Gesamtergebnis des Wahl-im-Web-Monitors

Diesmal und abschließend die Gesamtergebnisse des Wahl-im-Web-Monitors zur Bundestagswahl 2009.

Am Anfang stand die Frage, ob der letzte US-Wahlkampf insbesondere in den social media so oder anders Impulse in Deutschland setzen würde. Uns war auch wichtig festzustellen, ob es diesmal eigenständige, social media getriebene Kampagnenansätze der Parteien und Kandidaten geben würde, die über das, was wir bisher gesehen hatten hinausgehen.  

Insgesamt kann man als Fazit ziehen, dass sich die Parteien zur Wahl 2009 tatsächlich eigenständige Kampagnen, vor allem jeweils unterschiedliche Wege gegangen sind, ihre Botschaften online zu platzieren. Nach unserem Aktivitätsindex ist die CDU die dominierende Partei gewesen.  Allerdings haben wir bei den kleineren Parteien im Zuge des Wahlkampfs massive Zuwächse sehen können. Die FDP hat hier die stärksten Zuwächse gehabtm, die Grünen in der Schlussphase die SPD zu deren lasten überholt. Die Linke hat zum Beispiel bei der Twitteraktivität die höchste prozentuale Steigerung  zu verzeichnen, bei Facebook hat dies die GDP prozentual geschafft.

Die Gesamtauswertung kann hier downgeloaded werden, Detailfragen beantworten wir gerne: WiWM_Abschlussauswertung_final

Wahl-im-Web-Monitor zur Bundestagswahl 2009 – 29.08.2009 bis 11.09.2009

Wie alle zwei Wochen das aktuelle Wahl-im-Web-Monitoring zur Bundestagswahl.

Die Top Themen der letzten zwei Wochen

- CDU/CSU muss sich Internetzensur vorwerfen lassen
- CDU gegen erneuten Anlauf im NPD-Verbotsverfahren
- Steinbrück „rigorosester Politiker“
- Zypries findet Piraten zu konservativ
- Jung verteidigt Angriff auf Tanklaster in Afghanistan
 

Die Top-Twitterer der letzten zwei Wochen

- Die_Gruenen
- cdu_news
- FDP_Fraktion
- hubertus_heil
- Linksfraktion

Aktivitätsindex
Die letzte Ausgabe des Wahl-im-Web-Monitors zur Bundestagswahl 2009 konzentriert sich noch einmal auf die Internetaktivitäten der fünf größten deutschen Parteien.
Die CDU dominiert die Social Media mit einem Drittel der Webaktivität weiterhin deutlich, vor allem durch die Präsenz der Bundeskanzlerin im Netzwerk Facebook. Dort konnte die CDU-Chefin 26.292 Unterstützer gewinnen. Mit deutlichem Abstand folgen auf Platz 2 die Grünen, die während des Wahlkampfes verstärkt den Microblogging-Dienst Twitter nutzen und dort mit 13.144 Followern weit vor allen anderen Parteien liegen. Dicht dahinter kann sich die SPD positionieren, die vor allem in der heißen Phase des Wahlkampfes weniger auf das Internet setzte und so in den letzten Wochen Verluste hinnehmen musste. 15,5 Prozent der Webaktivität kann die FDP für sich beanspruchen, die ähnlich wie die Grünen auf eine verstärkte Nutzung von Twitter setzte. Allerdings hören das Gezwitscher weitaus weniger Follower. Die Linke liegt mit einer Aktivität von 8,2 Prozent weit abgeschlagen auf dem letzten Platz. Weder seitens der Politiker noch seitens der Wähler war Interesse an einem Internetwahlkampf zu spüren.

 

Webaktivitäten der Parteien

Webaktivitäten der Parteien

Anteil je Partei an der Webaktivität

Anteil je Partei an der Webaktivität

Themenindex Parteien
Die qualitative Betrachtung der Blogposts Parteienumfeld über den Zeitraum der vergangenen zwei Wochen zeigt insgesamt eine eher negative Wahrnehmung der Parteien. CDU/CSU generieren mit den in ihrem Umfeld diskutierten Themen ein sehr starkes negatives Involvement. Vor allem das Thema Netzsperren beschäftigt die Internetnutzer nach wie vor. 1.125 Kommentatoren nahmen sich des Themas überwiegend negativ an. Die Absage an ein erneutes NPD-Verbot stieß ebenso auf Kritik wie der Umgang des Verteidigungsministers mit den Angriffen auf Tanklaster in Afghanistan. Etwas besser schneiden die Sozialdemokraten ab: Die Art von Finanzminister Steinbrück erhält ein positives Feedback, Zypries‘ Kommentare zur Piratenpartei und die breiten Verluste bei den Landtagswahlen können hingegen nicht überzeugen. Durchwachsen zeigt sich auch die Stimmung gegenüber der FDP, die zwar Kritik für die Forderung nach einer längeren Atomkraftwerkslaufzeit erntet, die User mit dem neuen Wahlkampfgehilfen Clement jedoch begeistert. Während bei den Grünen die Freude über den Rücktritt von Dieter Althaus die User mitreißt, muss die Linke durchweg negatives Feedback einstecken. Sie scheint als Regierung nicht gewollt, gilt als nicht demokratisch und es wird diskutiert ob die Piratenpartei nicht eine Alternative zur Linken sei.

Gesamtzahl der Posts im Umfeld der Parteiennennung

Gesamtzahl der Posts im Umfeld der Parteiennennung

Gesamtzahl der Posts im Umfeld der Parteiennennung

Gesamtzahl der Posts im Umfeld der Parteiennennung

Themenindex der Kandidaten
Das Stimmungsbild der Blogosphäre im Umfeld der Spitzenkandidaten spricht zuletzt wie anfänglich eine eindeutige Sprache: Bundeskanzlerin Merkel dominiert die deutsche Bloglandschaft mit 49,5 Prozent aller Postings und kann in der aktuellen Erhebung ein überwiegend positives Involvement generieren. Besonders gelobt wurde von den Usern die Live-Schaltung ihrer Wahlkampfauftritte im Internet und der Launch der dritten Welle von Großflächenplakaten in deutschen Städten. Kanzlerkandidat Steinmeier kann hingegen nur knapp ein Viertel (23,8 Prozent) aller Blogposts auf sich vereinen. Seine Attacke gegen NRW-Ministerpräsident Rüttgers wegen seiner rassistischen Äußerung findet bei den Usern Anklang, die Vorfreude auf das Kanzlerduell stieß hingegen bei den Kommentatoren eher auf Unverständnis. FDP-Chef Westerwelle wird in der Blogosphäre zunehmend sympathisch wahrgenommen, die Forderung nach stärkeren Hartz IV-Sanktionen ärgert die Internetnutzer jedoch. Seitens der Grünen ist das Involvement der Community zwar noch immer gering, mit der Kritik an Rüttgers kann Renate Künast jedoch ein positives Feedback generieren. Oskar Lafontaine erntet Zustimmung für pazifistische Äußerungen, der neue TV-Spot und sein Wahlkampfauftritt in Freiburg stoßen in der Community jedoch auf Kritik.
Auswertung der Top-Themen nach Spitzenkandidat und Tonalität

Auswertung der Top-Themen nach Spitzenkandidat und Tonalität

Gesamtzahl der Posts im Umfeld der Kandidatennennung

Gesamtzahl der Posts im Umfeld der Kandidatennennung

Die aktuellen Ergebnisse des Wahl-im-Web-Monitors können hier abgerufen werden: Wahl-im-Web-Monitor 15. September 2009

Wahl-im-Web-Monitor zur Bundestagswahl 2009 – 15.08.2009 bis 28.08.2009

Wie alle zwei Wochen das aktuelle Wahl-im-Web-Monitoring zur Bundestagswahl.

Die Top Themen der letzten zwei Wochen

- Lissabon Vertrag: Gauweiler spricht sich gegen neue Verfassungsklage aus
- SPD plant Stiftung gegen Rechtsextremismus
- Brennende Autos: Berliner CDU macht rot-roten Senat verantwortlich
- Merkel äußert sich zur Piratenpartei 
- Kanzlerkandidat Steinmeier spricht in Freiburg

Die Top-Twitterer der letzten zwei Wochen

- Die_Gruenen
- cdu_news
- FDP_Fraktion
- hubertus_heil
- Linksfraktion

Aktivitätsindex
Um weitere Entwicklungen im Blickfeld der Bundestagswahl zu beleuchtend betrachtet die aktuelle Ausgabe des Wahl-im-Web-Monitors zusätzlich die Internetaktivität der Piratenpartei. Vier Wochen vor der Wahl zeigt sich eine deutliche Dominanz der Internetpartei im Social Web. Mit einem Anteil an Webaktivität von 32,9 Prozent kann sie sich nahezu aus dem Stand an die Spitze setzen. Grund für den deutlichen Vorsprung ist die sehr hohe Supporter-Zahl in der Social Community studiVZ, die in der vorliegenden Analyse einmalig Eingang in die Untersuchung gefunden hat. Hinter den Piraten kann sich die CDU mit einem deutlichen Vorsprung etablieren. Den Grünen gelang es in den vergangenen zwei Wochen ihre Aktivität im Web 2.0 auszubauen und so einen höheren Index zu erreichen als die SPD, welche vor allem aufgrund der schwachen studiVZ-Werte von Kanzlerkandidat Steinmeier Einbußen hinnehmen musste. Eine deutliche Konzentration auf Facebook kann den Liberalen einen großen Vorsprung vor den Linken sichern, die sich nach wie vor im Social Web kaum Gehör verschaffen können.

Webaktivitäten der Parteien

Webaktivitäten der Parteien

Anteil je Partei an der Webaktivität

Anteil je Partei an der Webaktivität

Themenindex Parteien
Betrachtet man im zweiten Analyseschritt die Werte der Parteien in der Blogosphäre zeigt sich auch unter Einbezug der Piraten kaum ein Unterschied: CDU/CSU und SPD liegen weiter nahezu gleich auf. Weiterhin läuft es für die beiden großen Parteien im Themenumfeld aber eher schlecht: Der wieder aufgenommene Kampf gegen den Mindestlohn seitens der Union und die Kritik am rot-roten Senat in Berlin verärgert die User. Die SPD erntet für ihre hartnäckige Kritik am Essen im Kanzleramt sowie Steinmeiers verbleibenden Optimismus ein negatives Userfeedback. Lediglich das Versprechen, eine bundesweite Stiftung gegen Rechtsextremismus zu gründen motiviert Kommentatoren zu einem positiven Feedback. Die hohe Zahl der Postings im Umfeld der FDP resultiert gleichzeitig leider nicht in positiven Kommetaren.
Besonders dramatisch scheint die Entwicklung diesmal bei den Grünen. Neben einem deutlichen Verlust an Postings konnte in der aktuellen Erhebungsphase lediglich eine Person als Fürsprecher gewonnen werden. Überraschend positioniert sich die Piratenpartei durchgehend positiv und zeigt so, dass eine positiver Wahlkampf im Netz möglich ist, dessen Effekte auf einen Wahlausgang jedoch erst im Nachhinein analysiert werden können.

Gesamtzahl der Posts im Umfeld der Parteiennennung

Gesamtzahl der Posts im Umfeld der Parteiennennung

Gesamtzahl der Posts im Umfeld der Parteiennennung

Gesamtzahl der Posts im Umfeld der Parteiennennung

Themenindex der Kandidaten
Nachdem Kanzlerin Merkel in der letzten Erhebung deutlich an Posts in ihrem Umfeld verlor, konnte sie sich mit 51 Prozent der Blogposts im Kandidatenumfeld wieder deutlich an die Spitze setzen, die User jedoch nicht als Fürsprecher gewinnen. Während ihre YouTube-Äußerungen zur Piratenpartei eine neutrale Meinungsbildung nach sich zogen wurde die Kanzlerin für die Verweigerung eines Fernsehduells aller Spitzenkandidaten kritisiert. Lediglich der deutliche Vorsprung von 50.000 studiVZ Supportern gefällt den Kommentatoren. Kanzlerkandidat Steinmeier wurde in diesem Erhebungszeitraum ebenfalls zur Piratenpartei befragt, seine Interviewverweigerung wurde seitens der Community mit negativem Feedback kommentiert. Deutlich besser kann sich FDP-Chef Westerwelle positionieren: Mit seiner Kritik an den Opel-Plänen der Regierung und einer immer wahrscheinlicher werdenden zukünftigen Regierungsbeteiligung kann er die User überzeugen. Renate Künast und Jürgen Trittin fehlen in dieser Erhebung Themen, die User und Blogger zu Reaktionen bewegen. Lediglich Wahlkampfauftritte schaffen es auf die Internetagenda. Eine positive Entwicklung kann auch Oskar Lafontaine verzeichnen: besonders sein Besuch in einer Sat1-Talkshow begeistert die Internetnutzer.

Auswertung der Top-Themen nach Spitzenkandidat und Tonalität

Auswertung der Top-Themen nach Spitzenkandidat und Tonalität

Gesamtzahl der Posts im Umfeld der Kandidatennennung

Gesamtzahl der Posts im Umfeld der Kandidatennennung

Die aktuellen Ergebnisse des Wahl-im-Web-Monitors können hier abgerufen werden: Wahl-im-Web-Monitor 02. September 2009

Wahl-im-Web-Monitor Spezial

Sechs Monate nach dem Start des Wahl-im-Web-Monitors und fünf Wochen vor der Bundestagswahl 2009 ist es Zeit, ein vorläufiges Resümee zum Online-Wahlkampf 2009 zu ziehen. Angela Merkel lächelt uns auf Facebook entgegen und Frank-Walter Steinmeier erzählt von der neuen Kampagne auf Twitter, doch diese Impressionen beantworten nicht die zentrale Frage: welchen Effekt hat diese Social Media-Aktivität wirklich auf den Wahlausgang? Was ist nach dem Obama-Social-Media-Hype in Deutschland übrig geblieben? In der Spezialausgabe des Wahl-im-Web-Monitors schauen wir uns genauer an, welche Effekte die Social Media-Gehversuche der Parteien hatten und wagen einen Ausblick darauf, wie man die klassische Markt- und Meinungsforschung durch das Social Media-Monitoring in Echtzeit ergänzen kann.

Das Ergebnis als PDF: wahl-im-web-monitor-spezial.pdf

Wahl-im-Web-Monitor zur Bundestagswahl 2009 – 1.08.2009 bis 14.08.2009

Wie alle zwei Wochen das aktuelle Wahl-im-Web-Monitoring zur Bundestagswahl.

Die Top Themen der letzten zwei Wochen

- SPD stürzt auf tiefsten Umfragewert in ihrer Geschichte
- Ulla Schmidt trotz Dienstwagen-Affäre im Kompetenzteam
- Urheberrechtsstreit um Schäuble-Plakat geht nicht vor Gericht
- Merkel besucht Freiburg während ihres Wahlkampfes
- Steinmeier verteidigt seinen Deutschland-Plan

Die Top-Twitterer der letzten zwei Wochen

- Die_Gruenen
- cdu_news
- FDP_Fraktion
- hubertus_heil
- Linksfraktion

Aktivitätsindex
In 40 Tagen entscheidet sich, wer Deutschland für die nächsten vier Jahre regieren wird. Den Parteien wird langsam bewusst, dass sie sich in der heißen Phase des Wahlkampfs befinden, weshalb sie sich auch in den Social Media um starkes Wachstum bemühen. Das Mittel der Wahl in der aktuellen Erhebung war der überwiegende Einsatz der Internet-Community Facebook. Abgesehen von der Linken traten alle Parteien verstärkt mit ihren Wählern in Kontakt und versorgten sie über die Kurzmitteilungsfunktion mit Neuigkeiten aus erster Hand. Durch das gestiegene Web-Aufkommen wurde es in der aktuellen Analyse für die Parteien schwieriger, ihren Anteil an Webaktivität zu halten oder gar weiter auszubauen. Die CDU steigerte ihren Anteil um ein Prozent auf 33 Prozent. Ebenso gelang der Linken eine Steigerung: Mit 7,4 Prozent Anteil an Webaktivität liegt sie weiter an vierter Stelle. Während die Grünen ihre Position festigten, verlor die SPD fast zwei Prozent. Auch die FDP musste ein Prozent ihrer Webaktivität abgeben.

Webaktivitäten der Parteien

Webaktivitäten der Parteien

Anteil je Partei an der Webaktivität

Anteil je Partei an der Webaktivität

Themenindex Parteien
Auch die Betrachtung der Blogpostings im Parteienumfeld spiegelt das gestiegene Interesse an der Bundestagswahl wider. Allein der SPD gelang es, die Zahl der Internet-Postings, die sich mit den Sozialdemokraten befassen, fast zu verdoppeln. Mit knapp 9.500 liegt sie nun nahezu uneinholbar vor der Union. Betrachtet man aber das durch die Postings generierte Involvement der Web 2.0-Community zeigt sich ein desaströses Bild: Zum dritten Mal in Folge ernten die Sozialdemokraten eine negative Tonalität für die am meisten diskutierten Themen. Der unaufhaltsame Absturz in den Umfragen, die Dienstwagen-Affäre um Ulla Schmidt und Münteferings Äußerungen zur Qualität der Wählerumfragen können die User nicht überzeugen. Nicht besser aber die CDU: Die Auslieferung von Waffenlobbyist Schreiber und der Streit um die Plakate von Vera Lengsfeld stoßen bei den Usern auf Kritik. Lediglich der Urheberrechtstreit um die Schäuble-Plakate ist überwiegend neutral besetzt. Zwar gelingt es den Grünen nicht, die Zahl ihrer Fürsprecher im Netz zu steigern, doch können sie mit der Forderung einer besseren Entlohnung für Erzieher und der Kritik an den Journalismuspraktiken der Leichtatlethik-WM punkten. Sexismus und Rassismus auf ihren Wahlplakaten sorgt hingegen für Entrüstung. Schlecht läuft es für die Linke, die ebenfalls in tiefem Rot versinkt

Gesamtzahl der Posts im Umfeld der Parteiennennung

Gesamtzahl der Posts im Umfeld der Parteiennennung

Gesamtzahl der Posts im Umfeld der Parteiennennung

Gesamtzahl der Posts im Umfeld der Parteiennennung

Themenindex der Kandidaten
Kanzlerkandidat Steinmeier gelingt es in dieser Erhebung zum ersten Mal, mehr Posts in seinem Umfeld zu sammeln als Bundeskanzlerin Angela Merkel. Ingesamt befassten sich 3.689 Blogpostings mit ihm, die von 822 Usern kommentiert wurden. Der überwiegende Teil der Kommentare setzt sich kritisch mit dem Kanzlerkandidaten auseinander. Sein Deutschland-Plan wird von den Usern als unrealistisch aufgefasst, ebenso wie sein Versprechen, vier Millionen neue Jobs zu schaffen. Der Kanzlerin gelingt es im Gegensatz dazu, die Mehrzahl der User zu Fürsprechern zu machen. Der angekündigte Wahlkampfauftritt in Freiburg, die Absage an einen Einwanderungsstopp und ihre Beliebtheit bei jungen Wählern kommt gut an. Eine deutliche Steigerung der Postings konnte FDP-Chef Guido Westerwelle verzeichnen. Zusätzlich gelingt ihm mit dem Vorschlag, den Mehrwertsteuersatz auf Energie zu senken und dem Ausschluss einer Ampel-Koalition ein positives Involvement. Die Spitzenkandidaten der Grünen, Trittin und Künast, konnten zwar ihre Präsenz im Web 2.0 steigern, aber lediglich die Podiumsdiskussion mit Claudia Roth freut die User. Schlecht steht auch Spitzenkandidat Lafontaine da: Alle Themen in seinem Umfeld erhalten ein negatives Feedback der Community.

Auswertung der Top-Themen nach Spitzenkandidat und Tonalität

Auswertung der Top-Themen nach Spitzenkandidat und Tonalität

Gesamtzahl der Posts im Umfeld der Kandidatennennung

Gesamtzahl der Posts im Umfeld der Kandidatennennung

Die aktuellen Ergebnisse des Wahl-im-Web-Monitors können hier abgerufen werden: Wahl-im-Web-Monitor 14. August 2009

Wahl-im-Web-Monitor zur Bundestagswahl 2009 – 20.06.2009 bis 03.07.2009

Wie alle zwei Wochen das aktuelle Wahl-im-Web-Monitoring zur Bundestagswahl.

Die Top Themen der letzten zwei Wochen

- Jörg Tauss entert die Piratenpartei
- Union will Netzsperren bei Urheberrechtsverstößen
- Oettinger plädiert für höhere Mehrwertsteuer
- Grüne werden Ausweitung der Netzsperren nicht akzeptieren
- Zweifel an Merkels Steuerversprechen

Die Top-Twitterer der letzten zwei Wochen

-Die_Gruenen
-hubertus_heil
-tsghessen
-volker_beck
-FDP_Fraktion

Aktivitätsindex
Der Aktivitätsindex zeigt für die Zeit nach den Wahlen zum europäischen Parlament einen allgemeinen Rückgang der Social Media Aktivitäten der Parteien. Lediglich die Union konnte in allen Bereichen zulegen. Mit insgesamt 16.192 Supportern bei Facebook weist die Partei mehr als doppelt so viele Unterstützer auf wie alle anderen Parteien. Hauptgrund dafür ist die gestiegene Aktivität auf dem Portal: es wurden 30 Prozent mehr Kurzmitteilungen in der Community gestreut als zuvor. Anders die SPD: Bei den Sozialdemokraten war Facebook in der Auswertungsperiode nicht das Mittel der Wahl – dementsprechend mussten sie 3,2 Prozent Webaktivität abgeben. Ebenso verloren diesmal auch die Grünen einige Anteile und konnten das starke Wachstum der vorherigen Periode nicht fortsetzen. Der Social Media Score der Grünen stieg um 7,5 Prozent auf 13. Die Liberalen liegen weiter auf konstant gutem Niveau und bauten diesmal vor allem ihre Twitter-Nutzung weiter aus. Der Linken gelang es erneut, deutlich Boden gut zu machen und so startet die Partei mit zweistellig gewachsenen Social Media Score in den Juli.

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Webaktivitäten der Parteien

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Anteil je Partei an der Webaktivität

Themenindex Parteien
Deutlichstes Merkmal des Themenindex der Erhebungsphase ist der starke Verlust von Posts im Umfeld der Sozialdemokraten, sodass die beiden Volksparteien diesmal wieder beinah gleich auf liegen. Der Union gelang es in der aktuellen Analyse ein deutlich stärkeres Involvement zu generieren – jedoch diesmal mit durchweg negativer Tonalität in den Kommentaren. Vor allem der Vorstoß, Netzsperren auch bei Urheberrechtsverstößen aktivieren zu wollen, wurde in der Community entschieden abgelehnt. Ebenso fiel Oettingers Vorschlag, die Mehrwertsteuer zu erhöhen bei den Usern durch. Zusätzlich war die Union wegen ihres Wahlprogrammes in der Kritik. Deutlich besser lief es hingegen für die Grünen, obwohl sie nur eine geringe Zahl an Posts im Parteienumfeld auf sich zogen, bewerteten die Kommentatoren diese wie bereits in der letzten Erhebung durchweg positiv. Vor allem mit der entschiedenen Zurückweisung der Netzsperren konnte die Partei potentielle Wähler überzeugen. Bei den Linken stieß die Forderung nach 10 Euro Mindestlohn auf Gegenliebe, obwohl sie sich ebenfalls Kritik am unrealistischen Wahlprogramm gefallen lassen musste. Seitens der FDP kann man sich über viele Fürsprecher und gute Umfrageergebnisse freuen.
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Auswertung der Top-Themen nach Partei

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Gesamtzahl der Posts im Umfeld der Parteiennennung

Themenindex Kandidaten
Auch in dieser Erhebungsphase dominierte Kanzlerin Merkel das Bloggeschehen im Umfeld der Spitzenkandidaten: Mit ihrer Person beschäftigten sich 62,9 Prozent des Gesamtgeschehens. Innerhalb der Community zeigen sich jedoch deutliche Zweifel an ihren Steuerversprechen. Deutlich positiver wird hingegen ihre erneute Forderung nach einer besseren Bankenregulierung aufgenommen. Für SPD-Kanzlerkandidat Steinmeier zeichnet sich in der Analyse ein dramatischer Rückgang an Posts ab, denn er erreicht fast nur noch ein Drittel des letzten Wertes. Zusätzlich werden alle Themen in seinem Umfeld überwiegend negativ kommentiert. Weder seine Verteidigung der Agenda 2010, noch seine Schätzung, dass die Bundeswehr noch mindestens zwei Jahre in Afghanistan bleibe, kann die User überzeugen. Zusätzlich muss sich Steinmeier den Vorwurf gefallen lassen, die SPD in eine Glaubwürdigkeitskrise zu führen. Ähnlich negativ ergeht es auch Guido Westerwelle – der lediglich mit Schweigen zum FDP-Strafgeld punkten kann. Bei den Grünen dominiert Jürgen Trittin die Bloglandschaft. Die Ablehnung längerer AKW Laufzeiten und die Kritik an der Atomlobby findet Fürsprecher unter den Usern. Bei den Linken findet einzig die verlorene Klage gegen den Lissabonner Vertrag positives Involvement.
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Auswertung der Top-Themen nach Spitzenkandidat und Tonalität

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Gesamtzahl der Posts im Umfeld der Kandidatennennung

Die aktuellen Ergebnisse des Wahl-im-Web-Monitors können hier abgerufen werden: Wahl-im-Web-Monitor 07. Juli 2009

Wahl-im-Web-Monitor zur Bundestagswahl 2009 – 06.06.2009 bis 19.06.2009

Wie alle zwei Wochen das aktuelle Wahl-im-Web-Monitoring zur Bundestagswahl.

Die Top Themen der letzten zwei Wochen

- CDU erwägt Sperrung von Killerspiel-Seiten im Netz
- SPD fällt bei Europawahl auf historisches Tief
- SPD Themen schaffen es nicht auf die Medienagenda
- CDU/CSU erzielen gutes Ergebnis bei Europawahlen
- Grüne bei Europawahlen in Freiburg stärkste Kraft

Die Top-Twitterer der letzten zwei Wochen

-Die_Gruenen
-hubertus_heil
-tsghessen
-volker_beck
-FDP_Fraktion

Aktivitätsindex

Die erste Erhebung nach den Wahlen zum europäischen Parlament zeigt, dass die Parteien ihre Aktivitäten nach der Wahl vor allem im sozialen Netzwerk Facebook drastisch zurückgefahren haben. Die Anzahl der Kurzmeldungen, mit denen potentielle Wähler erreicht werden sollen, sank bei allen Parteien im mittleren zweistelligen Bereich. Insgesamt konnten CDU und Die Linke von der Schwäche der anderen Parteien profitieren. Die CDU baute den Anteil an der Webaktivität um 2,8 Prozentpunkte auf fast 30 Prozent aus. Den Linken gelang ein Wachstum um nahezu 10 Prozent. Drastisch hingegen die Entwicklung bei der SPD: Der Social Media Score der Sozialdemokraten stagnierte, an der Webaktivität gaben sie fast ein Zehntel ab. Deutlich zurück fuhren auch die Grünen ihr Engagement bei Facebook, konnten dies aber durch starke Zuwachsraten beim Microblogging-Dienst Twitter ausgleichen. Mit 9.417 Followern wird das Gezwitscher der Grünen am meisten gehört.
Webaktivitäten der Parteien

Webaktivitäten der ParteienAnteil je Partei an der Webaktivität

Anteil je Partei an der Webaktivität

Anteil je Partei an der Webaktivität

Themenindex Parteien
Der Themenindex im Parteienumfeld zeigt diesmal die SPD mit deutlichem Vorsprung von über 3.000 Posts an der Spitze der Internetdiskussionen. Ebenso auf der Seite der Kommentare konnten sich die Sozialdemokraten mit 4.639 Usern durchsetzen – jedoch mit einer durchweg negativen Tonalität. Sowohl das schlechte Abschneiden bei den EU-Parlamentswahlen, die vorgeschlagenen Strafzahlungen für Nichtwähler und die generelle Unfähigkeit, Themen auf der Medienagenda zu platzieren, wurde von der Community hart quittiert. Nicht sehr viel besser konnten in dieser Erhebungsphase CDU/CSU abschneiden. Das laute Nachdenken über die Nutzung der Sperrmechanismen für andere Websiten stößt auf breite Ablehnung. Lediglich das gute Ergebnis bei den Wahlen kann die User motivieren, für die Partei zu sprechen. Deutlich besser lief es in der aktuellen Analyse für Bündnis’90/Die Grünen: Alle Themen, die im Parteiumfeld diskutiert wurden, wiesen eine positive Tonalität auf. Sowohl das gute Abschneiden bei den Parlamentswahlen als auch die Ablehnung der Internetzensur stößt bei den Usern auf offene Ohren. Nach dem brillanten Ergebnis der letzten Erhebung muss die FDP negative Kommentare einstecken, lediglich die Kritik an der Bundeskanzlerin freut die Community.
Auswertung der Top-Themen nach Partei

Auswertung der Top-Themen nach Partei

Gesamtzahl der Posts im Umfeld der Parteiennennung

Gesamtzahl der Posts im Umfeld der Parteiennennung

Themenindex Kandidaten
Die vergangenen beiden Wochen zeigten sich quantitativ vor allem für Kanzlerkandidat Frank Walter Steinmeier als Erfolg: Ihm gelang es, die Blogeinträge in seinem Personenumfeld mehr als zu verdreifachen. Dennoch macht ihm die derzeit schlechte Stellung der SPD zu schaffen, ebenso wie die Kritik an den Steuerplänen der Union, denn die Usern teilen seine Meinung nicht.
Auch die Bundeskanzlerin konnte die Zahl ihrer Posts erhöhen – und das mit überwiegend positivem Response der User. Sowohl der harte Kurs bei der Arcandor-Rettung als auch die Spitzenwerte in der aktuellen Stern-Umfrage kommen gut in der Community an. Lediglich ihre Zurückhaltung bei der Abstimmung um die durchgesetzten Netzsperren erzeugt in den Social Media Widerstand. Zwei schlechte Wochen hat Guido Westerwelle zu verzeichnen. Nach durchweg positivem Involvement in der letzten Untersuchung gelingt es dem Liberalen weder mit selbstbewusstem Auftreten, noch der Stimmenthaltung bei der Netzsperren-Debatte die User für sich zu gewinnen. Zusätzlich hat er mit der Kritik an der Politik seiner Partei zu kämpfen.
Bei Künast/Trittin sowie Oskar Lafontaine konnten diesmal nicht ausreichend Kommentatoren ermittelt werden, um aussagekräftige Ergebnisse zu veröffentlichen.
Auswertung der Top-Themen nach Spitzenkandidat und Tonalität

Auswertung der Top-Themen nach Spitzenkandidat und Tonalität

Gesamtzahl der Posts im Umfeld der Kandidatennennung

Gesamtzahl der Posts im Umfeld der Kandidatennennung

Die aktuellen Ergebnisse des Wahl-im-Web-Monitors können hier abgerufen werden: 090622_wiw-monitor_final

Wahl-im-Web-Monitor zur Bundestagswahl 2009 – 23.05.2009 bis 05.06.2009

Wie alle zwei Wochen das aktuelle Wahl-im-Web-Monitoring zur Bundestagswahl.

Die Top Themen der letzten zwei Wochen

-Koch-Mehrin selten bei Sitzungen im Europaparlament anwesend
-CDU stößt mit Internetsperren zunehmend auf Kritik
-SPD spricht sich für Arcandor Rettung aus
-Arcandor Rettung für CDU keine Option
-Steinmeier kritisiert zu Guttenbergs Haltung zu Opel Rettung

Die Top-Twitterer der letzten zwei Wochen

-Die_Gruenen
-hubertus_heil
-tsghessen
-volker_beck
-FDP_Fraktion

Aktivitätsindex

Die erste Erhebung im Juni zeigt, dass die Social Web Aktivitäten kurz vor der Europawahl noch einmal deutlich verstärkt wurden: im Erhebungszeitraum wuchs der Social Media Score bei allen untersuchten Parteien zweistellig. Besonders der Linken gelang es, den Wert von 4,0 auf 4,4 zu steigern – was einem Prozentwert von 20,3 entspricht. Ebenso konnte die Linke Anteile an der Webaktivität gewinnen, liegt jedoch mit 6,2 Prozent weiter hinter der FDP auf Platz fünf. Obwohl die SPD verstärkt über Facebook-Kurzmitteilungen kommunizierte – im Erhebungszeitraum 104,3 Prozent mehr als zuvor – gab sie im Bereich der Webaktivität leicht nach. Die Liberalen hielten ihre Twitter-Aktivitäten konstant, erreichten aber fast 20 Prozent mehr User als zuvor. Die Grünen legten in der Analyse auf allen Kanälen zu, konnten sich aber im Bereich der Webaktivität nicht so stark positionieren wie im letzten Erhebungszeitraum. Insgesamt belegt die Analyse, dass Social Media-Kanäle vor allem in den entscheidenden Wochen vor der Wahl von den Parteien besonders stark genutzt werden.

Webaktivitäten der Parteien

Webaktivitäten der Parteien

Anteil je Partei an der Webaktivität

Anteil je Partei an der Webaktivität

Themenindex Parteien
Auf der qualitativen Betrachtungsebene weist der Parteienindex ein gestiegenes Involvement der Community nach. Die Blogbeiträge im Parteienumfeld der FDP vervierfachten sich, SPD und CDU konnten nahezu drei mal so viele Einträge generieren wie zuvor. Lediglich den Grünen gelang es nicht, diesen Trend für sich zu nutzen – sie büßten im Vergleich zur vorherigen Erhebung 600 Posts ein. Beherrschendes und besonders kontrovers diskutiertes Thema im Social Web war die drohende Pleite des Handelskonzerns Arcandor. In der Community zeichnete sich schnell eine Sympathie mit den Christdemokraten ab, die für eine Rettung des Konzerns auf Staatskosten keine Option sahen und dafür ein überwiegend positives Feedback erhielten. Gegenteiliges ereilte die Sozialdemokraten – der überwiegende Teil der Kommentatoren teilte die Meinung zum Rettungsplan nicht. Besonders negatives Involvement generierte die FDP Spitzenkandidatin für das Europaparlament, Silvana Koch-Mehrin, die mit Vorwürfen des Meineides und der häufigen Abwesenheit im Parlament zu kämpfen hatte. Den Grünen gelang nur die Motivation einer vergleichsweise niedrigen Zahl von Kommentatoren, die zusätzlich überwiegend negative Positionen vertraten.


Auswertung der Top-Themen nach Partei und Tonalität

Auswertung der Top-Themen nach Partei

Gesamtzahl der Posts im Umfeld der Parteiennennung

Gesamtzahl der Posts im Umfeld der Parteiennennung


Themenindex Kandidaten
Eine detaillierte Auswertung der Blogosphäre bezüglich der Spitzenkandidaten zeigt kurz vor der Europawahl einen deutlichen Anstieg in der Berichterstattung. Insgesamt vereinte die Bundeskanzlerin etwas über 60 Prozent der gesamten Blogeinträge auf sich, wohingegen Herausforderer Steinmeier, lediglich ein Drittel des Wertes erreicht. Darüber hinaus gelang es Merkel mit einem Wahlkampfauftritt in Greifswald und dem Ausschluss einer staatlichen Rettung für Arcandor überwiegend positives Involvement zu generieren. Aber auch der SPD-Kanzlerkandidat konnte die potentiellen Wähler im Web 2.0 inhaltlich überzeugen. Den Usern gefiel vor allem seine Kritik an Wirtschaftsminister zu Guttenberg und die Beileidsbekundung gegenüber den Hinterbliebenen des Air France-Absturzes. Die Zahl der Blogs im Umfeld von FDP-Chef Guido Westerwelle halbierte sich im Erhebungszeitraum. Zwar erzielte er ein durchweg positives Userfeedback, aktivierte dabei insgesamt jedoch lediglich 54 Fürsprecher. Auch Oskar Lafontaine konnte nicht vom gestiegenen Web-Engagement seiner Partei profitieren. Nahezu alle Kommentare in seinem Themenumfeld wiesen eine negative Tonalität auf.


Auswertung der Top-Themen nach Spitzenkandidat und Tonalität

Auswertung der Top-Themen nach Spitzenkandidat und Tonalität

Gesamtzahl der Posts im Umfeld der Kandidatennennung

Gesamtzahl der Posts im Umfeld der Kandidatennennung

Die aktuellen Ergebnisse des Wahl-im-Web-Monitors können hier abgerufen werden: Wahl-im-Web-Monitor 05.06.2009

Wahl-im-Web-Monitor zur Bundestagswahl 2009 – 09.05.2009 bis 22.05.2009

Wie alle zwei Wochen das aktuelle Wahl-im-Web-Monitoring  zur Bundestagswahl.

Die Top Themen der letzten zwei Wochen

- SPD schwächt Forderung nach strengerem Waffenrecht ab
- FDP fordert schnelle Steuersenkung
- CDU spricht sich für Grundverschlüsselung privaten Rundfunks aus
- SPD präsentiert weitere Werbespots zur Europawahl
- Bundeskanzlerin Merkel stellt sich bei Townhall-Meeting Bürgerfragen

Die Top-Twitterer der letzten zwei Wochen

- Die_Gruenen
- hubertus_heil
- tsghessen
- volker_beck
- FDP_Fraktion

Aktivitätsindex

Die zweite Erhebung im Mai zeigt die Grünen als zunehmend starke Kraft im Bereich der Social Media. Auf allen Kanälen sorgte eine Ausweitung ihrer Kommunikation für zweistellige Wachstumszahlen, was den Anteil an Webaktivität um 7,5 auf 24,5 Prozent steigerte. Auch die FDP baute ihre Webaktivität aus, wobei sie ihren Fokus vor allem auf Twitter legte. Die Partei zwitscherte 30,9 Prozent mehr als im letzten Erhebungszeitraum, dies hörten 812 User. Auch das verstärkte Posten von Kurzmitteilungen auf Facebook zahlte sich aus: die Zahl der FDP-Supporter wuchs um 16,8 Prozent auf 3.328. Die beiden großen Volksparteien SPD und CDU konnten ihre hohen Anteile an Webaktivität aus der letzten Woche nicht halten. Obwohl die Union ihr Engagement bei Facebook weiter ausbaute, sank der Anteil ihrer Webaktivität auf 28,3 Prozent. Sie bleibt damit trotzdem stärkste Kraft im Web 2.0, dicht gefolgt von SPD und Grünen. Die Linke vernachlässigt Social Media nach wie vor, verliert erneut nahezu fünf Prozent und stabilisiert damit ihre unbedeutende Rolle im Web-Wahlkampf.

Webaktivitäten der Parteien

Webaktivitäten der Parteien

Anteil je Partei an der Webaktivität

Anteil je Partei an der Webaktivität

Themenindex Parteien
Die qualitative Betrachtung der in dieser Erhebungsphase diskutierten Themen zeigt lediglich bei der FDP einen überwiegend positiven Tenor der Kommentare. Sowohl die Forderung nach schnellen Steuersenkungen als auch Westerwelles Bekundung, „die Bürger von Rot-Schwarz befreien“ zu wollen, stieß in der Community auf Gegenliebe. SPD und CDU liegen in diesem Erhebungszeitraum bei der Anzahl der Posts im Parteienumfeld erneut nahezu gleich auf. Die SPD konnte jedoch über 1.000 Kommentatoren mehr motivieren – was aber keinen positiven Effekt nach sich zog: 352 User bewerteten das Zurückrudern in der Frage nach schärferen Waffengesetzen überwiegend negativ. Die Grünen verloren in der aktuellen Analyse knapp 700 Kommentatoren, konnten dafür aber mit dem Ausschluss von Ampel- und Jamaika-Koalition punkten. Laut einer aktuellen Umfrage des Sterns konnte das Bündnis die Linkspartei hinter sich lassen – was die überwiegende Zahl der Kommentatoren positiv bewertete. Der Linken gelang es diesmal, ein vergleichsweise hohes Involvement zu generieren: Insgesamt äußerten sich 2.543 Kommentaroren zu Themen im Parteiumfeld – mit konstant negativer Tonalität.
Auswertung der Top-Themen nach Partei und Tonalität

Auswertung der Top-Themen nach Partei und TonalitätGesamtzahl der Posts im Umfeld der Parteiennennung

Gesamtzahl der Posts im Umfeld der Parteiennennung

Gesamtzahl der Posts im Umfeld der Parteiennennung

Themenindex Kandidaten
Nach einem schwachen letzten Erhebungszeitraum gelingt es Kanzlerin Merkel diesmal wieder mehr potentielle Wähler zur Meinungsäußerung zu motivieren. Insgesamt kommentierten 1.396 User überwiegend positiv. Vor allem durch das erste deutsche Townhall-Meeting, in dem sich die Regierungschefin den Fragen der Bürger widmete, konnte sie viele Fürsprecher gewinnen.
Kanzlerkandidat Steinmeier erreichte innerhalb der letzten zwei Wochen nur 288 Posts bezüglich seiner Person, deren Kommentare eine eher durchmischte Tonalität aufwies: Lediglich die Präsentation neuer TV-Werbespots zur Europawahl konnte die Community überzeugen.
Quantitativ betrachtet stellt dieser Erhebungszeitraum für Guido Westerwelle eine positive Entwicklung dar: Über 300 Posts mehr beschäftigten sich mit seiner Person, qualitativ zeigt sich jedoch, dass die Kommentare zu großen Teilen eine negative Tonalität aufwiesen. Lediglich seine Wiederwahl als Parteivorsitzender motivierte ein paar User, für ihn zu sprechen. Künast und Trittin liegen zahlenmäßig zwar nach wie vor weit hinten, ernteten aber durchweg positives Feedback.
Auswertung der Top-Themen nach Spitzenkandidat und Tonalität

Auswertung der Top-Themen nach Spitzenkandidat und Tonalität

Gesamtzahl der Posts im Umfeld der Kandidatennennung

Gesamtzahl der Posts im Umfeld der Kandidatennennung

Die aktuellen Ergebnisse des Wahl-im-Web-Monitors können hier abgerufen werden: 090522_wiw-monitor_final

Wahl-im-Web-Monitor zur Bundestagswahl 2009 – 25.04.2009 bis 08.05.2009

Wie alle zwei Wochen das aktuelle Wahl-im-Web-Monitoring  zur Bundestagswahl. Wie angekündigt haben wir den Themenindex erweitert um die Themen der Parteien.

Die Top Themen der letzten zwei Wochen

- CDU forciert Verbot von Killerspielen
- SPD präsentiert neuen TV-Spot zur Europawahl
- Merkel warnt vor Schweinegrippe-Hysterie
- Grüne versprechen 1 Million neue Jobs
- Linke erntet Spott für Forderung nach „Schutzschirm für Menschen“

Die Top-Twitter-Profile der letzten zwei Wochen
- Die_Gruenen
- hubertus_heil
- tsghessen
- volker_beck
- FDP_Fraktion

Aktivitätsindex

Der Mai zeigt die Social Community Facebook als neue Anlaufstelle für Web 2.0 Aktivitäten von Parteien: Die Grünen verdoppelten die Anzahl ihrer Kurzmeldungen im Portal und erreichen damit einen Supporter-Zuwachs von 18,1 Prozent. Damit können sie ihren Social Media Score um 10,8 Prozent auf 14,1 ausbauen. Selbiges lässt sich in der Erhebungsphase auch bei der CDU beobachten: Die Partei verstärkt ihr Engagement in Social Communities und baut ihren deutlichen Vorsprung beim Social Media Score noch weiter aus. Darüber hinaus zwitscherte sie 41,4 Prozent mehr als im letzten Erhebungszeitraum. Die SPD fuhr ihre Facebook-Aktivitäten zurück und musste geringfügig an Webaktivität abgeben.
Die FDP konzentrierte sich im Erhebungszeitraum ebenso zunehmend auf Facebook und konnte die Anzahl ihrer Supporter um 14,6 Prozent auf 2.850 erhöhen. Grund hierfür ist die Verdopplung der Kurzmeldungen. Obwohl die Linke den Anteil an der Webaktivität um 4,2 Prozent steigerte, erscheint sie als Partei im Web 2.0 weiter bedeutungslos.

Webaktivitäten der Parteien

Webaktivitäten der Parteien

Anteil je Partei an der Webaktivität

Anteil je Partei an der Webaktivität

 
 
 
 

 

 

 

 

 

Themenindex – Parteien
Das gute Ergebnis aus der letzten Erhebung konnte die SPD in den letzten zwei Wochen nicht wiederholen. Zum einen verloren die Sozialdemokraten bei der Anzahl der Posts, die sich mit ihrer Partei auseinandersetzten, zum anderen wiesen die Kommentare zur Partei eine durchweg negative Tonalität auf. Weder der neue TV-Spot zur Europawahl noch die neuen Print-Plakate konnten die Kommentatoren überzeugen. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der CDU: Zwar konnte die Volkspartei Posts gewinnen – und mit der Killerspieldebatte das größte Involvement in der Community generieren – erntete aber negatives Feedback für die Sperrung von Internetseiten. Allein die Kritik an Steinbrücks Äußerungen über Steueroasen konnte die Kommentatoren überzeugen.
Die FDP machte weiter Boden gut und liegt bei der Anzahl der Kommentatoren nun mit den Grünen gleich auf. Vor allem die Ablehnung gesperrter Internetseiten generierte ein positives Feedback in der Blogosphäre.
Eine ebenso negative Tonalität dominierte die Kommentare zur Linken: Lafontaines Forderung nach einem Schutzschirm für Menschen erntete eine breite Ablehnung. Lediglich der Aufruf zu friedlichen Demonstrationen zum Tag der Arbeit fand in der Community ein positives Feedback.

 

Auswertung der Top-Themen nach Partei und Tonalität

Auswertung der Top-Themen nach Partei und Tonalität

 

 

 

 

Gesamtzahl der Posts im Umfeld der Parteiennennung

Gesamtzahl der Posts im Umfeld der Parteiennennung

 Themenindex Kandidaten
Während die beiden großen Volksparteien in den Blogs ein ähnliches Involvement generieren, zeichnet sich bei der Betrachtung der Spitzenkandidaten ein völlig anderes Bild ab: Kanzlerin Merkel legt bei den Posts deutlich zu und vereint mehr als doppelt so viele Blogeinträge auf ihre Person wie Herausforderer Steinmeier. Für die Kanzlerin war es eine überwiegend stille Woche – was in der Community durchaus auf Gegenliebe stieß. Die Beruhigung in Sachen Schweinegrippe begeisterte die User ebenso wie das Schweigen zum Thema „Soziale Unruhen“. Generell ging mit der ruhigen Woche aber auch eine eher geringe Zahl an Kommentaren einher. Ein ähnliches Bild auch bei Frank-Walter Steinmeier: Lediglich 36 User konnte er mit seinen Gehversuchen im Web 2.0 zu Kommentaren bewegen, die auch noch eine negative Tonalität aufwiesen.
Die meisten Fürsprecher in dieser Erhebungsphase konnte Oskar Lafontaine gewinnen, der mehr Netto für alle forderte. Insgesamt äußerten 164 Personen ihre überwiegend positive Meinung zu diesem Thema. Bei den Grünen dominierten Nachrichten rund um Spitzenkandidatin Renate Künast das Feld. Obwohl die Grünen im Web 2.0 durchaus sehr aktiv sind, gelingt ihnen die Motivation von Fürsprechern zu ihren Kandidaten nach wie vor nicht.

 

Auswertung der Themen nach Spitzenkandidat und Tonalität

Auswertung der Themen nach Spitzenkandidat und Tonalität

Gesamtzahl der Posts im Umfeld der Kandidatennennung

Gesamtzahl der Posts im Umfeld der Kandidatennennung

Die aktuellen Ergebnisse des Wahl-im-Web-Monitors können hier abgerufen werden: 090508_wiw-monitor

Anmerkung: Twitter löscht derzeit Tweets – eine große Menge davon wurde bei Volker Beck gelöscht. Das hat dazu geführt, dass wir unsere Auswertung manuell nachgearbeitet haben. Der Hinweis und die Erklärung dazu kam von Klas Roggenkamp/www.wahl.de – Danke Klas.