Trends und Analysen von der SXSW 2011

Die SXSW in den USA ist seit langem eine der wichtigsten Konferenzen, wenn es um Trends in Social Media und der digitalen Landschaft geht. In diesem Jahr wuchs die interaktive Konferenz und verfestigte ihre Rolle als Pflichtveranstaltung für Marken, die daran interessiert sind, im digitalen Raum mit Fürsprechern und Multiplikatoren zusammen zu arbeiten.
Das Weber Shandwick Digital Communications Team aus den USA hat in einem Trendreport die wichtigsten Schlüsselthemen, Erkenntnisse und Analysen der SXSW 2011 zusammen gestellt. Der Report (PDF) fasst zusammen, was derzeit auf dem kollektiven Radar erscheint: von der Content-Entwicklung und -Vermarktung, über Plattform-Development und Experience-Design, hin zu Entwicklungen im Community-Management für Marken.
Kostenloser Download (PDF): SXSW 2011 Recap
Aus dem Inhalt:
BRANDS BRING IT TO AUSTIN: SXSW 2011
“2011 was the year of the brand at SXSW. While no single technology emerged as the big hit of the conference, there was an overwhelming sense that the real triumph of the show was how certain brands engaged at SXSW.”
CELEBRITIES, MAINSTREAM NEWS REMAIN KEY INFLUENCERS
“If your strategy for digital doesn’t anticipate contact with traditional, you may want to re-think your approach.”
THE OTHER ROI
“Interesting isn’t a campaign, a strategy or an initiative. It’s about corporate DNA.”
JUICY CONTENT FOR FUN AND PROFIT
“Consumers are taking in as much juicy content as brands can put on their plates.”
FUTURE PERFECT: THE TIME FOR CROSS-PLATFORM DEVELOPMENT IS NOW
“How do you execute killer content in a “content everywhere” world?“
BACK TO BASICS
“…what if you’re just plugging shiny new tactics into fundamentally flawed strategy?”
SMALLER SOCIAL CIRCLES, LARGER REWARDS
“…the social space is trending in our direction.”
BEYOND THE TRENDS: THE DIFFERENCE BETWEEN KNOWING AND DOING
“Only empowered workers can serve empowered customers.“
ALL GROWN UP!
“…the fates of Silicon Valley and Madison Avenue are entwined as never before.”
Sehenswert ist auch das kurze Video (YouTube Direktlink) über die SXSW 2011 aus der Perspektive des Weber Shandwick Teams.
Fünf handliche Regeln zur Markensozialisierung
Das Social Web ist inzwischen überall angekommen – will man meinen.
Doch oft fühlen sich Unternehmen überwältigt, wenn es darum geht einen Anfang zu machen.
So viele Kanäle, so viele neue Möglichkeiten – und so wenig Ressourcen, um der Sache Herr zu werden.
Hier ist es ganz offensichtlich notwendig sich eher zu beschränken; auf die Dinge, die auch wirklich Sinn machen und dann Stück für Stück die eigene Präsenz und auch Kompetenz im Social Web aufzubauen.
Weber Shandwicks globaler CEO, Harris Diamnond, hat sich darüber in einem Gastbeitrag für “Marketing News” Gedanken gemacht und folgende fünf Thesen aufgestellt, worum sich im Web aufstrebende Marken zuerst kümmern sollten:

Weber Shandwick CEO Harris Diamond
1) Unternehmen müssen eine Gemeinschaft von Fürsprechern akquirieren
2) Unternehmen müssen den “Like”-Button auf Facebook als Anfang, nicht als Ziel betrachten
3) Unternehmen müssen ihre Reputation online überwachen und schützen
4) Unternehmensvorstände müssen die Bedeutung von Social Media für das Geschäft erkennen und sich aktiv einbringen
5) Unternehmen müssen einen für ihre Bezugsgruppen attraktiven Mehrwert offerieren
Wer nun neugierig geworden ist, kann sich den ganzen Beitrag auf unserer Website ansehen, oder ihn herunterladen.
Sammeln Sie noch Likes oder investieren Sie schon in Ihre Fans?

Dass Marken in der direkten Kommunikation mit Konsumenten ganz neue Wege gehen müssen und in Social Media ihre Kontakte anders als bisher einbeziehen können, ist keine Neuigkeit mehr. Die Vorteile der „Kommunikation auf Augenhöhe“ liegen auf der Hand: Durch den direkten Kontakt steigt die Relevanz der Botschaft, sowie Affinität und Loyalität zur Marke. Die Folge ist, dass immer mehr Marken in soziale Netzwerken um Aufmerksamkeit, die meisten „Likes“ und die meisten Fürsprecher ringen. Doch am Ende wird unausweichlich immer die Frage gestellt: Was ist ein Follower oder ein “Like” eigentlich wert?
Um diese Frage zu beantworten, hat Weber Shandwick ein Whitepaper herausgegeben. Die Antwort ist simpel: Was ein “Like” oder ein Follower wert ist hängt davon ab, wie Marken mit ihren stetig wachsenden Communities umgehen. Ob sie Kontakte lediglich sammeln, oder ob sie in sie investieren.
In 10 Schritten zeigt das Whitepaper Möglichkeiten für Marken auf, in ihre Fürsprecher zu investieren. Hier geht es zum Download: “Are You Investing in Facebook Fans or Just Collecting Them?”
sharing means caring
Shareifyoulike stellt den geneigten und registrierten Usern Content zur Verfügung, den sie gegen einen Geldbetrag über ihren Blog, ihr Facebookprofil oder Twitteraccount verbreiten können. Die Inhalte, die Shareifyoulike zur Verfügung stellt sind natürlich Inhalte von Unternehmen oder Projekte, die ihr Produkt oder Dienstleistung im Social Media Bereich bekannt machen und bewerben wollen. Das interessante Shareifyoulike ist jedoch hier, dass der User in jedem Fall individuell entscheiden kann, ob und wo er Content verbreitet und mit welchem Wortlaut dies geschieht.
Wie viel Geld man mit Shareifyoulike verdienen kann, darüber berichtet die Onlinelupe.
Wie wichtig sind Social Media für die PR-Karriere?
Im Januar dieses Jahres haben zahlreiche PR-Agenturen, darunter auch wir, Personal für die Social Media-Beratung gesucht. Das haben Timmo Lommatzsch und Tapio Liller in ihrem Podcast “Social Media PReview” zum Anlass genommen, die Recruiterin Bettina Wengenroth von der GK Personalberatung sowie meinen Kollegen und Berliner Managing Director Robert Kirsch zu interviewen.
Das rund 40 minütige Gespräch dreht sich um die Frage, wie Social Media mit entsprechendem Personal in Unternehmen und Agenturen integriert werden kann, ohne dass dabei klassisches PR-Wissen und Anwendung zu kurz kommen. Was sind die Kriterien bei potentiellen Einsteigern, die optimalerweise das PR-Handwerk beherrschen und sich gleichzeitig gekonnt auf dem “Parkett des Social Web” bewegen können? Und wie kann aus einer Bewerbung diese scheinbar noch eher rar gesäte Kompetenz herausgelesen werden? Weitere interessante Fragen und Antworten im Podcast auf der Seite der Social Media PReview:
“PR-Qualifikation 2.0 – Wie wichtig sind Social Media für die PR-Karriere“
Was, wenn es keine digitalen Krisen und Flops mehr gibt?
2010 wird das Jahr für Social Media. Dies verkündeten zumindest die meisten Vorhersagen des vergangenen Jahres. Digitale Aspekte unterwandern immer subtiler und effizienter unseren Medienkonsum, dem muss die PR und Kommunikation Rechnung tragen. Interaktion, Transparenz und Teilnahme an Online-Konversationen sind die Gebote der Stunde. So viel zu den Schlagworten.
Doch was passiert im Idealfall, in der jede PR und Social Media-Aktion 2010 ein Volltreffer wird? In der Unternehmen erst das Gespräch suchen, dann abmahnen? Jede Kampagne handwerklich sauber ausgeführt ist und vor Authenzität strotzt? Abgesehen davon, dass der Hashtag #fail in Vergessenheit geraten dürfte, wäre es wohl dann die große Herausforderung, der zunehmend anspruchsvollen Zielgruppe einen echten Mehrwert zu bieten und somit aus der Menge herauszuragen.
Kreativität und ansprechendes Storytelling wären nötig. Geschieht dies aber nur im digitalen/analogen Raum und gelingt es nicht, konsistente Stories on- und offline zu erzählen, bleiben alte Silos bestehen. Im Sinne von Einflussfaktoren auf Kaufentscheidungen haben uns die Ergebnisse der Studie vom Juli 2009 darin bestärkt, dass Inline-Denken und -Umsetzung zentrale Bestandteile von PR-Kampagnen sein sollten. Inline betreibt Kommunikation konsistent über jene Medien, die den nachhaltigsten Einfluss auf die Zielgruppe ausüben.
Und wenn wir gerade über Zielgruppen sprechen: Die scheinen beim Nachrichtenkonsum ebenso “inline” zu präferieren. Das jedenfalls sagt eine Analyse der größten deutsche Nachrichtenportale im Netz von contentmanufaktur. Auf Grundlage von AGOF, IVW, Google Ad Planner und Searchmetrics trifft sie folgende Aussage:
In der Spitzengruppe ist das Ergebnis klar: Die Nutzer und Werber sehen Bild.de und Spiegel Online als DIE deutschen Nachrichtenseiten – Google dagegen Focus Online und Welt Online. Und am unteren Ende der von uns betrachteten Webnews-Seiten sind ebenso immer die gleichen: Seiten, die ohne Print-Unterstützung arbeiten. Wir hatten auch nachrichten.de und nachrichten.com in der Betrachtung – aber die waren bei den meisten Tools gar nicht zu finden.
Die Kombination klassischen Medien und Online scheint – für Nachrichtenseiten – also top zu sein. Da sind sich IVW, AGOF und Google überraschend einig.
Überspitzt formuliert: Was den Erfolg über die ersten Plätze bei Nachrichtenseiten ausmacht, gilt genauso für PR und Kommunikation. Und zwar nicht nur für den (eher) unwahrscheinlichen Fall, dass digitale PR-Flops und Krisen 2010 ausbleiben.
Wenn wir an Social Media denken…
In den letzten Wochen gab es an diversen Stellen Diskussionen über die Natur, Charakter und Definition von Social Media im PR-Umfeld. Während einige zusätzliche Begriffsdefinitionen erörterten und eher von Digital Relations sprechen möchten, wurde an anderer Stelle dazu aufgerufen, die besten deutschen “Social Media Kampagnen” des Jahres 2009 zu nominieren. Hoch her ging es schließlich auch noch hier, man rieb sich an der derzeitig starken Twitter-Fokussierung der Branche am konkreten Beispiel eines Twitter-Workshops. Was zeigen diese Diskussionen, die ich grundsätzlich für wichtig und richtig halte? Es besteht immer noch eine Menge Gesprächsbedarf über Social Media und PR.
Auf der einen Seite steht die immer stärker fragmentierte Medienlandschaft. Peter Glaser beschrieb dies schön mit den Worten “wir erleben gerade, wie sich Massenmedien in Medienmassen verwandeln“. Und auf PR-Seite? Hier wurde Social Media, Digital, das Web 2.0 als neues Aufgabenfeld erkannt und bearbeitet. Häufig erscheint es aber noch so, als ob Social Media als der neue Heilsbringer angesehen wird. Natürlich bietet Social Media für die PR große Potentiale – die Gefahr des Silo-Denkens, isolierter Aktionen und der stiefmütterlichen Behandlung “klassischer PR-Arbeit” können das aber gleich wieder im Keim ersticken.
Im Juli 2009 hat Weber Shandwick aus diesen Überlegungen eine europaweite repräsentative Studie durchgeführt. Den 4.692 Teilnehmer aus Belgien, Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und Großbritannien stellten wir die Frage, welche Faktoren bei der Kaufentscheidung eine Rolle spielen. Konkret: “Wenn Sie vor der Kaufentscheidung eines Produktes oder Dienstleistung stehen, wie einflussreich sind für Sie die folgenden Informationsquellen bei der Entscheidungsfindung?”
Die Ergebnisse der Studie zeigen nicht nur die wichtige Rolle, die Social Media spielt, sie bestätigten uns auch in unserem Inline-Konzept. Kurz zusammengefasst bedeutet Inline, dass Kommunikationsmaßnahmen und die Story, die erzählt werden soll, nicht in einzelnen Kanälen isoliert sein sollen. Anstatt separate online und offline-Kampagnen und Teams einzusetzen, sollten Marken und Kommunikatoren Maßnahmen entwickeln, die “inline” ihre Zielgruppe erreichen.
Inline Communications Europe Report
Warum die starke Betonung des Inline-Frameworks, des Imperativs konsistenter PR-Stories über eine Vielzahl unterschiedlicher Kanäle? Hier basiert die Argumentation auf zwei Punkten:
- Mit 26 Prozent ist Online-Fürsprache (Produktrezensionen und Empfehlungen online von unbekannten Personen) europaweit der wichtigste Faktor bei der Kaufentscheidung, gefolgt vom Rat von Freunden und Familie (20 Prozent) sowie von Verkaufspersonal (13 Prozent). Printmedien mit 12 Prozent, die Unternehmenswebseite (11 Prozent) und Fernsehen & Radio mit 9 Prozent spielen schon eine untergeordnete Rolle. Werbung mit europaweit 9 Prozent und 7 Prozent in Deutschland hat den geringsten Einfluss.
- Was auf den ersten Blick aussieht wie der Ritterschlag für Social Media als Wunderwaffe der PR, entpuppt sich als Schnellschuß. Knapp die Hälfte aller Befragten (43 Prozent) gaben nämlich ebenso an, dass sie den Online-Quellen erst dann Vertrauen schenkten, nachdem sie die Fakten durch ihren “klassischen Medienkonsum” (Print, TV & Radio) verifiziert hatten.
Es geht also im Kern effektiver Kommunikationsmaßnahmen darum, was die PR schon länger in vielen Bereichen ausmacht: konsistente Stories über die Kanäle zu erzählen, in denen sich die Zielgruppe informiert und Fürsprecher einzubinden. Und konsistent sind Maßnahmen dann, wenn dieses Inline-Wissen bei Strategie, der Umsetzung und im ausführenden Team verankert ist.
Weiterführende Gedanken zu diesem Thema vom britischen Kollegen James Warren finden sich in unserem Newsletter “33 & a 3rd rpm” (pdf), der des Weiteren einen (Aus)Blick auf Südafrika und Cleantech wirft.
Marken und Blogger
Viel wird im grade über das Verhältnis von Marken und Bloggern, Twitterati, Facebookern etc. geredet. Hier ein schönes und sehr gutes Zitat von Julia Knolle:
Marken sollten ihr Budget viel öfter in Jemanden investieren, der eine großartige Arbeit an der Zielgruppe machen kann. Eben über Internet und Social Media. Einer grossen schwedischen Bekleidungskette habe ich vorgeschlagen Fashion-Blogger stärker zu integrieren, um ihre STORES ZU PUSHEN. Warum nicht fünf Bloggerinnen eine Einladung zum Bloggerevent schicken und sie das spreaden lassen. Wenn man Bloggern das Gefühl gibt, für ihre Arbeit geschätzt und gezielt ausgewählt zu werden, dann LÄUFT DIE SACHE. Aber viele Marken glauben, dass Aufwand und Nutzen in keiner Relation stehen. Dabei ist der Aufwand gering und der Nutzen riesig, wenn man weiss wie es geht…
Die Großen Marken im Social Web
Interessante Zusammenstellung von Cases großer Marken und deren Aktivitäten im Social Web.
Den Report gibt es hier,von ENGAGEMENTdb.
via XEIT
Streetstyle-Blogger nach München geholt
Wie man A-Blogger aktiviert, zeigt ABSOLUT eindrucksvoll. Unter dem Motto “Gipfeltreffen der Stilelite” kuratierte der schwedische Wodkahersteller in München eine Ausstellung internationaler Style- und Fashionblogs. Vom 19.06.-24.06 2009 wurden die persönlichen Visionen einer “perfekten Welt” der eingeladenen Blogger gezeigt. Die Ausstellung ist Teil der globalen Kampagne “IN AN ABSOLUT WORLD” und zeigt Street Fashion Fotografien, Party Snapshots und Design- und Kunstexponate der jeweiligen Blogger.
Damit packte ABSOLUT die Damen und Herren bei der Ehre. Denn wer als A-Blogger verifiziert und eingeladen wird, fühlt sich als Teil der deutschen Stilelite schon mal per se geschmeichelt. Wer zudem aufgefordert wird, sich aktiv an der Ausstellung zu beteiligen, schreibt auch selbst darüber. Mit dabei waren bekannte Blogger wie Facehunter, Glamcanyon, F&Art, Bryanboy, Show me your wardrobe, Stil in Berlin, Les Mads, The Cobrasnake, Hel Looks und Playlust). Auch wenn nicht jeder vor Ort sein konnte: Fashion-Freunde und die Blog-Anhängerschaft freuten sich über so viel geballte Mode-Kompetenz.




