Social Media Week Berlin 2010: Weber Shandwick hält Workshop zum Thema Krisenmanagement im Netz

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Eine Krise droht: Rette sich wer kann!
Von „krisengebeutelten“ Unternehmen haben wir in jüngster Zeit sehr viel gehört. Wie verhält sich aber ein Unternehmen im Fall einer drohenden Gefahr aus der digitalen Welt? Situation aussitzen? Runterspielen? Oder gar zum Angriff blasen? Diese und weitere Fragen diskutierten am Mittwoch, den 3. Februar, die Teilnehmer der Social Media Week Berlin in dem von uns initiierten Krisenworkshop. Anhand des fiktiven Unternehmens „Bubbleboil GmbH“ führten Robert und Jörg  in der Brutstätte der Digital Bohème, dem St. Oberholz, schrittweise durch das Krisenszenario.

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In vier Gruppen erarbeiteten die Teilnehmer des voll ausgebuchten Workshops mögliche Lösungswege zu den unterschiedlichen, aufeinander aufbauenden Krisensituationen und stellten diese anschließend zur Diskussion. Die Gruppen waren bunt gemischt: Unter ihnen befanden sich Vertreter aus Kommunikationsabteilungen von Unternehmen, Mitarbeiter aus Agenturen und Interessierte, die sich aktiv im Social Web bewegen.

Das Worst Case Szenario: „Bubbleboil Burning Water“

Der Wasserkocher-Hersteller „Bubbleboil GmbH“ ist ein klassisch aufgestelltes Unternehmen mit einer ausgelagerten Marketingabteilung. Die PR-Aktivitäten beschränken sich bislang auf klassische Printmaßnahmen und die Beziehungspflege zu den Geschäftspartnern. Die einfach gestaltete Website des Unternehmens spricht eher den B2B-Bereich an. Da sich das Unternehmen gar nicht im Social Web bewegt, bekommt es auch nicht mit, wie der Vorfall von einer Explosion eines Wasserkochers im Netz heftig diskutiert wird. Beginnend mit einem Flickr-Foto, einem Tweet und einem Blog-Beitrag, schlägt die Geschichte Wellen. Mehr und mehr Leute steigen in den Online-Diskurs ein und weitere Betroffene melden sich in hunderten Kommentaren zu Wort. Daraufhin wird eine Anti-Bubbleboil Facebook-Gruppe gegründet und sogar ein namhafter Online-Journalist greift das Thema auf und veröffentlicht eine Testreihe über das Produkt, bis die Geschichte letztendlich in der Bild-Zeitung landet. Was bleibt zu guter Letzt? Rückruf, Gericht, Konkurs!

Grafik_2Flip Chart Grafik "Bubbleboil"

 

Soweit muss es natürlich nicht kommen. „Auch wenn das krisenerschütterte Unternehmen bislang nicht im Social Web aktiv ist, sollte es dennoch in den Diskurs einsteigen und auch einzelne Kundenbeschwerden ernst nehmen“, erzählt Jörg. „Auf Konfrontation gehen und der Diskussion ausweichen, so wie unser fiktives Unternehmen dies getan hat, macht die Krise nur schlimmer.“ Das sahen unsere Gäste auch so. So wurde Malte Brusermann, freier Mitarbeiter einer Kreativagentur, beispielsweise noch einmal deutlich, welch große Wellen eine kleine Geschichte im Netz schlagen kann. Daher sollte die Devise lauten: das Social Web von Anfang an ernst nehmen und in einen aktiven Dialog mit seinen Kunden und Fürsprechern einsteigen. So können drohende Krisen von vornherein besser aufgespürt und abgewendet werden.

 Den kompletten Case gibt es hier auf Scribd zum nachlesen:

 

Ergänzend noch ein zusammenfassender Videobeitrag über die Social Media Week Berlin (unser Workshop kommt in der zweiten Hälfte vor):

link dose 11.01.2010

MorgenkaffeeFür lau beim Krisenfall arbeiten? Das Beispiel Eurostar und we are social
Ein am 19. Dezember 2009 steckengebliebener Zug markierte für Eurostar  den Beginn einer anhaltenden Imagekrise. Kurz nach dem Bekanntwerden entschloss sich die Agentur we are social, die mit einer separaten WOM-Kampagne für Eurostar betraut war, ihren Kunden bei der Krisen-PR zu unterstützen – ohne Entgelt. Eine Replik auf die vernichtende Kritik des Krisenmanagements (nicht nur von Eurostar) findet sich im Agenturblog.

Der letzte Ritterschlag für Fashionblogger: Sitzplatz in der 1. Reihe
Das Aufmacherbild des New York Times-Artikels ist bezeichnend: Anna Wintour, Grande Dame der Modeszene, eingerahmt von zwei Bloggern bei einer Mailänder Modenschau. Was sich online inzwischen etabliert hat, findet nun auch in der Branche immer mehr Beachtung: Fashionblogs als neue Player in der Modeindustrie.

Wenn die PR die eigene Branche pitcht, Live-Streams fehlen und Apple Torpedos in Gang setzt: Der Nexus One-Launch
Ein interessanter Rückblick aus der PR-Perspektive auf den Launch des Google Smartphones in den USA bei PR-Newser. Was blieb hängen? Dass Google entgegen bisheriger Gepflogenheiten keinen Livestream anbot, den Kreis der “Influencer” weit auslegte und Apple wie gewohnt dazwischen schoss.

Automatisierte Einstellungs-Analysen der nächste Schritt beim Social Media Monitoring
Der Monitoring-Anbieter Radian6 (Disclosure: WS verwendet Radian6) hat kürzlich automatisierte Analysen von Einstellungen für Social Media-Content entwickelt. Im Idealfall bedeutet das eine Einteilung in positiv, neutral und negativ. Ob das auch wirklich so funktioniert, untersucht Brian Friedlander von ignite social media in einem ausführlichen Artikel.

Foto unter CC by deed 2.0 von lepiaf.geo

link dose 16.12.2009

KaffeebohnenVorsicht, Stolperfalle!
Wie inzwischen in Mode gekommene Bewegtbild-Kampagnen mit Visualisierungen komplett floppen können, zeigt das Beispiel der australischen Großbank Westpac. Der Versuch, die Erhöhung der Hypothekenzinsen mit Marktmechanismen und dem Beispiel der Bananen-Engpässe im Jahr 2006 zu vergleichen und zu erklären, sorgte für eine Welle negativer PR.

Location Based Marketing
Interessante Micro-Kampagne eines Design-Studios aus Minneapolis, bei der 25 Design-Stühle an öffentlichen Plätzen in Manhattan und Brooklyn unauffällig platziert und ihrem Schicksal überlassen wurden. Ausgestattet mit einem GPS-Tracker wurden die Personen, die die Stühle en passant mitnahmen, anschließend interviewt. Gewagte, aber gelungene Kampagne! Einen Trailer zum Projekt gibt es hier.

Sport, Akkreditierungen und Journalismus im Real-Time-Web
Schon seit einiger Zeit ringen Verbände, Sportorganisationen und Journalisten mit den Auswirkungen des Social Web. In der Funkkorrespondenz beschreibt René Martens treffend die derzeitige Lage, in der Sportverbände Videoplattformen gerichtlich angehen und Fotografen aufgefordert werden, ihre Bilder der Olympischen Spiele von Flickr zu entfernen. Gerade die Aussicht, 2012 in London einer Armada von mobilen Smartphones gegenüberzustehen, zeigt die Notwendigkeit neuer Ansätze.

Ein Appell für mehr Simplizität in Blogdesign
Inzwischen gehört es für fast jedes Blog – sei es corporate oder privat – zum guten Ton, Retweet-Buttons, Sharing-Möglichkeiten und RSS-Abonnements bei jedem Posting einzubinden. Damit soll eine stärkere Interaktion hervorgerufen werden, so der Tenor. Interessant hier der Einwand von Seth Simonds: Indem die “Social-Sharing-Kakophonie” weggelassen wird, kann man sich auf das konzentrieren, was Blogs ursprünglich ausgemacht hat – Kommentare und Konversationen.

Foto unter CC by deed 2.0 von selma90

link dose 09.10.2009

Reflektion am MorgenOnline-Wahlkampf der SPD – Interna aus der Nordkurve
Eine schöne Nachbetrachtung des SPD Onlinewahlkampfes findet sich beim “Der Freitag”. In dem langen Artikel berichtet ein lieber unbekannt bleibender Insider aus den Müh(l)en der Parteizentrale.

Wahlkampf in Großbritannien: Interview mit Labours “Twitter Zarin”
Der PR Media Blog hat kurz vor Parteitag mit Kerry McCarthy gesprochen, die Labour “New Media Campaigns” verantwortet.

Sechs “CEO-Entschuldigungen”  bei YouTube
Wie sehen die Reaktionen von Unternehmen nach Skandalen und Krisen aus? Hier eine Sammlung von CEO-Videobotschaften bei YouTube.

BBC plant Relaunch seiner Webseiten mit Fokus auf Social Media
Die britische BBC plant für März 2010 einen kompletten Relaunch seiner Webseiten mit stärkerer Einbindung von Social Media-Elementen. Ich bin gespannt zu sehen, wie die BBC, die neben dem Guardian schon immer innovationsfreudig war, dies umsetzt. Und könnte es eine Sogwirkung für deutsche Sender haben?

Twitter-Datenanalyse
Bei TechCrunch zerpflückt Robert J. Moore 85.000 User und rund 3 Millionen Tweets und kommt zu interessanten Aussagen rund um Hype, Realität und Potential von Twitter.

Das Ende der Kommunikationshoheit auf Unternehmenswebseiten
Todd Defren sieht in dem neu entwickeltne Google Sidewiki die Gefahr des Brandjacking durch die völlig unkontrollierte Möglichkeit des Kommentierens auf Unternehmenswebseiten. Die Implementation des Sidewiki in die Google Toolbar könnte dem neuen Tool schon schnell eine komfortable Verbreitung bescheren – wie können Unternehmen darauf reagieren?

Foto unter CC by nd 2.0 von Spo0nman

link dose 17.09.2009

Macchiato

Wenn Twitter ein Dorf mit 100 Einwohnern wäre…
…wären 20 bereits tot (stillgelegte Accounts), 50 komplett faul (in der letzten Woche keinen Tweet und nur 5 wären für 75% aller Tweets verantwortlich. Weitere Insights visualisiert gibt es bei informationisbeautiful.net.

Blogs endlich gerecht werden – PR-Pitches
Sally Whittles Blogbeiträge sind wie immer zu empfehlen, dieses Mal ausführlich zum 1×1 der effektiven Blog-Recherche und Pitch.

PR-Pitches bei Blogs – Teil II
…wie ein weniger gelungener Pitch verlaufen kann, dokumentiert Jonathan Fields in seinem Blog.

Video-Interview mit Robert Gibbs
Leider nicht per “embed” verfügbar, aber trotzdem sehenswert: Robert Gibbs, Sprecher des Weißen Hauses im Gespräch mit John Harwood von der New York Times.

Case Study zum Umgang der US Army mit Twitter
Eine sehr detaillierte Case Study liefert Corey Christiansen zum Einsatz von Twitter bei der US Army. Für Social Media Policies in großen Organisationen sicherlich hilfreich.

Wie AT&T “Seth the blogger guy” zur Krisenkommunikation einsetzt
Wer ist der bessere Social Media-Kommunikator: ein Angestellter des Unternehmens oder die PR-Agentur? AT&T geht den zweiten Weg und wird hierfür heftigst kritisiert.

Foto unter CC by deed 2.0 von F. Montino

Marken und Blogger

Viel wird im grade über das Verhältnis von Marken und Bloggern, Twitterati, Facebookern etc. geredet. Hier ein schönes und sehr gutes Zitat von Julia Knolle:

Marken sollten ihr Budget viel öfter in Jemanden investieren, der eine großartige Arbeit an der Zielgruppe machen kann. Eben über Internet und Social Media. Einer grossen schwedischen Bekleidungskette habe ich vorgeschlagen Fashion-Blogger stärker zu integrieren, um ihre STORES ZU PUSHEN. Warum nicht fünf Bloggerinnen eine Einladung zum Bloggerevent schicken und sie das spreaden lassen. Wenn man Bloggern das Gefühl gibt, für ihre Arbeit geschätzt und gezielt ausgewählt zu werden, dann LÄUFT DIE SACHE. Aber viele Marken glauben, dass Aufwand und Nutzen in keiner Relation stehen. Dabei ist der Aufwand gering und der Nutzen riesig, wenn man weiss wie es geht…

link dose 03.09.2009

TeaInterview mit Matthew Bishop, The Economist
Matthew Bishop zum Umgang des Economist mit PR und dem “no byline” Feature des Magazins.

PR für Oligarchen
Im Guardian beschreibt Elliot Wilson die Arbeit von Juliana Slaschova, ihres Zeichens PR-Beraterin für Russlands Elite.

Teens – die “it” Zielgruppe online?
“Teens don’t tweet” – Das war der Beginn der großen Diskussion rund um Teens und deren Mediennutzung. In einem nicht repräsentativen Panel wurde dieser Frage nun weiter nachgegangen.

Apple PR – nicht viele können sich das leisten
Ein Datum, Ortsangabe und Foto mit dem Slogan “It’s only rock and roll but we love it” – das sind die Inhalte einer Einladung für ein Presse-Event. Denkbare PR-Arbeit bei anderen Marken?

Die gefühlte Lesbarkeit
Ein langer und absolut lesenswerter Artikel beim Design Tagebuch zum Thema Fonts. Mir war vorher jedenfalls nicht bewusst, welche Schrift bei den Themen Sport, Kultur oder Politik präferiert wird.

Foto unter CC Attribution Generic 2.0 von prakhar

link dose 12.08.2009

RistrettoGrafische Grabenkämpfe
Die Reform des amerikanischen Gesundheitssystems – ein gutes Beispiel, wie mit Visualisierungen und Grafiken Stimmung gemacht werden kann.

Zwitschern im Sport
Oliver Fritsch beschreibt ausführlich bei ZEIT online den Trend im Sport, Twitter als direkten Draht zum Fan einzusetzen. Die Verhaltenscodize amerikanischer NFL-Clubs sehen das allerdings nicht mehr vor.

Social Media Monitoring und Sentiment Tagging
Einer der wichtigsten Bedingungen für ein aussagekräftiges Social Media Monitoring: ein funktionierendes Sentiment-Tagging. Unser Anbieter Radian6 hat dazu im Blog gute Hilfestellung gegeben.

YouTube Reporters’ Center
Anleitungen und praktische Tipps für die journalistische Arbeit unter anderem von Katie Couric, Bob Woodward und Ariana Huffington.

Sind 30 Minuten für Pitch-Unterlagen zuviel verlangt?
Diese provokante Frage stellte die amerikanische Agentur Ignited, die sich am Pitch für Zappos beteiligt und die Pitch-Unterlagen auf einen Blog stellt. Haken und No-Go dabei: Ignited misst per Google Analytics unbemerkt die Verweildauer von Zappos und macht sie öffentlich.

Neue Offensive von Facebook
Nachdem Facebook den Lifestreaming-Dienst Friendfeed (und vor allem das Entwicklerteam) aufgekauft hat, wurde nun die Suche überarbeitet. Ähnlich wie bei Twitter ist die Suche nun auf die Status-Updates des gesamten Netzwerks ausgeweitet – vorausgesetzt die Profileinstellungen des einzelnen Users erlauben dies.

Foto unter CC SA 2.0 von Linking Paths

Wave 4

Universal McCann hat den 4ten Social Media Trendreport veröffentlicht.Für Deutschland wird der Trend folgendermaßen beschrieben:

michael

Germany has been steady in its adoption of social media and
there are few drastic changes to report. By global standards
Germany has been a cautious adopter of all the major
platforms; an increase of five per cent here, two per cent
there is the norm.
One area where it does standout is the dramatic increase in
the number of people visiting friends’ profile pages. Fifty-three
per cent of active internet users popped over digitally,
a rise of nearly 25%.
There has also been a decline in the number of active Internet
Users who are watching videos. This has fallen from 77.1%
to 74.1%, although to put this in context, back in Wave 1 the
figure was just 20.1%.

Mir gefällt der Report, da er sehr umnfassend ist und mit wirklich tollen Grafiken und Icons versehen ist:

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Kostenlos Gratis Umsonst – FREE – the unabridged AudioBook

Schon mit “The Longtail” hat Chris Anderson, Chefredakteur von WIRED ein vielzitiertes Buch über die Digital Economy gweschrieben. Sein neuestes Buch FREE beschäftigt sich mit dem thema Pricing im Internet. Dabei begegnet er der Kostenloskultur mit einem spannenden Rückblick und einigen sehr spannenden Schlußfolgerungen. Kosequenterweise setzt er bei der Vermarktung des Buches ebenfalls darauf, den Preis auf Null zu setzen. Jedenfalls für die ungekürzte Ausgabe des Hörbuchs, welches es hier als Download gibt.  (via netzpolitik)

Ich bin überzeugt, dass FREE ganz weit oben stehen wird auf der Liste der Bücher, die zu Weihnachten an Geschäftspartner oder Freunde verschenkt werden. In gebundener Form. Von Advocates wie mir und euch, die sich mit Begeisterung das kostenloase Audiobook angehört haben.