Einer macht es gerade mal wieder vor oder nach – Markus Kavka. Mit seiner Serie “Kavka vs. The Web”, die über das Portal myspace läuft, versucht der multitalentierte Moderator das Internet, die Welt außen herum, seine Kernkompetenz Musik und Social Media unter einen Hut zu bringen.
In den wöchentlichen Folgen (Start war der 26. Februar), von denen bis zum 22. Mai jeden Freitag eine geplant ist, stellt Kavka zunächst eine Band vor und interviewt dann einen “Myspaceler der Woche”, wodurch die Community der Plattform direkt eingebunden wird. Bewerbungen für das Erscheinen im Video können dann praktisch einfach über die Kommentarfunktion abgegeben werden. Dass man zuerst mit “Kavka vs. The Web” befreundet sein muss, um Einträge auf der Pinnwand zu hinterlassen ist sicher Kalkül und gleichzeitig clevere Nutzug der Verlinkungsfunktion. So funktioniert Social Media nun mal.
Die Kategorie “Gaga 2.0″ zeigt, wer sonst noch versucht Aufmerksamkeit zu erlangen. Videos oder Personen, die den Humorpunkt der Redaktion mit wenig sinnvollen dafür unverständlichen oder schlicht zufällig genialen Ideen treffen, finden sich hier schnell wieder.
2009 – Odyssee im Schaltraum – Kavka vs. The Web 3. Folge
Die Resonanz auf der Seite ist sehr gut. Knapp 3000 Freunde hat der Moderator mit seiner Show bereits gefunden. Diese loben fast ausschließlich, kommentieren fleißig und bewerben sich um einen Platz in der Show für ihre Selbstdarstellung.
Bleiben die Fragen, was Markus Kavka mit diesem Format vorhat und wie gut er das Web 2.0 nutzt, um sich zu präsentieren? Das Format ist in jedem Fall dem Kanal angepasst. Irgendwie schräg, zum Teil merkwürdig und mit einem Humor, der stark zielgruppenspezifisch selektierend wirken kann. Etwas erinnert der Versuch an Christan Ulmen. Dieser setzt zwar mit Ulmen.tv inhaltlich auf ein völlig anderes Konzept, hat aber einen ebenso selektiven Humor und konzentrierte seine Aktivität nach dem Scheitern im TV ausschließlich aufs Web. Mit einem so riesigen Erfolg, dass die Show es wieder zurück ins massenkompatible Medium Fernsehen schaffte.
Im Fernsehen ist Kavka schon lange präsent und erfolgreich wie eigene Shows auf MTV schon seit Jahren zeigen. Im Netz ist er auf seiner myspace-Seite, einer Website und mit einer DJ-Seite präsent. Diese ziehen eine große und aktive Community an. Der Versuch der Vermischung von Social Web, TV, Musik und einer gewissen Ironie in der Darstellung gelingt bisher sehr gut. Inhaltlich nicht immer ernst zu nehmen, aber als Format durchaus mit Potenzial verschiedene Gattungen ernsthaft und erfolgreich zu verbinden.
Übrigens: Am 21. April wird die Pilotsendung des Magazins “Kavka” auf dem ZDF Infokanal und als Livestream auf zdf.de zu sehen sein. Zum Thema ”Arbeit ist das ganze Leben?” diskutiert Kavka live aus einem Berliner Club mit den Gästen. Das Besondere daran? Auch hier spielt der Moderator die Social Media-Karte: Via Skype-Webcam können sich die Zuschauer live auf den Bildschirm schalten lassen und mitdiskutieren. Man darf gespannt sein.
Timeline
- « Wahl im Web Monitor – 03.03. bis 16.03.2009
- » Twitteschön: Auch deutsche Promis entdecken Twitter für sich


