link dose 15.05.2012

Image by MamaPyjama under Creative Commons license.

Multiplikator oder Meinungsführer: Influencer sind die neuen Supertargets im Marketing. Sie stehen im Zentrum ihres eigenen Netzwerks und sind rege mit Anderen vernetzt. Da sie eine Leitfunktion innehaben, können sie die Reputation eines Anbieters stärken sowie Produkten und Marken zum Durchbruch verhelfen und ihnen Erfolg garantieren. Doch wie lassen sich Influencer ausfindig machen und für sich gewinnen? Diese Anleitung zeigt wie es geht!

Social Media und B2B: Eine Frage des Alters? Vorwiegend werden die B2B Zielgruppen in Branchen, Unternehmensgrößen und Jobtitel segmentiert. Wie man im Social Web die Zielgruppe adressiert und wie man auf die Persönlichkeit der B2B Person eingeht, mag wohl überlegt sein. Denn Business Entscheider sind auch nur Menschen und müssen auch als solche wahrgenommen werden. So kann Marketing im B2B Bereich ebenfalls über soziale Netzwerke laufen – vorausgesetzt man spricht die Zielgruppe adressatengerecht auf dem richtigen Kanal an. Eine nicht unerhebliche Rolle bei der Ansprache von B2B-Entscheidern spielt tatsächlich das Alter. Denn der Aktivitätsindex für soziale Netzwerk wird deutlich vom Alter der Person bestimmt.

Unternehmenseigene Blogs schaffen es selten, eine beträchtliche Zahl an Lesern zu generieren. Der Erfolg bleibt aus und als Folge satteln die meisten Unternehmen stattdessen meist um auf Twitter oder Facebook als Kommunikationsmedien im Web 2.0. Doch das müsste gar nicht so sein! Würden sich die Blogeinträge nur an einige wenige Regeln halten, könnten sie stetig mehr Leser an sich binden. Welche das sind, erklärt Chris Brogan in seinem Blog.

 You Tube Video: Welcome to life - wie die Einzigartigkeit von Anwälten zerstört wird…

re:publica Rückblick – Neutralität der Plattformen

re-publica 2012 02
(Photo by srbanister under Creative Commons license.)

Eine Zusammenfassung der diesjährige re:publica – der Konferenz für Soziale Medien und Digitale Gesellschaft in Berlin – fällt zum einen sehr leicht: Neue Location … sehr angenehm. Talks und Sessions … hm naja. Andererseits ist es aber auch gar nicht möglich eine Veranstaltung wie die republica zu bewerten. Denn man kann sich nie alle Vorträge ansehen, alle Gespräche führen oder zu jeder Stunde zu allen Tagen vor Ort sein. Und am Ende ist es wie immer: Ich gehe gerne auf die re:publica, um dort ein paar Online-Bekannte wiederzusehen, neue Leute kennen zu lernen, hier und da einen guten und einen ärgerlichen Vortrag zu sehen.

Wie viele re:publica Besucher finde auch ich: Im Vergleich zum letzten Jahr gab es weniger Panels, die beeindruckend waren. Insgesamt war das Niveau der Sessions nicht so, wie ich mir das gewünscht habe. Das kann auch an dem Grassroot-Ansatz der re:publica liegen. Die TED Konferenz beispielsweise achtet sehr darauf, dass die Beiträge ausgereift und durchchoreografiert sind. Aber will man das? Das fehlt natürlich bei der re:publica, denn sie ist keine Konferenz, bei der man sich mit kurzen, unterhaltsamen Happen berieseln lassen soll, um danach die Inhalte zu „versmalltalken“ und Visitenkarten auszutauschen. In diesem Jahr ging es eher darum, den neuen Veranstaltungsort einzuweihen – das ist gelungen. In den kommenden Jahren werden wir sehen, wie die re:publica diesen Ort mehr und mehr mit Inhalten und Experimenten ausfüllen wird. Raum genug ist vorhanden.

Hervorstechend am ersten Tag war Eben Moglen, der in seiner Session „Why freedom of thought requires free media and why free media require free technology” sehr eindringlich zeigte, welchen Stellenwert freie Software in unserer Gesellschaft haben sollte. Bei aller heutigen Gedanken- und Partizipationsfreiheit im Internet vergessen wir schnell, dass wir unsere Gedanken meist schon im nächsten Moment in Software und auf Plattformen gießen, die nicht „frei“ sind und damit die Rechte an unseren Inhalten an Fremde übertragen, die sie für wie auch immer geartete Geschäftsinteressen nutzen können.

Sascha Lobo hat nach anfänglicher Ladehemmung gut unterhalten und das Publikum bei der Stange gehalten. Er schlägt im Prinzip in die gleiche Kerbe wie Eben Moglen, wenn er den re:publica Teilnehmern zu ruft, „macht mehr Blogs!“, und das Jahr 2012 als das Jahr der Blogs ausruft. Was hat das mit offener Software zu tun? Es geht um Plattformneutralität. Eigener Herd ist Goldes wert. Nur eine eigene – selbstgehostete – Website sei beständig, der ganze andere Rest – Facebook, Twitter und Co.- sind nur geborgt und könnten im nächsten Augenblick wieder verschwinden:

“Ein Schritt zurück. Erst kürzlich hat Lobo für Spiegel Online in einer seiner lesenswerten Kolumnen darauf hingewiesen, dass – selbstgehostete – Blogs das einzig wahre, da eigene Tool seien, das uns nicht von heute auf morgen weggenommen werden könne. Twitter, Facebook, Instagram, Foursquare, tumblr, Slideshare, YouTube, … die Liste der gerne und viel genutzten Dienste ist lang. Allerdings steckt da der Teufel im Detail. Es sind Dienste, die zu nutzen uns angeboten wird. Sie sind nicht unser Hab und Gut. Wenn von heute auf morgen ein Service aufgekauft respektive integriert wird, dann ist die Frage “Was passiert mit meinen bislang gespielten Inhalten?” reflexhaft da. Dieses Netz ist nur geborgt.” (Daniel Rehn: Mehr Spaß, weniger Ego: Wir haben die Renaissance des Bloggens selbst in der Hand)

Wenn die Plattform verschwindet, was passiert mit den bislang gespielten Inhalten? Die Frage ist schnell beantwortet: Ich habe schon diverse Internetplattformen kommen und gehen sehen. Im Zweifelsfall bleibt von der einst lebhaften Community ein Gerippe aus Karteileichen oder von einer Website, die einst von wertvollen Inhalten ihrer User profitierte, bleibt nach Verkauf und Abwicklung nur noch eine traurige Domain übrig.

Das Thema Neutralität von Plattformen durchzog dann auch viele der Gespräche, die ich auf der re:publica führte. Und schließlich kontextualisierte am Nachmittag des letzten re:publica Tages mein Freund Michael Seemann mit seinem Vortrag zu „Infrastruktur und Kontrolle – Plattformneutralität als Politik emergenter Strukturen“ noch einmal den Blick auf dieses Thema über den Tellerrand des Internets hinaus.

Was nun Plattformneutralität für Unternehmen bedeutet, die sich in Social Media engagieren, ist offensichtlich. Unternehmen, die sich in ihren Social Media Aktivitäten heute auf nur eine externe Plattform wie z.B. Facebook stützen, laufen Gefahr, dass eines Tages diese Plattform nicht mehr das Maß aller Dinge im Social Web ist. Die One-Size-Fits-All Mentalität von Facebook und all den anderen Webseiten-Baukastenlösungen haben ihre Grenzen. Ein eigenes, selbst gehostetes Unternehmensblog kann dagegen als Leuchtturm in der Welt der Sozialen Medien dienen, beständig ausgebaut und den sich ändernden Social Media Welten angepasst werden. Gleichzeitig besteht langfristig die Hoheit über Inhalte und Selbstdarstellung des Unternehmens. Daher ist es nicht nur für Blogger, sondern auch für Unternehmen empfehlenswert, eine eigene Social Media Homebase langfristig zu etablieren und diese mit den jeweils relevanten Social Media Plattformen zu verknüpfen. Es ist wie in der Fußgängerzone: Die eigene Homepage ist ihr Geschäft, die Social Networks dienen als Promo-Stand in der Fußgängerzone, um Kunden ihr Geschäft zu präsentieren und zum Eintritt zu bewegen.

link dose 07.05.2012

Image by acidpix under Creative Commons license.

Die Gerüchteküche brodelt – Spekulationen über das Potential von Start-Ups: Welchen Apps und Services gelingt möglicherweise ein ebenso fulminanter Durchbruch wie Instagram? Auf was würdet ihr setzen? Zur Wahl stehen: Path, Dropbox, Square, Quora, Uber, Taskrabbit, Pinterest, Airtime, Pinwheel.

Eine aktuelle Studie von McKinsey belegt: Deutsche Unternehmen setzen auf Facebook und schätzen lukrative Social Media Strategien.

Daniel Rehn befasst sich mit der Renaissance des Bloggens in Deutschland. Inspiriert von Sascha Lobo und der re:publica geht er der These nach „Nur ein Blog ist dein, der Rest ist geborgt“.

Eine gelungene Sammlung an internationalen Digital Healthcare Projekten von Pharmaunternehmen bietet ein Online Handbuch von pmlive.com.

Der Sandkasten wird digital. Dieses Video zeigt eine Augmented Reality Projekt, bei dem beim Sandkistenspiel digital das fließende Wasser als Simulation hinzugefügt wird. Hier geht es zur Projektwebsite.

Aus der VHS wurde ein Video, aus dem Buch ein E-Book und aus dem Münztelefon ein Smartphone. Ein Infografik gibt einen  Ausblick darauf, wie die technologischen Entwicklungen der Zukunft aussehen könnten und wie sie den Alltag der Menschen begleiten.

Facebook-Likes sollen den Absatz steigern, und das auch direkt vor Ort und nicht nur im E-commerce Sektor: C&A in Brasilien macht vor wie es geht und verknüpft Online mit Offline.

link dose 30.04.2012

Image by hans s under Creative Commons license.

Google lanciert das Labyrinth-Spiel Cube. Auf diese Weise bringt Google den Nutzern spielerisch alle Features näher, die Google Maps zu bieten hat. Ein anschauliches Video zum Thema und Infos dazu, was sonst noch dahinter steckt, gibt’s hier.

Welche Kraft die individuellen Assoziationen mit dem Begriff der Zeit haben und wie sich diese Vorstellungen auf die Persönlichkeit der Menschen auswirken, zeigt dieses Youtube-Video.

Brillen.de Gründer Marcus Seidel im Interview – Seine besondere Retourenstrategie: Onlineversand und Filialbetrieb sollen sich ergänzen.

Aufsetzend auf der Entscheidungsfindungsprozess des Konsumenten via social media, erläutern Mitarbeiter von McKinsey digitale Margetingstrategien. Erklärt wird, wie und an welcher Stelle Marketingstrategen hier eingreifen können und inwiefern sie die Entscheidung des Konsumenten durch Kommunikationsmaßnahmen im Social Web in eine kontrollierbare Richtung lenken können. Last but not least folgt ein Ausblick, wie sich diese Erkenntnisse von der Theorie in die Praxis übertragen lassen.

Fußballspiele waren schon immer ein soziales Ereignis. In Zeiten von Twitter sind sie das allerdings mehr denn je. Mit tausenden Twitterusern, die aktiv partizipieren, ihre Meinung zum Spiel öffentlich kundtun, live kommentieren und mit anderen Fans zeitgleich über das Spiel kommunizieren können, nehmen diese Events bisher ungeahnte Dimensionen an.

link dose 24.04.2012

Image by Colourful.Threads under Creative Commons license.

Ganze 110 E-Mails verschickt und empfängt ein Büroangestellter im Durchschnitt pro Tag. Statt einen Brief zu schreiben, oder anzurufen oder persönlich Angelegenheiten zu regeln, schickt man eben mal eine E-Mail. Schnell und bequem ist dieser Kommunikationsweg – aber nicht immer ist er auch effizient!
Dieser Entscheidungsbaum schafft Abhilfe: Wann ist eine E-Mail wirklich das sinnvollste Kommunikationsmedium?
 
Über Selbstdarstellung, Unterschiede der Nutzung je nach Geschlecht und das Urheberrecht: Alle Fakten zu Pinterest kompakt und gebündelt gibt’s in diesem guten Übersichtsartikel.
  
Eine IBM-Studie identifiziert 4 digitale Persönlichkeitstypen. Kriterien zur Unterscheidung der Nutzer sind im Grunde der Zugang zu Online-Informationen und die Intensität der Interaktionen.
 
Nur ein Drittel aller Tweets sind tatsächlich lesenswert – Welche Faktoren einen guten Tweet ausmachen, zeigen die Infografiken

link dose 18.04.2012

Image by ellenm1 under Creative Commons license.

Zunehmende und erfolgreiche Medienkonvergenz: Social Media Icons in TV Spots und Sendungen zeigen tatsächlich Wirkung! Zu diesem Schluss kam eine aktuelle Studie von  Accenture.

Das gute alte Thema Blogger Relations in der PR. Eine schöne Zusammenfassung der aktuellen Situation. Für die einen Agenturen ist es Königsdisziplin, für andere ist es erst der Anfang im Social Web.
 
Einen Überblick über den ökonomischen Wert von Shares auf Facebook & Co. gibt diese Infografik.
 
Sollte jemals der Tag kommen, an dem ihr realisiert: Es ist vorbei, die Beziehung (mit eurer Agentur) ist nicht mehr zu retten. Doch ihr wisst nur noch nicht, wie ihr jetzt am besten einen sauberen Schlussstrich ziehen könnt? – Ganz einfach: Die Website breakupwithyouradagency.com hilft euch dabei und verfasst für euch einen ganz “persönlichen” Brief. Verschicken braucht ihr den natürlich nicht mehr mit der Post – sondern ganz digital via Twitter, Facebook oder E-Mail.
 
Das Startup Klout lanciert Brand Squads: die Chance für Unternehmen, um ihre Beziehungen zu Top Influencern im Social Web auszubauen
 
Brand Impressions:  das neue Tool von Google

Der U.S.-Wahlkampf und “big data”

U.S. Election Special – “Big data”

 

Der (digitale) U.S.-Wahlkampf

Es ist nun klar: Der Gegner von Barack Obama bei den diesjährigen U.S.-Präsidentschaftswahlen heißt Mitt Romney.
Anläßlich der nun einsetzenden Kommunikationsschlacht haben wir den Kollegen Colin Moffett, seines Zeichens Senior Vice President, Digital Communications und zudem Public Affairs-Spezialist in unserem Wahsingtoner Office, eingeladen um in Kooperation mit der Quadriga Hochschule Berlin über die Wahlen, Social Media und mögliche Ableitungen für Deutschland zu reden.

Unter den Rednern für das Event befinden sich außerdem Bärbel Hestert-Vecoli, Associate Director & Head of Public Affairs bei Weber Shandwick in Berlin, sowie Oliver Röseler, Bereichsleiter für Marketing und Interne Kommunikation der CDU-Bundesgeschäftsstelle.

Grund genug, um den Wahlkampf auch hier einmal unter die Augen zu nehmen.
Wenn Obamas Wahl 2008 unter dem Motto “Social” stand, dann ist das bestimmende Mantra in 2012: “Data.”

Daß die Engagement-Maschine funktioniert, hat der damalige Senator aus Illionis auf beeindruckende Art und Weis egezeigt, ihre grundlegende Funktionsweise wird sich auch in diesem Wahlkampf nicht verändern. Dennoch wird dieser Wahlkampf ungleich effektiver und effizienter sein, als der letzte. Weshalb?

Project Narwhal

Was ist Project Narwhal? Im Kern geht es um die Kombination all der Daten, die Obamas Team im Rennen um das Weiße Haus in 2008 lediglich gesammelt, aber nicht mit einander vernetzt hat. Es geht darum genau zu wissen, wer einen wählt und wer nicht und was diese Leute sonst noch von einander unterscheidet.

Worum geht es dabei? Francis Bacon sagte einst, daß Wissen Macht ist, aber ist Wissen auch Selbstzweck? In den seltensten Fällen. Wie bereits bei Google & Facebook (s. unser Beitrag dazu) sind die Daten eine Goldgrube, besonders wenn sie trianguliert werden, das heißt die Daten aus mehreren Quellen stammen und damit eine größere Verläßlichkeit aufweisen.

Für Barack Obama und Mitt Romney heißt das Zauberwort hier “Microtargeting”. Microtargeting bezeichnet die Fähigkeitdie Disposition von Wählern individuell zu bestimmen und entsprechen relevante Inhalte anzubieten. Ein Beispiel: Im eher konservativen Ohio erhält Stephanie Cutter eine Email von Obamas Team, in dem es für die Reform der Gesundheitsgesetzgebung wirbt und darin unter anderem den vollen Kostenersatz für die Antibaby-Pille fordert. Für Stephanie Cutter war das genau die richtige Botschaft, doch sie hat sich gewundert, denn es war sehr unwahrscheinlich, daß viele Frauen in Ohio so dachten, wie sie. Entsprechend negativ würden sie wohl die Botschaft Obamas aufnehmen?

Doch weit gefehlt. Stephanie Cutter war zwar nicht die einzige Frau, die diese Nachricht erhielt, aber der Großteil der Damen in dem U.S.-Bundesstaat haben in der Tat etwas anderes zu sehen bekommen. Dasganze Fallbeispiel kann hier auf Englisch nachgelesen werden.
Es handelt sich um einen Fall von Microtargeting. Obamas Team weiß jetzt, 2012, dank der Kombination verschiedenster Datenquellen, wie Stephanie Cutter über die Sache denkt.

2008 hatte Obamas Wahlkampfteam noch 3 Datenbasen und damit korrespondierend 170 Millionen mögliche Wähler, 13 Millionen Online-Unterstützer, 3 Millionen Spender und ähnlich viele Freiwillige. Und es gab keinen Weg herauszufinden, wie viele von diesen Personen deckungsgleich waren.

Project Narwhal hat das geändert. Dort fließen nun alle Daten in Echtzeit zusammen.
Jetzt weiß das Wahlkampfteam sehr genau, wer was wann wie getan, gespendet, geteilt, etc. hat. Hat etwa ein Unterstützer heute die Maximalsumme von $2,500 aerreicht, so bekommt er nun Emails, die ihn dazu aufrufen Freiwilligenarbeit zu leisten, wird aber nicht mehr nach Spenden gefragt.

Microtargeting

Doch die Möglichkeiten des Microtargeting reichen noch viel, viel weiter. Zudem ist Obama nicht der einzige, der Datenintegration zu seinem Vorteil nutzt. Schon 2000 gab es die Möglichkeit des Microtargeting:

Matthew Dowd, Chef-Stratege der Bush-Kampagne in 2004, hat sich bemüht herauszufinden, wer die “versteckten” Republikaneunter den Amerikanern sind, also solche, die sich nicht offen bekennen, aber die zumindest bei einigen Themen der Partei nahestehen. Es ging darum so viel wie möglich darüber herauszufinden, was jeder einzelne Wähler ißt, trinkt, kauft, etc. – kurz: Es ging darum alles herauszufinden, was möglich war.
Tatsächlich gelang es so eine Gruppe von Wählern gezielt anzusprechen, die gegen die gleichgeschlechtliche Ehe waren und die man über dieses Thema mobilisieren konnte.

Allerdings war das nichts im Vergleich zu dem, was heute machbar ist. Alex Gage, CEO von Target Point Consulting und damit der Firma, die schon 2008 für Mitt Romney gearbeitet hat nennt dazu folgenden Vergleich: “Wir waren wie Kinder, die mit Knete gespielt haben. Wir dachten, wir wären ziemlich clever, aber heute? Es ist verrückt. Jemand hat uns ein Vergrößerungsglas gegeben und wir sagten: ‘Oh,wir können da einige Leute sehen.’ Dann sagte jemand: ‘Versucht es mal mit dem Mikroskop.’ Und jetzt benutzen wir ein Elektromikroskop.” (Quelle)

Tatsächlich zeigt Romney seit Längerem zwei Spots auf lokalen Nachrichtenseiten – einen für Wähler, die ihn bereits unterstützen und einen anderen für Wähler, die das noch nicht tun.

Damit nicht genug, Firmen wie National Media Research Planning & Placement (Republikaner), oder Strategic Telemetry (Demokraten) wissen, was ihre Schäfchen trinken, was sie sich im TV ansehen, wo sie shoppen, welchen Sport sie mögen, welches Auto sie fahren und vieles mehr.

Hier ein kleines Beispiel:

Soft-Drink Konsum von Demokraten & RepublikanernKritische Frage

 Kristische Fragen

Zuerst einmal macht Microtargeting politische Kommunikation effektiver und effizienter – was prinzipiell sinnvoll für alle Beteiligten ist.
Wie mit den meisten Dingen verhält es sich jedoch so, daß alles im Maß bleiben muß.

Microtargeting könnte dazu führen, daß wir alle – zumindest in den Staaten – schon bald nicht mal mehr denselben Wahlwerbespot sehen – was einige Fragen aufwirft. Wenn unser Kanidadten-, Parteien – und Wahlerlebnis von Seiten der Akteure individualisiert wird, wie sieht es mit der Ethik aus? Wenn etwa die von mir bevorzugte Tageszeitung, die eine politische Linie haben könnte, oder auch nicht, etwa auf das Wahlprogramm einer Partei verweist und ich gehe online, um es mir anzusehen, werde aber auf die “Gegner-Version” des Programms gelenkt, ohne es überhaupt zu bemerken?

Was ist mit Live-Auftritten vor Publikum, wie werden die Botschaften verwaltet, wenn sich keine Parallelrealität aufbauen läßt und was wird der rote Faden sein, der sich durch eine Kampagne zieht? Wird es überhaupt einen geben?

Zudem ist die Frage, was noch mit meinen Daten passiert. Personalisierte Politikkommunikation in Wahlkampfzeiten. Und danach?

Microtargeting wirft eine Fragen auf, die nicht so leicht zu beantworten. Behält man im Hinterkopf, daß die U.S.A. zudem der Geschäftssitz von Google, Facebook, Amazon und Twitter sind – die allesamt ihre Daten auf Aufforderung der Regierung preisgeben müssen, dann kann einem leicht unwohl werden.

Microtargeting in Deutschland

Es läßt sich schnell festhalten, daß so etwas wie Project Narwhal in Deutschland derzeit vor einigen rechtlichen Hürden stünde. Die Bestimmungen zum Datenschutz innerhalb Europas sind andere, auch ist die Nutzung von Social Media, sowie die Frequentierung und Interaktion mit politischen Inhalten im Wsehr unterschiedlich zu dem, was wir in den USA sehen.

Die Idee jedoch ist übertragbar. In Anbetracht des Umstandes, daß die Vorhersagen der etablierten Umfrageinstitute bereits letztes Mal stark an Genauigkeit eingebüßt haben und auch die Technik unbestreitbar Limitation aufweist, müssen sich Wahlkampfstrategen ebenso hierzulande Gedanken machen, ob und wie sie ihr Datenreservoir auf 2.0-Level bringen können.

Kampagnen sind heute keine starren Gebilde mehr, die einmal (mehr, oder weniger) meisterhaft konstruiert und dann lediglich exekutiert werden. Das Wählerverhalten bleibt heute länger volatil, als früher, das politische Spektrum zersplittert immer stärker und es wir schwerer festzustellen, was die relevanteste Agenda 2013 sein wird.

Auf diese Dynamik müssen auch Wahlkämpfer gezielt reagieren. Präziseres Targeting wäre hier von großem Vorteil, um die Bürger dort abzuholen, wo sie stehen. Schließlich muß positiv angemerkt werden, daß Microtargeting nicht nur erlaubt,  Leuten völlig verschiedene Inhalte zu präsentieren, sondern auch sie bei individuellen Themen dort abzuholen, wo sie stehen. So kann man einem Professor für Europarecht zum Thema Europäische Union sicher anders begegnen, als etwa der schwäbischen Hausfrau – die aber wiederum mehr von anderen Themen verstehen dürfte, die der Professor wiederum vielleicht überhaupt nicht relevant findet und sich folglich auch nicht für die Position einer Partei zu dem Thema interessiert.
Diese Art der Anwendung ist dann auch eher wahrscheinlich, als völlig separat laufende Kommunikation für kleinste Wählergruppen. Man darf nicht vergessen, daß alle notwendigen und gewünschten Inhalte ja auch erstellt werden müssen. Von daher ist nicht zu erwarten, daß ein Kandidat, oder eine Partei jemals fünf, sieben, oder auch 40 inhaltlich völlig unterschiedliche Kampagnen fahren würde.

Doch selbst, wenn man die Möglichkeiten des Microtargeting außer Acht läßt, so bietet das Web eine Fülle an Informationen und eine professionelle Nutzung durch  die Politik wir auf absehbare Zeit ein integraler Bestandteil politischer Kommunikation werden. Sowohl was Public Campaigning, als auch Wahlkampfkommunikation betrifft.

Ausblick

Weber Shandwick wird den U.S.-Wahlkampf, sowie die Bundestagswahl 2013 natürlich kommentierend begleiten. Dieser Artikel bildet dabei den Auftakt zu einer Serie über den Kampf um das Weiße Haus.

In der nächsten Ausgabe widmen wir uns dem Storytelling von Obama 2012 und geben einen kleinen Rückblick, wie er 2008 die Massen begeistert hat.

Kontakt

Sollten Sie in der Zwischenzeit Fragen zu den Wahlen, “big data” und strategischer Kommunikationsberatung haben – melden Sie sich bei uns:

+49 (0) 30 / 20 35 1 0
www.webershandwick.de
kontakt@webershandwick.com

Updates finden Sie auch auf Facebook und dem Autor können Sie auf Twitter folgen.

Redesign von Google+

Heute hat Google ein Redesign seines Social Networks Google+ freigeschaltet. Mein persönlicher Eindruck: Mir gefällt’s. Schnell hat sich unter den Google+ Usern ein unterhaltsames Meme entwickelt, dass Bilder zeigt, wie User mit dem etwas irritierendem #whitespace des Redesigns kreativ umgehen.

Egal, ob wir die Verjüngungskur von Google+ lieben oder hassen, der offizielle Google-Guide für Marken und Agenturen ist eine Lektüre wert: Google+Your Business and You | Think Insights with Google.

link dose 04.04.2012

Image by CJ Sorg under Creative Commons license.

Der Erfolg von Pinterest als Frauen-Domäne beweist es: Der Anteil der angemeldeten Frauen über Aufstieg oder Untergang eines sozialen Netzwerks entscheiden. Studien zufolge sind weibliche Nutzer nämlich aktiver und kommunikativer: statt passiv zu konsumieren, generieren sie eigene Inhalte und engagieren sich im social web vor allem, um soziale Kontakte zu pflegen. Über weitere aktuelle Entwicklungen und Fakten zur gegenwärtigen Netzkultur, die Generation We und Sharing im Social Web informiert der Blogeintrag auf Hyperland.

Von Twitter zu Shitter – hier bekommt ihr Toilettenpapier mit individuellem Aufdruck eurer Tweets!

Berühmt für einen Tag: Jeden Tag wird unter den Teilnehmern am Fame Game ein glücklicher Gewinner per Losverfahren bestimmt, dessen Twitter Followeranzahl für einen Tag multipliziert wird und so durch die Decke schießt. Folge: Für einen Tag ist der User eine Twitter Berühmtheit. Effizient genutzt, birgt dieser Tag für den Gewinner somit immenses Potential, um Botschaft zu platzieren!

Wie funktioniert gutes Storytelling für den Aufbau einer Marke? Nützliche Tipps und 7 wichtige Aspekte, die eine gute Story ausmachen gibt’s hier.

10 Brand Pages als vorbildliche Beispiele dafür, wie Unternehmen die Facebook Timeline zu Ihren Gunsten nutzen können

link dose 27.03.2012

Image by rasamalai under Creative Commons license.

Das Potential der Web-Pinnwand ist enorm: Einer aktuellen Studie zufolge leitet Pinterest inzwischen mehr Nutzer auf andere Seiten als Google+, Youtube und Linkedin zusammen. Mit 17,8 Millionen Usern allein in den USA und 98 Minuten, die die überwiegend weiblichen Nutzer im Duchschnitt pro Monat auf Pinterst verbringen, ist das Bildernetzwerk eine der schnell wachsendsten Plattformen im Social Web. Wer sind aber eigentlich die Leute, die pinnen und was ist hier für Unternehmen drin? Antworten auf Fragen wie diese und wie man sich Pinterest im Marketingbereich zunutze machen kann, zeigt die Infografik: Pinterest in Zahlen.

Um die eher lahme Entwicklung von Twitter hierzulande anzukurbeln, gründete Twitter eine eigene Niederlassung in Deutschland. Deutschland-Chef wird Rowann Barnett und Standort der Zentrale wird nicht etwa München oder Hamburg, wo sich Facebook & Co. niedergelassen haben, sondern Berlin.

Tech-Podcasts liefern regelmäßig aktuelle Infos rund um die Themengebiete Netzkultur, Technologie und Internet. Es gibt sie sowohl im Audio- als auch Video-Format, in verschiedenen Längen und mit unterschiedlichen Spezialisierungen. Welche Teams sich mit was befassen und was die einzelnen Podcasts ausmacht, erfahrt ihr in der Übersicht der besten deutschsprachigen Tech-Podcasts.

What about me? Mit dieser App von Intel könnt ihr ein Bild eures digitalen Lebens kreiren. Einfach mit eurem Facebook-Account verbinden und los geht’s!

Infografik mit beeindruckenden Fakten und Zahlen zum Aufstieg des Social Mobile Web