Google-Plus-startpage

Nach dem Launch der Betaversion von Google+ vor einigen Tagen und der Begeisterung der ersten Tester für Googles neues Social Network, stellte sich schnell die Frage, wie dieses neue Soziale Netzwerk auch von Unternehmen genutzt werden kann.

Zu Anfang des Launches von Google+ waren zunächst nur reale Personen als Teilnehmer zugelassen. Profilseiten von Unternehmen, wie man sie von Facebook oder Twitter kennt, waren ursprünglich nicht vorgesehen. Trotzdem haben sich einige Unternehmen schnell Profile auf Google+ eingerichtet (z.B. Ford). Mit dem Ergebnis, dass diese Profilseiten nun entweder von Google wieder gelöscht werden, oder aber an einer Testphase für Unternehmen teilnehmen werden, die in den nächsten Tagen beginnen wird, wie Christian Oestlien, Googles Lead Product Manager für Social Advertising in einem Interview mit Ad Age ankündigte.

Wie diese offiziellen Unternehmensseiten auf Google+ aussehen werden und was für Features sie haben werden, darüber kann man zu diesem Zeitpunkt nur spekulieren. So hat beispielsweise Sean Percival auf seinem Blog ein Google Brand Page Concept veröffentlicht und einige der Funktionen von Google+ vor dem Hintergrund der Unternehmenskommunikation diskutiert.

Eines der wichtigsten Features für Unternehmen werden wohl die „Hangouts“ sein, in denen Gruppen-Video-Chats abgehalten werden können. Ein Unternehmen könnte also beispielsweise ausgewählte Kunden regelmäßig und problemlos zu Videochats einladen – damit ist eine sehr einnehmende und unvermittelte Form der Kundenkommunikation denkbar. Eine weitere Kernfunktion wird die Nutzung der „Circles“ (Filterfunktion von Kontakten) von Unternehmensseiten sein. Ein Unternehmen könnte z.B. mit Hilfe der „Circle“-Funktion auf seinem Unternehmensprofil unterschiedliche Nutzerkreise ansprechen: Je nach Art der Botschaft etwa gefiltert für Mitarbeiter, Zulieferer, Handel, Endverbraucher oder einer Kombination von mehreren Zirkeln. Voraussetzung hierfür wäre natürlich, dass die Kontaktkreise eines Unternehmens gewissenhaft gepflegt werden und ein Unternehmen sich die Mühe macht, nachzuvollziehen, wer hinter den Kontakten steckt, die dem Unternehmen folgen. Eine Arbeit, die bei mehreren Kontaktanfragen täglich, schnell mühsam wird.

Doch viel wichtiger als das Aussehen und die Funktionen der zukünftigen Google+ Unternehmensprofile, ist die Frage, was Unternehmen an Inhalten anbieten können, damit sie innerhalb von Google+ relevant bleiben. Google+ könnte für Unternehmen eine unkomplizierte Plattform werden, um mit Interessenten und Stammkunden regelmäßig zu kommunizieren. Die größte Herausforderung wird dabei sein, Inhalte zu veröffentlichen, die so überzeugend sind, dass Nutzer nicht ihrerseits die Filterfunktionen von Google+ nutzen, um uninteressante Botschaften von Unternehmen und Marken gezielt auszublenden. Denn die Kür wird es sein, nachdem man als Unternehmen in den „Circle“ eines Nutzers aufgenommen wurde, darin zu bleiben und darin wahrgenommen zu werden.

Der ursprüngliche Ansatz von Google+, nur echte Personen zuzulassen, bestärkt zwischen den Zeilen eines der wichtigsten Credos im Social Web: Menschen wollen nicht mit Marken in den Dialog treten, sondern mit Menschen. Die erste Begeisterung von Google+ Nutzern ist auch davon geprägt, dass man problemlos in Kontakt treten kann mit Mitarbeitern von Google. Man spricht nicht mit einem Logo, sondern sieht, woran Googles Mitarbeiter gerade arbeiten und kann mit ihnen darüber in einen direkten Austausch treten. Eine solche Form der zeitnahen und direkten Kundenkommunikation ist und bleibt die Herausforderung für Unternehmen im Social Web, egal auf welchem Kanal.


About Tillmann Allmer

Tillmann Allmer ist Berater für Digitale Kommunikation bei Weber Shandwick in Berlin. Folgen sie Weber Shandwick Deutschland auf Facebook! Und dem Autor können Sie auf Twitter folgen.

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