Nichtregierungsorganisationen wie Greenpeace nutzen CC-Lizenzen aus moralischen und pragmatischen Gründen.
Öffentliche-Rechtliche Sender wie der NDR nutzen in verschiedenen Sendungen CCV-Lizenzen, weil sie von Mundpropaganda-Effekten profitieren wollen und sich explizit wünschen, dass ihre Inhalte auch an anderen Orten auftauchen als ihre eigenen Seiten.
Dazu muss man sagen, dass Creative Commons Lizenzen noch sehr jung sind. Das Potential wird erst langsam erschlossen, aber wir sehen immer mehr positive Beispiele.
Was ist das Potential des Einsatzes von Creative Commons für die PR?
Creative Commons Lizenzen bieten die Möglichkeit, effektiver von Mundpropaganda-Effekten zu profitieren. Das Urheberrecht verbietet standardmässig die Weitergabe von Werken, sofern nicht ausdrücklich die Genehmigung erteilt wurde. Für Nutzer ist es schwierig zu unterscheiden, ob dieses gewährt wurde oder nicht. Bei Creative Commons lizenzierten Werken ist die Erlaubnis direkt eingebaut. Gleichzeitig können z.B. Nutzer in Kampagnen und Aktionen eingebunden werden, indem sie z.B. an Remix-Wettbewerben teilnehmen und/oder eigene Ideen beisteuern.
Verliert ein Unternehmen nicht integrale Bestandteile seiner Marke, wenn es seine Inhalte zur Weiterverwendung und -verarbeitung freigibt?
Die Kontrolle über die eigene Marke ist auch ohne Creative Commons Lizenzen im Netz nicht mehr wirklich vorhanden. Schutzrechte wie das Markenrecht bleiben auch bei der Verwendung der CC-Lizenzen bestehen. Ausserdem ist es eher die Frage, wer heute noch die Marke definiert und mit Leben füllt – das Unternehmen oder die Kunden/Nutzer?
Verhindern die Unklarheiten bei dem Ausdruck “nicht kommerziell” noch den Einsatz von Creative Commons in der PR-Arbeit? Wann wird hier Klarheit bestehen? Ein Beispiel: ist “nicht profit-strebend” gleichzusetzen mit nicht kommerziell?
Nicht-kommerziell ist erstmal ein Signal, dass bei offensichtlichem Gewinnstreben nicht-kommerziell lizenzierte CC-Werke nicht benutzt werden dürfen. Passiert dies doch, ist dies eine Verletzung der Lizenz und die Mechanismen des Urheberrechts treten in Kraft. Ansonsten arbeitet Creative Commons international an einer Lösung, wie man eine genauere Definition von nicht-kommerziell hin bekommt. Für die einen bedeutet es nicht-nach-proft-strebend und für andere darf dabei gar kein Geld fließen.
Großen Auftrieb erhielt das Flickr-Commons Projekt im letzten Jahr, bei dem öffentliche Bildbestände digitalisiert und mit der Öffentlichkeit zusammen um Informationen ergänzt wurden. Bieten sich für Unternehmen ähnliche Chancen eines Dialogs bei ihrem Bild- und Videomaterial durch den Einsatz von CC-Lizenzen? Oder sind ungeklärte Bildrechte (liegen sie beim Fotografen, Produzenten bzw. sind Rechte Dritter involviert) ein Hindernis hierfür?
Ungeklärte Bildrechte sind immer ein Problem, nicht nur bei der Nutzung von Creative Commons Lizenzen. Eine wichtige Bedingung von CC ist die Namensnennung, in der Regel verbunden mit einem Link zum Urheber. Dies bietet viele Potentiale. In der Regel sind Nutzer motivierter, zum Urheber zu verlinken und/oder Werke zu remixen, wenn sie explizit die dazu Erlaubnis haben und kein schlechtes Gewissen oder Angst verspüren, in Zeiten von “Raubkopierer sind Verbrecher-Kampagnen” eine Urheberrechtsverletzung zu begehen.
Macht die zunehmende Einbeziehung von Social-Media-Aktivitäten in der PR, die immer mehr dialoggetrieben sein sollte, auch den Creative Commons-Einsatz notwendig oder beschleunigt ihn gar?
Creative Commons Lizenzen sind die richtigen juristischen Werkzeuge für vieles, was Nutzer in Dialog-Prozesse einbezieht und sie kreativ mitmachen lässt. Sie sind international standardisiert und die passende Antwort auf User-Generated Content. Das normale Urheberrecht verkompliziert alles und erfordert ein halbes Jura-Studium in der richtigen Nutzung. Das kann man niemanden zumuten.
link dose [6.01.2009]
Amerikas ranghöchster CTO
Wer wird am kommenden Mittwoch CTO (Chief Technology Officer) der Obama-Administration? Spekulationen bei BBC dot.life.
Blogpost Response Policy der US Air Force
Wie geht die US Air Force mit Blogpostings im Social Web um? Ein interessantes Diagramm bei Joey deVilla.
Prognosen, Vorhersagen, Orakel
Prognosen im Januar sind derzeit ein Renner. Einer der besten kommt von Off the Record.
Usability von Logins und Registrierungen
Ausführlicher Artikel über den sinnvollen Aufbau von Logins und Registrierungen – ein wichtiger Schritt, dem häufig weniger Beachtung geschenkt wird als anschließende Dialogmöglichkeiten im Social Web.



