Studie: “Socialising Your Brand: A Brand’s Guide to Sociability”

SocializeBrand
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Infografik “Socialising Your Brand” (Daten für EMEA). Als PDF anzeigen.

Die digitale Revolution, insbesondere Social Media, verändert rasant die Spielregeln der Markenkommunikation. Die Präsenz in sozialen Medien ist für Marken längst zu einem kritischen Erfolgsfaktor geworden.

Doch trotz der enorm schnellen Ausbreitung von Social Media und einer zunehmenden weltweiten Durchdringung des Internets ringen immer noch viele Organisationen mit der Herausbildung einer unverwechselbaren sozialen Identität. Heutige Technologien geben Marken zwar wirkungsvolle Social Media Tools an die Hand, doch Technologie allein macht noch keine Social Brand.

Weber Shandwick und Forbes Insights haben weltweit Pioniere der sozialen Markenführung nach ihren Erfolgsrezepten befragt und deren Erfahrungen in “Socialising Your Brand: A Brand’s Guide to Sociability” zusammengetragen. Die Ergebnisse der Studie als Whitepaper zum Download bereit(PDF).

Führungskräfte tun sich schwer mit Social Brands

Präsenz in den Sozialen Medien ist für Marken heutzutage obligatorisch. Doch obwohl viele Unternehmen die digitale Revolution dankend annehmen, mangelt es online vielerorts an einer klaren sozialen Identität, wie die aktuelle Studie von Weber Shandwick in Kooperation mit Forbes Insights belegt.

Für „Socialising Your Brand: A Brand‟s Guide to Sociability“ wurden 1.897 Senior Executives aus umsatzstarken Unternehmen in 50 Ländern auf fünf Kontinenten befragt.

Laut Studie führen Markenverantwortliche 52 Prozent der Reputation einer Marke auf immer wichtiger werdenden Social Media Aktivitäten zurück. Es wird erwartet, dass sich diese Zahl in den nächsten drei Jahren voraussichtlich auf 65 Prozent erhöht. Obwohl 87 Prozent der Befragten angeben, ihre Marke verfolge bereits eine Social Media Strategie, befinden 84 Prozent aller Studienteilnehmer diese als verbesserungswürdig und unter „world class“ Niveau.

EMEA im weltweiten Vergleich hintenan

Weber Shandwick und Forbes Insights stellten relativ wenige regionale Unterschiede zwischen den teilnehmenden Ländern heraus. Gründe hierfür werden in der Globalität des Social Webs vermutet: Alle Akteure sehen sich mit etwa gleichen Chancen und Risiken des Social Webs konfrontiert, auch wenn der technische Entwicklungsstand mancher Regionen von dem anderer abweicht.

Vorreiter bei der Integration einer Social Media Identität in die eigene Markenstrategie ist laut Studie Nordamerika. 73 Prozent der dortigen Unternehmen haben diesen Schritt bereits vollzogen. In EMEA beläuft sich die Zahl integrierter Social Brands auf 54 Prozent der Befragten.

Auch bei der Beschäftigung eines Social Media Strategists oder Managers bleibt die EMEA Region hinter den anderen Kontinenten zurück: 62 Prozent stehen hier 70 Prozent in den APAC-Staaten, 77 Prozent in Nord- und 78 Prozent in Lateinamerika gegenüber.

Kluft zwischen Theorie und Praxis

Was ist also nötig, um zur Elite der besten Marken weltweit zu zählen? Laut Studie sind die Interaktion mit Zielgruppen, unternehmenseigene Social Media Inhalte sowie weiterführende Nachrichten, Sonder-angebote und Veranstaltungen wichtige Stationen auf dem Weg zu einer Weltklasse-Marke. Im Fokus steht nicht nur, die Aufmerksamkeit von Zielgruppen zu wecken, sondern vor allem, genau darauf zu hören, was sie zu sagen haben. Das gilt nicht nur für Marketingverantwortliche, sondern für das gesamte Unternehmen auf allen Kommunikationskanälen.

„Es besteht eine Kluft zwischen Theorie und Praxis sozialer Marken. Allzu oft rufen Brand Manager nach den neuesten Tools und besten Technologien, und verlieren dabei die eigentlichen Ziele ihrer Marke im Social Web aus dem Blick – zum Nachteil der Brand Community“, sagt Chris Perry, President of Digital Communications bei Weber Shandwick. „Organisationen müssen ihr Schubladendenken überwinden und Marketingkommunikation strategisch in ihr Unternehmen integrieren“, so Perry weiter. „Nur so kann eine Marke überzeugend und erfolgreich in den Dialog mit ihrer Social Community treten.“

Risiken versus Chancen

Weltweit gibt die Mehrheit der Befragten an, dass die Vorteile einer durchdachten Social Media Präsenz gegenüber möglichen Risiken deutlich überwiegen: stärkere Kundenbindung, erhöhte Marken-wahrnehmung, Identifizierung potentieller Kunden und ein verbesserter Kundenservice zählen laut Studie zu den positiven Effekten einer guten Social Media Strategie.

„Trotz inhärenter Risiken ist es heutzutage einfach keine Option mehr, das Web 2.0 bei der Markenkommunikation außen vor zu lassen. Im Gegenteil: Verantwortliche sollten die Möglichkeiten nutzen, ihre Kunden direkt anzusprechen, mit ihnen in den Dialog zu treten und Feedback einzufordern“, gibt Leslie Gaines-Ross, Chief Reputation Strategist bei Weber Shandwick, zu bedenken. „Davon hängen heutzutage Reputation und Existenz einer Marke ab.“

Ergebnisse der Studie als Whitepaper zum Download (PDF).
Weitere Informationen unter www.webershandwick.de/Socialising.

Eventankündigung “Socialising Your Brand: A Brand’s Guide to Sociability”

socialising brandDie digitale Revolution, insbesondere Social Media, verändert rasant die Spielregeln der Markenkommunikation. Die Präsenz in sozialen Medien ist für Marken längst zu einem kritischen Erfolgsfaktor geworden. Trotz der enormen Ausbreitung sozialer Medien und zunehmenden weltweiten Durchdringung des Internets, ringen immer noch viele Organisationen damit, eine unverwechselbare soziale Identität auszubilden. Technologie gibt den Marken neue, wirkungsvolle Instrumente an die Hand sozial zu sein, aber Technologie allein macht eine Marke nicht sozial.

Weber Shandwick lädt Sie herzlich dazu ein, zusammen mit anderen ausgesuchten Marketing- und Kommunikationsexperten neun zentrale Faktoren kennen zu lernen, die Ihre Marke zu einer Sozialen Marke machen. Diese “Social Driver” beruhen auf Erfahrungen von Pionieren auf dem Feld der sozialen Markenführung, die wir in der Studie “Socialising Your Brand: A Brand’s Guide to Sociability” zusammengetragen haben.

Die Studie wurde von Weber Shandwick in Zusammenarbeit mit Forbes Insights durchgeführt. Befragt wurden ca. 2.000 Entscheider aus rund 50 verschiedenen Ländern der umsatzstärksten Unternehmen weltweit. Erste Einblicke finden Sie in der aktuellen Ausgabe unseres Newsletters 33.3.

Socialising Your Brand: A Brand’s Guide to Sociability
Wann: 2. November 2011, 12.00 – 14.00 Uhr
Wo: EA SPORTS Bar, Im Zollhafen 17, 50678 Köln

Unsere Gäste auf dem Podium sind:

Leslie Gaines-Ross, Chief Reputation Strategist, Weber Shandwick
James Warren, Chief Creative Officer, Digital, Weber Shandwick
Chris Perry, President Digital Communications, Weber Shandwick
Jan Dirk Kemming, Head of Digital Germany, Weber Shandwick

Wir freuen uns, Sie bei der exklusiven Präsentation der Ergebnisse unserer Untersuchung begrüßen zu dürfen, um mit Ihnen bei einem Businesslunch über die Herausforderungen, Risiken und Chancen Sozialer Marken zu diskutieren.

Anmeldung:
Aufgrund der begrenzten Plätze wird um Anmeldung über Amiando gebeten oder per Mail an sgrimm@webershandwick.com

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Image by Jonas Pfeil under Creative Commons licence.

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Image by Fluid Forms under Creative Commons license.

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Gianni Diliberto / Getty Images

Gianni Diliberto / Getty Images

Es wurde wohl mal wieder Zeit für einen Grundsatzpost. Olaf Kohlbrück bringt es in seinem Beitrag 9 Mythen über Social Media sehr trefflich auf den Punkt.

Eine Interessante Studie zum Status quo deutscher Crowdfunding-Projekte. Die Ergebnisse zeigen eine durchaus positive Tendenz, denn immerhin wird derzeit etwa jedes zweite Projekt erfolgreich finanziert.

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Ein amerikanischer Case für einen Blogger Outreach. Interessant dabei die individuelle Kontaktaufnahme.

Eine nette Präsentation, die Sven Wiesner beim „Digital Reboot” der Miami Ad School Europe zum Thema „Digital Natives“ gehalten hat.

Neue Weber Shandwick Studie: Smart Marketing – Mobilising your Brand

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Laut der aktuellen Studie Smart Marketing – Mobilising your brand (PDF), durchgeführt von Weber Shandwick und KRC Research, vernachlässigen Marken ihre mobile Kommunikation und damit den direkten Draht zu relevanten Zielgruppen. Die Interaktion mit Verbrauchern via Smartphone ist eine große Herausforderung für Marken und Unternehmen, wie Ergebnisse der Umfrage zeigen.

Die komplette Studie kann man hier kostenlos als PDF downloaden. Und hier ein paar harte Fakten aus der Umfrage:

Qualität mobiler Interaktion spielt Schlüsselrolle in Markenentscheidung
Laut einem Drittel aller Befragten beinflussen Smartphones die Meinung über Produkte und Unternehmen sowie die Interaktion mit ihnen. 57 Prozent der deutschen Smartphonenutzer denken beispielsweise positiver über Firmen, wenn deren Websites auf Mobiletelefonen abrufbar sind, von allen europäischen Studienteilnehmern sagen das 71 Prozent.

Negative Smartphone-Erlebnisse schrecken Verbraucher ab
Zwei Drittel der europäischen User zählen eine schwierige Navigation und langsam ladende Websites zu den nervigsten Schwächen bei der Benutzung von Smartphones. Knapp die Hälfte findet es ärgerlich, keine Informationen über Unternehmen in der Umgebung zu finden. Mit 45 Prozent auf Platz eins der europäischen Verbaucherwunschliste für mobile Kommunikation stehen Websites, die mit dem Smartphone einfach und problemlos zu nutzen sind.

Deutliche Unterschiede im europäischen Vergleich
51 Prozent der britischen und 54 Prozent der französischen Befragten haben eine sehr enge Bindung zu ihrem Smartphone. Deutsche User sind dagegen zurückhaltender: lediglich ein Viertel geben an, dass das Smartphone ihre Meinung zu Firmen und Produkten beeinflusst.

Smartphones häufig für Kontakt mit Firmen und Marken genutzt
Knapp die Hälfte der europäischen und etwa ein Drittel der deutschen Smartphonenutzer fühlen sich laut Weber Shandwick Studie bereits “nackt“ ohne ihr Mobiltelefon.


Chief Digital Creative Officer James Warren, Chair of the European Technology Practice Michelle McGlocklin und Rachel Friend, Consumer Marketing Managing Director stellen die neue pan-europäische Studie “Smart Marketing: Mobilising your brand” von Weber Shandwick in diesem Video vor.

link dose 16.06.2011

LWA/Dann Tardif / Blend Images / Getty Images

LWA/Dann Tardif / Blend Images / Getty Images

In einer amerikanischen Studie wurden Kinder gefragt: “What would you like your computer or the Internet to do that it can’t do right now?”. Mehr als 200 Kinder nahmen teil und visualisierten ihre Gedanken, mit spannenden Ergebnissen!

Doch kein Einbruch der Facebook-Nutzerzahlen: In der letzten Woche kursierten Meldugen, dass die Nutzung von Facebook in den USA zurückgeht. InsideFacebook, die ursprüngliche Quelle dieser Meldung, relativierte jedoch jetzt seine Aussage. T3N erklärt die Hintergründe und zeigt auf, warum Facebook Nutzerzahlen sehr stark voneinander abweichen können.

Gamification – Future or Fail? – eine recht unterhaltsame Präsentation zu den Grundmechanismen und Prinzipien von Gamification. Reinschauen lohnt sich!

Die internationale PR-Agentur Golin Harris verändert ihr internes Organisationsmodell, um sich besser auf die Herausforderungen der Zukunft einstellen zu können

Datenschutz: Wie jetzt bekannt wurde, ist es Twitter-Applikationen möglich, auch auf Direktnachrichten (DMs) zuzugreifen. Dies wurde bisher nicht von Twitter kommuniziert und sorgt deshalb für Irritation bei den Nutzern. Ab dem 30.06. soll das Problem wohl gelöst sein. Wir empfehlen trotzdem: Überprüft die Dienste, denen ihr Zugang zu eurem Twitter-Account gewährt und löscht evtl. einige von ihnen.

Nielsens neuer Angang zur Messung von Online-Werbung.

Die britische Pharmaindustrie veröffentlicht Guidelines für den Umgang mit Social Media für Health-Unternehmen: The British Pharmaceutical Industry Issues Social Media Guidance for Adverse Event Reporting

IDC erwartet fast eine Milliarde Smartphones bis 2015. Die Marktforscher erwarten, dass Android sich als Marktführer etablieren wird, aber auch eine steigende Präsenz von Windows Phone 7.

Die kulturelle Bedeutung von Hashtags. Sehr lesenswert!

Banken haben Facebook und Twitter für sich entdeckt: Die Deutschen Bank hat einen Forschungsbericht über das Engagement von Banken in Social Media herausgebracht.

Roberta Basic erläutert uns wie man Blogs bewerten kann. Wir finden: ein sehr gut strukturierter Text, der viele nützliche Tipps enthält! Bisher noch in zwei Teilen, der Dritte soll aber folgen. Also, stay tuned!

Google hat ein neues interessantes Online Reputation Tool für sein Dashboard hinzugefügt. Nun lässt sich das Web nach Erwähnungen des eigenen Namens durchsuchen und man kann Gegenmaßnahmen ergreifen, wenn er mit Falschdarstellungen verbunden wird.

Revisited: Datenschutz

Es ist eine Weile her, daß wir unsere Studienerkenntnisse zu Datenschutz im Social Web – inklusive Twitter-Dialog veröffentlicht haben.

Das Thema hat seitdem nicht an Brisanz verloren. Eher im Gegenteil.

Vor allem die sogenannte Post-Privacy-Bewegung, oft repräsentiert durch die sogenannte Spackeria, eine Gruppe von Datenschutzkritikern, die durch Privatsphäre im Netz dessen Freiheit gefährdet sehen.

Dagegen hält zum Beispiel der Chaos-Computer-Club und natürlich Datenschützer, etwa repräsentiert durch den Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit – Peter Schaar.

Zunehmend beschäftigen sich auch Mainstream-Medien mit dem Thema und greifen die Diskussion auf – exemplarisch seien der Spiegel und das Handelsblatt genannt.

Angesichts dieser neuen Entwicklung möchten wir die Debatte aufgreifen und im Lichte unserer damaligen Erkenntnisse nochmal betrachten.

Der Großteil von Euch hatte bei unserer ad-hoc-Umfrage noch keine negativen Erfahrungen hinsichtlich Datenschutz im Social Web gemacht. Sehr wohl haben aber viele schon darüber nachgedacht ihre Profile zu löschen. Das Hauptproblem wurde in der Komplexität und schlechten Kommunikation von Datenschutzeinstellung in sozialen Netzwerken gesehen. An der Integrität der Konzerne, die diese Netzwerke kontrollieren, wurde weniger gezweifelt. Bei Der Frage, ob Ihr Euch gut genug mit Euren Datenschutzeinstellungen auskennt, wart Ihr relativ gespalten – eine kleine Mehrheit fand sich für die Antwort: “Nein”.

Unsere Befragung hat gezeigt, daß eine starke Nutzung von Social Media auch mit einer öfteren Überprüfung der eigenen Einstellungen sowie weniger Bedenken einhergeht.

Eine offene Frage blieb es, ob dies so ist, weil Intensiv-Nutzer eher mißtrauisch sind und nach dem Motto: “Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser” vorgehen, oder ob sie einfach kompetenter in der Nutzung von Social Media sind und deshalb weniger zu befürchten haben, als unerfahrene User.

Ein Artikel des Handelsblatts mit sehr schön recherchierter Studienansammlung wirft nun neues Licht darauf. Der Autor eröffnet mit der provokativen These, daß laut Facebook die Privatsphäre eines Menschen für den Spottpreis einer Popcorntüte zu haben ist – er spielt damit auf Facebook Places an und die generell beliebten Couponing-Aktionen durch Location-Based Services.

Wenn das auch etwas übertrieben sein mag, so wird doch schlüssig aufgezeigt, daß wir ein sehr ambivalentes Verhältnis zu Privatsphäre haben. Wir halten sie zwar allgemein für wichtig, aber sind nicht bereit in sie zu investieren. Auch wird dargestellt, daß Unwissenheit in Punkto Datenverarbeitung nicht zu Vorsicht führt, sondern bereitwillig Daten herausgegeben werden. Dies deutet nicht daraufhin, daß prinzipiell Mißtrauen herrscht. Möglich also, daß Intensiv-Nutzer tatsächlich eine höhere Kompetenz besitzen und ihr Wissen sie dazu animiert regelmäßig die eigenen Einstellungen zu aktualisieren.

In dem Handelsblattartikel erwähnt Associate Professor Alessandro Acquisti, daß es schwer für uns ist materielle Vorteile und die Konsequenzen der Herausgabe von erst einmal abstrakten Daten abzugleichen. Sind wir also verpflichtet unsere eigene Kompetenz zu erhöhen? Konstant zu mahnen, daß wir unsere eigenen Daten durch die Einstellungen im Netz schützen?

Oder sind wir etwas zu leichtgläubig und stimmt es, was Julia Schramm, prominentes Sprachrohr der Spackeria, dem Spiegel sagte: “Der Aufwand, private Daten zu kontrollieren und zurückzuhalten, ist mittlerweile unverhältnismäßig hoch. Im Endeffekt können wir uns nicht dagegen wehren.”

Geben wir uns also zu sehr der Illusion hin, wir könnten kontrollieren und müßten dazu nur entsprechend angeleitet werden? Vertrauen wir den sozialen Netzwerken und generell dem Internet zu stark? Unterstellen wir ihnen wohlmöglich noch gute Absichten, wenn wir bemängeln, daß die Privatsphäre-Einstellungen nur komplex sind und nicht gut kommuniziert werden – aber nicht glauben, daß die Eigner sie sowieso nutzen – unabhängig davon was wir alles anklicken?

Selbst, wenn man diese Frage einmal dahingestellt sein läßt – Julia Schramm deutet an, daß sie Post-Privacy auch als Hinführung zu einer Utopie hält, in der es keine Vorurteile mehr gibt und ergo auch nichts, was man vor anderen verbergen müßte.
Wenn wir bereits den Konzernen und uns selbst bei der Datenweitergabe nicht vertrauen können, sollten wir solche Gedanken allerdings getrost in der Schublade lassen.

Während man trefflich über Targeting streiten kann und darüber, ob man nun lieber Banner für Aufbaupräparate, alle Arten von erotischen Dienstleistungen und dergleichen mehr, oder doch lieber Werbung, die sich auf die eigenen Aktivitäten, Hobbys und Interessen richtet, sehen möchte – ist es wohl unstrittig, daß ein Szenario wie es zum Beispiel der Film Gattaca zeigt nicht unbedingt der Idealvorstellung unserer eigenen Zukunft entspricht. Wenn wir Daten schon nicht vor Facebook und Co schützen können, sie freiwillig bzw. gegen geringes Endgeld an Marketingabteilungen geben und das alles eher selten reflektieren – wie sollen wir dann in der Lage sein dieselben Daten vor Versicherungen, Finanzinstitutionen, etc. zu schützen?
Und wenn es nicht möglich ist – erwartet uns dann nicht ein System indem wir eher durch das determiniert werden, was wir sind, als durch das, was wir sein könnten?

Diese Skizze einer Zukunft ist sehr wahrscheinlich ebenso überzeichnet wie die provokante Behauptung unsere Privatsphäre ließe sich für den Preis einer Popcorn-Tüte kaufen.
Dennoch ist sie wahrscheinlicher, als eine vorurteilsfreie Utopie.
Wenn wir unsere Daten jetzt nicht schützen, werden wir es später nicht bereuen?

Julia Schramm nennt Post-Privacy eine Flucht nach vorne. Nach vorne mag es gehen. Aber sie lag auch mit dem Rest ihrer Wortwahl ganz richtig: Eine Flucht ist es. Manchmal aber ist Angriff die beste Verteidigung.
Ob ein digitaler Radiergummi allerdings die geeignete Waffe ist – das wurde bei unserer Twitter-Diskussion damals bezweifelt – ebenso wie von der Spackeria heute.
Erneut mit Rückgriff auf das Spiegel-Interview mit Frau Schramm muß man sagen, daß Datenschutz nicht mit Hakensetzen beginnt, sondern mit einem Verständnis von Privatem und Öffentlichem und dem Umstand, daß man Menschen ermöglichen muß selbstbestimmt und unter Berücksichtigung der Umstände eine Entscheidung zu treffen, was und wie sie Daten von sich im Netz zur Verfügung stellen und was mit diesen Daten geschehen kann.
Wie schon damals gesagt wurde: Es ist eine Frage der Grundeinstellung, welche Daten man von sich preisgibt.
Wir müssen dafür sorgen, daß diese Entscheidung informiert getroffen werden kann.