Zukunft ist gut für alle!
Wer die Show von Harald Schmidt über Jahre hinweg verfolgt hat wird sicherlich eben so hohe Sympathien für Dr. Udo Brömme entwickelt, wie ich es getan habe. Dieser freundliche Nachbarschaftspolitiker wurde zu jeder Wahl immer wieder aktiviert und beeinflusste auf subtile Art unser Kreuzchen.
Nun hat er ein Buch geschrieben [via Amazon]. Als Premiumpolitiker gibt er seine Geheimrezepte für die Zukunft preis. “Mit visionärer Kraft weist er in diesem Buch einen Weg aus dem deutschen Kummertal und gewährt intime Einblicke in seine erfolgreiche Wahlkampfarbeit.”
Tatort Twitter
Das Fernsehen noch immer Gespräche in Gang setzt, emotionalisiert und letztlich auch eine verbindende Qualität haben kann, merkt man nicht nur auf Schulhöfen und in Bürokantinen, sondern auch auf der größten Stehparty im Netz – bei Twitter.
Wer sich bei Twitter bewegt kennt das, jeden Sonntag nach der Tagesschau geht es los. Taugt der neue Tatort was? Ist #Stuttgart besser als #Hamburg ?
Manche können und wollen da nicht mitreden:
Andere kommen einfach nicht mit.
Wieder andere sind sogar zeitversetzt dabei:
Und eine kleine Gruppe unerschrockener macht aus Twitter und Tatort das Projekt Twatort.
Der erste Twatort soll übrigens schon dieses Wochenende in Berlin gedreht werden.
Nicht nur der Tatort wird bei Twitter diskutiert. Selbstverständlich finden auch die großen Themen unserer Zeit aus dem TV den Weg zum virtuellen Smalltalk in der Twitterküche. Wir haben mal die Anzahl der Tweets der letzten 14 Tage zum #Tatort mit denen zu Deutschland sucht den Superstar (#DSDS)und Germanys Next Topmodel (#GNTM) verglichen. (Die Grafik wurde mit Radian6 erstellt)

Twittertechnisch hatte DSDS dieses Wochenende seinen Durchbruch.
Mit Radian6 kann man übrigens auch die Nutzer identifizieren, die ganz besonders viel zu diesen drei Formaten twittern. Hier die Top 10 der deutschen TV-Twitterer der vergangenen 14 Tage. @D_s_d_S ist übrigens grade von Twitter gesperrt…, an erster Stelle müsste demnach @HappySchnitzel kommen. Herzlichen Glückwunsch.

Diese kleine Fingerübung macht nicht nur Spaß, sie zeigt auch, wie Themen mittels Hashtags das Web durchdringen können. Schließen möchte ich diesen Post daher mit dieser Grafik:

Wahl im Web Monitor – 28.03.2009 bis 10.04.2009
Die Top-Themen der letzten 14 Tage
- Lafontaine bei Anti-Kapitalismusdemo mit Eiern beworfen
- Merkel gespannt auf Zusammenarbeit mit Obama
- Der Logowettbewerb für Steinmeier ist entschieden
- Forderungen nach deutlicher Positionierung der Linken in der Israelfrage
- Wiederherstellung des Vertrauens in die Märkte
Die Top-Twitterer der letzten 14 Tage
- Die_Gruenen
- hubertus_heil
- tsghessen
- volker_beck
- FDP_Fraktion
Aktivitätsindex
Die erste Erhebung im April weist die FDP als eindeutigen Gewinner aus. Ihr gelang im Erhebungszeitraum zum einen die Steigerung des Social Media Score um 13,56% auf 6,7, zum anderen konnte sie den Anteil der Webaktivität um 5,22% ausbauen. Hintergrund ist die erweiterte Nutzung der Dienste Twitter und Facebook, die ein stärkeres Interesse an den Aktivitäten der Partei nach sich zogen.
Die Linke verzeichnete beim Social Media Score erneut einen prozentual-zweistelligen Zuwachs, liegt jedoch mit 2,9 noch immer weit abgeschlagen an letzter Position, wie auch beim konstant niedrigen Anteil an der Webaktivität. Die SPD setzte verstärkt auf die Information der Unterstützer durch Facebook, indem sie die Anzahl der Kurzmeldungen um 700% steigerte und so auch die Supporterzahl im Portal auf 4.793 erhöhen konnte. Damit erreicht sie jedoch lediglich etwas mehr als die Hälfte der CDU Unterstützer, die mit 8.753 weiter führt, beim Anteil an der Webaktivität jedoch leicht verlor. Ebenso sank auch der Anteil bei den Grünen (-3,14%), liegt mit 24,7% im Erhebungszeitraum aber weiterhin auf sehr hohem Niveau.
Themenindex
Die Tonalität der Kommentare zu den Spitzenkandidaten in dieser Erhebungsphase zeigt sich erneut überwiegend neutral bis negativ. Die Bundeskanzlerin konnte diesmal mit ihrer entschlossenen Forderung nach mehr Regulierung der Finanzmärkte auf dem G-20 Gipfel punkten. Ebenso erhielten die Grünen für ihren Bloggerwettbewerb zum diesjährigen Parteitag ein positives Feedback. Während Angela Merkel ihren Vorsprung bei den auf sie bezogenen Posts und der Gesamtzahl der Kommentare weiter deutlich ausbauen konnte, generierte diesmal Oskar Lafontaine als Opfer von Eierwerfern auf einer Anti-Kapitalismusdemo in Frankfurt mit 49 einzelnen Kommentatoren das höchste Involve ment. Erneut gelang es der SPD nicht, mit politischen Themen zur Diskussion anzuregen: das am häufigsten kommentierten Thema war wie in den Erhebungen zuvor der Logowettbewerb für den Kanzlerkandidaten, gefolgt vom Jovoto Kreativwettbewerb.
Der Zuwachs des Involvements bei Angela Merkel geht hauptsächlich zu Lasten von Guido Westerwelle, dessen Anzahl an Posts und Kommentaren stark zurück gingen. Erneut erntete er negativen Response für seine Wirtschaftspolitik.
Die Grünen verloren weiter und konnten diesmal insgesamt nur 25 Kommentare initiieren.
… und was ist mit Zeitungen?
Ein Blick in die ACTA zeigt: Die Lage ist Ernst. Innerhalb der 20- bis 39-Jährigen mit Hochschul- oder Fachschulabschluss in Deutschland gaben mit 51 Prozent bereits mehr als die Hälfte der Befragten an, das Internet als wichtigste Informationsquelle für das aktuelle Geschehen zu nutzen. Die Zeitung, die immerhin noch 46 Prozent als wichtigste Quellen sehen, wurde damit im Jahr 2008 erstmals überholt. Ist der Untergang der Zeitung damit besiegelt, wie uns dieser (zugegeben) schon ältere historische Filmbeitrag zeigt?
Ignorieren wir zur Abwechslung das derzeit omipräsente ökonomische Damoklesschwert über unseren Köpfen und lassen unser kreatives Herz sprechen: bedrucktes Zeitungspapier macht Spaß, ist beliebt und eignet sich zum Austoben für Journalisten & Co. … keine Angst vor dem weißen Blatt Papier sagt sich auch Stihl und beweist mit Stil, dass Zeitungen echt was können [via Creativity Online]. Papier ist ja geduldig.
Und weil das so ist hat sich der Art Director Jacek Utko dem Design von Tageszeitungen in verschiedenen osteuropäischen Ländern angenommen. Auf der TED Konferenz im Februar 2009 berichtet er stolz und sehr klar zum Punkt kommend von seinem kreativen Werk und dem Erfolg der Zeitungen in den Ländern. Seht selbst:
Sechs Dinge machen also (nach Jacek Utko) eine gute Zeitung aus:
Sie ist (1) unabhängig, hat ein klares (2) Format, beschäftigt sich mit (3) lokalen Dingen, kennt die (4) Nische oder vermeidet sie bewusst, macht (5) Meinung und man liest sie zum (6) Frühstück. Jacek hat nun eine weitere Erfolgsprämisse für Zeitungen betont: (7) Design. Das Design ist zumindest für die vorgestellten Zeitungen zu einer (ökonomisch) lebenswichtigen Dimension geworden. Aber auch zu einer Charaktereigenschaft die ebenso profiliert, wie die anderen sechs Prämissen einer Zeitung. Auch wenn diese im im digitalen Zeitalter vermeintlich überholt wirken, beweist der Erfolg der vorgestellten Zeitungen das Gegenteil und eröffnet ein weiteres (kreatives) Chancenfeld für das klassische Medium Tageszeitung. Und ganz ehrlich: Wir würden alle sieben Dimensionen vermissen, wenn es keine gedruckten Zeitungen mehr gäbe.
PS: Unter den Gewinnern der World’s Best Designed Newspapers sind immer wieder bekannte deutsche Namen zu finden. 2008 war es die WELT AM SONNTAG.
SND30: The 2008 World’s Best-DesignedTM Newspapers from Society for News Design on Vimeo.
link dose 06.04.2009
In was für einer digitalen Gesellschaft wollen wir leben?
Der im Rahmen der re:publica vorgetragene Text von Peter Glaser zählt zu meinen Highlights des Jahres 2009 aus der deutschen Blogosphäre.
“Was mit Social Media machen”
Steht dieser Satz für unternehmerischen Aktionismus und müsste es nicht eher heissen: “Social Media macht mit dem Unternehmen etwas?” Interessante Gedanken von August Ray bei experiencetheblog.
Diplomaten-Blogs
Rory Cellan-Jones schreibt in seinem Guardian-Blob über bloggende Diplomaten aus Großbritannien. Aus der eigenen Erfahrung eines Praktikums in einer Botschaft halte ich das für eine spannende Entwicklung, wobei ich demnächst gerne untersuchen würde, wie weit das Auswärtige Amt hier geht.
Evolution von Facebook
Die Entwicklung von Facebook hin zu 200 Millionen Nutzern weltweit zeigen die Grafiken der New York Times.
Welchen Weg schlägt die PR ein? (pdf)
Ausblicke und Analysen aus dem eigenen Hause zum Thema der Zukunft der PR: Während mein englischer Kollege James Warren neun Trends im Bereich Social Media und Inline Communications nachzeichnet, beobachten Luke Akehurst und Tara Hamilton-Miller die englischen Ansätze, aus dem Online-Wahlkampf von Obama zu lernen. Die Kraft des Storytelling für eine effektive Kommunikation mit den Zielgruppen beschreibt Jan-Dirk Kemming aus Köln. Diese und weitere internationale Texte nach dem Klick.
Foto unter CC SA 2.0 von Bogenfreund












