Als ehemaliger Student der Medienphilsophie ist mir der Beitrag Sokrates2.0 auf dem Blog Wortgefecht natürlich gleich aufgefallen(neben den Fotos aus dem Medienmuseum des ZKMs natürlich) .
So wie sich Sokrates gegen den geschriebenen Text sperrte, sperren wir uns gegen das Auftauchen des Cyberspace und seiner massenhaften Verwendung. Doch genau wie Sokrates haben wir nicht genügend Abstand, um die laufende Entwicklung wirklich zu verstehen. Der grosse Philosoph konnte und oder wollte die Überlegenheit der Schrift über das Mündliche nicht erkennen und noch weniger die erheblichen kognitiven Veränderungen voraussehen, die die Erfindung des griechischen Alphabets mit sich brachte; auch uns bleiben nur unser Verdacht und unsere Spekulationen.» Für López ist es schliesslich sehr wahrscheinlich, dass unsere Gehirne heute vor ähnlich fundamentalen Veränderungen stehen wie damals, als die Schrift eingeführt wurde.
Die Geschichte der Medien und die Geschichte ihres Wandels kann uns daher grade in diesem Wandel helfen, zu verstehen, dass der Wandel für viele sehr schmerzhaft sein wird, aber unumgänglich. Da mögen Internetsperren kommen, da mögen Verlage und Zeitungen subventioniert werden.
Vielleicht wird dieser Wandel besonders weh tun, da wir ihn unmittelbar(er) wahrnehmen und kaum an einer mehr an die Zeit ohne Internet mehr denken kann.Vielleicht ?! Ohne das Internet werden wir jedoch nicht mehr rechnen, leben und kopieren können.
P.S.
Ein anderes wichtiges Buch zum Wandel findet der geneigte Leser in dem Buch“Apokalyptiker und Integrierte” von Umberto Eco. Read this!
Timeline
- « Wahl-im-Web-Monitor zur Bundestagswahl 2009 – 06.06.2009 bis 19.06.2009
- » Streetstyle-Blogger nach München geholt
Kommentare ( 1 Kommentar )
[...] Im Grunde geht es aber nicht wirklich um einen neuen Anspruch an Kommunikation. Das Cluetrain-Manifest wurde vor 10 Jahren geschrieben, von dialogischer Kommunikation, 360° Konzepten und Response-Elementen im Kundendialog hört man auch nicht erst seit gestern. Die technischen Innovationen der vergangenen Jahre, die Art und Weise, wie sich das Internet als Medium entwickelt hat, wird vieler Orts als Feigenblatt genutzt, um mangelnden Mut, fehlende Nähe zum Kunden und Angst vor dem Verlust der Kontrolle über das gewünschte Image zu verdecken. Der Druck sich den Ansprüchen der Konsumenten zu stellen und sie als gleichberechtigte Partner statt als zahlende Kunden zu betrachten ist aber in den vergangenen Jahren immer mehr gestiegen. Hier setzt nach und nach ein Wandel der Wahrnehmung von Kunden und Kommunikation ein. Auch, weil die Medienlandschaft sich neu strukturiert. Das s Wandel oft schmerzhaft ist, hat Jörg in einem Beitrag neulich angerissen: http://daily-digital-dose.de/index.php/2009/07/01/wandel-der-medien/ [...]
notizblog - Weblog der Social Web WORLD: Zum Umgang mit den „Geschichtenerzählern“ - Interview mit Mark Heising und Jörg Leupold schrieb am 19. August 2009 um 17:34

