Wie alle zwei Wochen das aktuelle Wahl-im-Web-Monitoring zur Bundestagswahl.
Die Top Themen der letzten zwei Wochen
- CDU/CSU muss sich Internetzensur vorwerfen lassen
- CDU gegen erneuten Anlauf im NPD-Verbotsverfahren
- Steinbrück „rigorosester Politiker“
- Zypries findet Piraten zu konservativ
- Jung verteidigt Angriff auf Tanklaster in Afghanistan
Die Top-Twitterer der letzten zwei Wochen
- Die_Gruenen
- cdu_news
- FDP_Fraktion
- hubertus_heil
- Linksfraktion
Aktivitätsindex
Die letzte Ausgabe des Wahl-im-Web-Monitors zur Bundestagswahl 2009 konzentriert sich noch einmal auf die Internetaktivitäten der fünf größten deutschen Parteien.
Die CDU dominiert die Social Media mit einem Drittel der Webaktivität weiterhin deutlich, vor allem durch die Präsenz der Bundeskanzlerin im Netzwerk Facebook. Dort konnte die CDU-Chefin 26.292 Unterstützer gewinnen. Mit deutlichem Abstand folgen auf Platz 2 die Grünen, die während des Wahlkampfes verstärkt den Microblogging-Dienst Twitter nutzen und dort mit 13.144 Followern weit vor allen anderen Parteien liegen. Dicht dahinter kann sich die SPD positionieren, die vor allem in der heißen Phase des Wahlkampfes weniger auf das Internet setzte und so in den letzten Wochen Verluste hinnehmen musste. 15,5 Prozent der Webaktivität kann die FDP für sich beanspruchen, die ähnlich wie die Grünen auf eine verstärkte Nutzung von Twitter setzte. Allerdings hören das Gezwitscher weitaus weniger Follower. Die Linke liegt mit einer Aktivität von 8,2 Prozent weit abgeschlagen auf dem letzten Platz. Weder seitens der Politiker noch seitens der Wähler war Interesse an einem Internetwahlkampf zu spüren.
Themenindex Parteien
Die qualitative Betrachtung der Blogposts Parteienumfeld über den Zeitraum der vergangenen zwei Wochen zeigt insgesamt eine eher negative Wahrnehmung der Parteien. CDU/CSU generieren mit den in ihrem Umfeld diskutierten Themen ein sehr starkes negatives Involvement. Vor allem das Thema Netzsperren beschäftigt die Internetnutzer nach wie vor. 1.125 Kommentatoren nahmen sich des Themas überwiegend negativ an. Die Absage an ein erneutes NPD-Verbot stieß ebenso auf Kritik wie der Umgang des Verteidigungsministers mit den Angriffen auf Tanklaster in Afghanistan. Etwas besser schneiden die Sozialdemokraten ab: Die Art von Finanzminister Steinbrück erhält ein positives Feedback, Zypries‘ Kommentare zur Piratenpartei und die breiten Verluste bei den Landtagswahlen können hingegen nicht überzeugen. Durchwachsen zeigt sich auch die Stimmung gegenüber der FDP, die zwar Kritik für die Forderung nach einer längeren Atomkraftwerkslaufzeit erntet, die User mit dem neuen Wahlkampfgehilfen Clement jedoch begeistert. Während bei den Grünen die Freude über den Rücktritt von Dieter Althaus die User mitreißt, muss die Linke durchweg negatives Feedback einstecken. Sie scheint als Regierung nicht gewollt, gilt als nicht demokratisch und es wird diskutiert ob die Piratenpartei nicht eine Alternative zur Linken sei.
Das Stimmungsbild der Blogosphäre im Umfeld der Spitzenkandidaten spricht zuletzt wie anfänglich eine eindeutige Sprache: Bundeskanzlerin Merkel dominiert die deutsche Bloglandschaft mit 49,5 Prozent aller Postings und kann in der aktuellen Erhebung ein überwiegend positives Involvement generieren. Besonders gelobt wurde von den Usern die Live-Schaltung ihrer Wahlkampfauftritte im Internet und der Launch der dritten Welle von Großflächenplakaten in deutschen Städten. Kanzlerkandidat Steinmeier kann hingegen nur knapp ein Viertel (23,8 Prozent) aller Blogposts auf sich vereinen. Seine Attacke gegen NRW-Ministerpräsident Rüttgers wegen seiner rassistischen Äußerung findet bei den Usern Anklang, die Vorfreude auf das Kanzlerduell stieß hingegen bei den Kommentatoren eher auf Unverständnis. FDP-Chef Westerwelle wird in der Blogosphäre zunehmend sympathisch wahrgenommen, die Forderung nach stärkeren Hartz IV-Sanktionen ärgert die Internetnutzer jedoch. Seitens der Grünen ist das Involvement der Community zwar noch immer gering, mit der Kritik an Rüttgers kann Renate Künast jedoch ein positives Feedback generieren. Oskar Lafontaine erntet Zustimmung für pazifistische Äußerungen, der neue TV-Spot und sein Wahlkampfauftritt in Freiburg stoßen in der Community jedoch auf Kritik.
Die aktuellen Ergebnisse des Wahl-im-Web-Monitors können hier abgerufen werden: Wahl-im-Web-Monitor 15. September 2009








