Gesamtergebnis des Wahl-im-Web-Monitors
Diesmal und abschließend die Gesamtergebnisse des Wahl-im-Web-Monitors zur Bundestagswahl 2009.
Am Anfang stand die Frage, ob der letzte US-Wahlkampf insbesondere in den social media so oder anders Impulse in Deutschland setzen würde. Uns war auch wichtig festzustellen, ob es diesmal eigenständige, social media getriebene Kampagnenansätze der Parteien und Kandidaten geben würde, die über das, was wir bisher gesehen hatten hinausgehen.
Insgesamt kann man als Fazit ziehen, dass sich die Parteien zur Wahl 2009 tatsächlich eigenständige Kampagnen, vor allem jeweils unterschiedliche Wege gegangen sind, ihre Botschaften online zu platzieren. Nach unserem Aktivitätsindex ist die CDU die dominierende Partei gewesen. Allerdings haben wir bei den kleineren Parteien im Zuge des Wahlkampfs massive Zuwächse sehen können. Die FDP hat hier die stärksten Zuwächse gehabtm, die Grünen in der Schlussphase die SPD zu deren lasten überholt. Die Linke hat zum Beispiel bei der Twitteraktivität die höchste prozentuale Steigerung zu verzeichnen, bei Facebook hat dies die GDP prozentual geschafft.
Die Gesamtauswertung kann hier downgeloaded werden, Detailfragen beantworten wir gerne: WiWM_Abschlussauswertung_final
Wahl-im-Web-Monitor zur Bundestagswahl 2009 – 29.08.2009 bis 11.09.2009
Wie alle zwei Wochen das aktuelle Wahl-im-Web-Monitoring zur Bundestagswahl.
Die Top Themen der letzten zwei Wochen
- CDU/CSU muss sich Internetzensur vorwerfen lassen
- CDU gegen erneuten Anlauf im NPD-Verbotsverfahren
- Steinbrück „rigorosester Politiker“
- Zypries findet Piraten zu konservativ
- Jung verteidigt Angriff auf Tanklaster in Afghanistan
Die Top-Twitterer der letzten zwei Wochen
- Die_Gruenen
- cdu_news
- FDP_Fraktion
- hubertus_heil
- Linksfraktion
Aktivitätsindex
Die letzte Ausgabe des Wahl-im-Web-Monitors zur Bundestagswahl 2009 konzentriert sich noch einmal auf die Internetaktivitäten der fünf größten deutschen Parteien.
Die CDU dominiert die Social Media mit einem Drittel der Webaktivität weiterhin deutlich, vor allem durch die Präsenz der Bundeskanzlerin im Netzwerk Facebook. Dort konnte die CDU-Chefin 26.292 Unterstützer gewinnen. Mit deutlichem Abstand folgen auf Platz 2 die Grünen, die während des Wahlkampfes verstärkt den Microblogging-Dienst Twitter nutzen und dort mit 13.144 Followern weit vor allen anderen Parteien liegen. Dicht dahinter kann sich die SPD positionieren, die vor allem in der heißen Phase des Wahlkampfes weniger auf das Internet setzte und so in den letzten Wochen Verluste hinnehmen musste. 15,5 Prozent der Webaktivität kann die FDP für sich beanspruchen, die ähnlich wie die Grünen auf eine verstärkte Nutzung von Twitter setzte. Allerdings hören das Gezwitscher weitaus weniger Follower. Die Linke liegt mit einer Aktivität von 8,2 Prozent weit abgeschlagen auf dem letzten Platz. Weder seitens der Politiker noch seitens der Wähler war Interesse an einem Internetwahlkampf zu spüren.
Themenindex Parteien
Die qualitative Betrachtung der Blogposts Parteienumfeld über den Zeitraum der vergangenen zwei Wochen zeigt insgesamt eine eher negative Wahrnehmung der Parteien. CDU/CSU generieren mit den in ihrem Umfeld diskutierten Themen ein sehr starkes negatives Involvement. Vor allem das Thema Netzsperren beschäftigt die Internetnutzer nach wie vor. 1.125 Kommentatoren nahmen sich des Themas überwiegend negativ an. Die Absage an ein erneutes NPD-Verbot stieß ebenso auf Kritik wie der Umgang des Verteidigungsministers mit den Angriffen auf Tanklaster in Afghanistan. Etwas besser schneiden die Sozialdemokraten ab: Die Art von Finanzminister Steinbrück erhält ein positives Feedback, Zypries‘ Kommentare zur Piratenpartei und die breiten Verluste bei den Landtagswahlen können hingegen nicht überzeugen. Durchwachsen zeigt sich auch die Stimmung gegenüber der FDP, die zwar Kritik für die Forderung nach einer längeren Atomkraftwerkslaufzeit erntet, die User mit dem neuen Wahlkampfgehilfen Clement jedoch begeistert. Während bei den Grünen die Freude über den Rücktritt von Dieter Althaus die User mitreißt, muss die Linke durchweg negatives Feedback einstecken. Sie scheint als Regierung nicht gewollt, gilt als nicht demokratisch und es wird diskutiert ob die Piratenpartei nicht eine Alternative zur Linken sei.
Das Stimmungsbild der Blogosphäre im Umfeld der Spitzenkandidaten spricht zuletzt wie anfänglich eine eindeutige Sprache: Bundeskanzlerin Merkel dominiert die deutsche Bloglandschaft mit 49,5 Prozent aller Postings und kann in der aktuellen Erhebung ein überwiegend positives Involvement generieren. Besonders gelobt wurde von den Usern die Live-Schaltung ihrer Wahlkampfauftritte im Internet und der Launch der dritten Welle von Großflächenplakaten in deutschen Städten. Kanzlerkandidat Steinmeier kann hingegen nur knapp ein Viertel (23,8 Prozent) aller Blogposts auf sich vereinen. Seine Attacke gegen NRW-Ministerpräsident Rüttgers wegen seiner rassistischen Äußerung findet bei den Usern Anklang, die Vorfreude auf das Kanzlerduell stieß hingegen bei den Kommentatoren eher auf Unverständnis. FDP-Chef Westerwelle wird in der Blogosphäre zunehmend sympathisch wahrgenommen, die Forderung nach stärkeren Hartz IV-Sanktionen ärgert die Internetnutzer jedoch. Seitens der Grünen ist das Involvement der Community zwar noch immer gering, mit der Kritik an Rüttgers kann Renate Künast jedoch ein positives Feedback generieren. Oskar Lafontaine erntet Zustimmung für pazifistische Äußerungen, der neue TV-Spot und sein Wahlkampfauftritt in Freiburg stoßen in der Community jedoch auf Kritik.
Die aktuellen Ergebnisse des Wahl-im-Web-Monitors können hier abgerufen werden: Wahl-im-Web-Monitor 15. September 2009
Wahl-im-Web-Monitor zur Bundestagswahl 2009 – 15.08.2009 bis 28.08.2009
Wie alle zwei Wochen das aktuelle Wahl-im-Web-Monitoring zur Bundestagswahl.
Die Top Themen der letzten zwei Wochen
- Lissabon Vertrag: Gauweiler spricht sich gegen neue Verfassungsklage aus
- SPD plant Stiftung gegen Rechtsextremismus
- Brennende Autos: Berliner CDU macht rot-roten Senat verantwortlich
- Merkel äußert sich zur Piratenpartei
- Kanzlerkandidat Steinmeier spricht in Freiburg
Die Top-Twitterer der letzten zwei Wochen
- Die_Gruenen
- cdu_news
- FDP_Fraktion
- hubertus_heil
- Linksfraktion
Aktivitätsindex
Um weitere Entwicklungen im Blickfeld der Bundestagswahl zu beleuchtend betrachtet die aktuelle Ausgabe des Wahl-im-Web-Monitors zusätzlich die Internetaktivität der Piratenpartei. Vier Wochen vor der Wahl zeigt sich eine deutliche Dominanz der Internetpartei im Social Web. Mit einem Anteil an Webaktivität von 32,9 Prozent kann sie sich nahezu aus dem Stand an die Spitze setzen. Grund für den deutlichen Vorsprung ist die sehr hohe Supporter-Zahl in der Social Community studiVZ, die in der vorliegenden Analyse einmalig Eingang in die Untersuchung gefunden hat. Hinter den Piraten kann sich die CDU mit einem deutlichen Vorsprung etablieren. Den Grünen gelang es in den vergangenen zwei Wochen ihre Aktivität im Web 2.0 auszubauen und so einen höheren Index zu erreichen als die SPD, welche vor allem aufgrund der schwachen studiVZ-Werte von Kanzlerkandidat Steinmeier Einbußen hinnehmen musste. Eine deutliche Konzentration auf Facebook kann den Liberalen einen großen Vorsprung vor den Linken sichern, die sich nach wie vor im Social Web kaum Gehör verschaffen können.
Themenindex Parteien
Betrachtet man im zweiten Analyseschritt die Werte der Parteien in der Blogosphäre zeigt sich auch unter Einbezug der Piraten kaum ein Unterschied: CDU/CSU und SPD liegen weiter nahezu gleich auf. Weiterhin läuft es für die beiden großen Parteien im Themenumfeld aber eher schlecht: Der wieder aufgenommene Kampf gegen den Mindestlohn seitens der Union und die Kritik am rot-roten Senat in Berlin verärgert die User. Die SPD erntet für ihre hartnäckige Kritik am Essen im Kanzleramt sowie Steinmeiers verbleibenden Optimismus ein negatives Userfeedback. Lediglich das Versprechen, eine bundesweite Stiftung gegen Rechtsextremismus zu gründen motiviert Kommentatoren zu einem positiven Feedback. Die hohe Zahl der Postings im Umfeld der FDP resultiert gleichzeitig leider nicht in positiven Kommetaren.
Besonders dramatisch scheint die Entwicklung diesmal bei den Grünen. Neben einem deutlichen Verlust an Postings konnte in der aktuellen Erhebungsphase lediglich eine Person als Fürsprecher gewonnen werden. Überraschend positioniert sich die Piratenpartei durchgehend positiv und zeigt so, dass eine positiver Wahlkampf im Netz möglich ist, dessen Effekte auf einen Wahlausgang jedoch erst im Nachhinein analysiert werden können.
Themenindex der Kandidaten
Nachdem Kanzlerin Merkel in der letzten Erhebung deutlich an Posts in ihrem Umfeld verlor, konnte sie sich mit 51 Prozent der Blogposts im Kandidatenumfeld wieder deutlich an die Spitze setzen, die User jedoch nicht als Fürsprecher gewinnen. Während ihre YouTube-Äußerungen zur Piratenpartei eine neutrale Meinungsbildung nach sich zogen wurde die Kanzlerin für die Verweigerung eines Fernsehduells aller Spitzenkandidaten kritisiert. Lediglich der deutliche Vorsprung von 50.000 studiVZ Supportern gefällt den Kommentatoren. Kanzlerkandidat Steinmeier wurde in diesem Erhebungszeitraum ebenfalls zur Piratenpartei befragt, seine Interviewverweigerung wurde seitens der Community mit negativem Feedback kommentiert. Deutlich besser kann sich FDP-Chef Westerwelle positionieren: Mit seiner Kritik an den Opel-Plänen der Regierung und einer immer wahrscheinlicher werdenden zukünftigen Regierungsbeteiligung kann er die User überzeugen. Renate Künast und Jürgen Trittin fehlen in dieser Erhebung Themen, die User und Blogger zu Reaktionen bewegen. Lediglich Wahlkampfauftritte schaffen es auf die Internetagenda. Eine positive Entwicklung kann auch Oskar Lafontaine verzeichnen: besonders sein Besuch in einer Sat1-Talkshow begeistert die Internetnutzer.
Die aktuellen Ergebnisse des Wahl-im-Web-Monitors können hier abgerufen werden: Wahl-im-Web-Monitor 02. September 2009
Wahl-im-Web-Monitor Spezial
Sechs Monate nach dem Start des Wahl-im-Web-Monitors und fünf Wochen vor der Bundestagswahl 2009 ist es Zeit, ein vorläufiges Resümee zum Online-Wahlkampf 2009 zu ziehen. Angela Merkel lächelt uns auf Facebook entgegen und Frank-Walter Steinmeier erzählt von der neuen Kampagne auf Twitter, doch diese Impressionen beantworten nicht die zentrale Frage: welchen Effekt hat diese Social Media-Aktivität wirklich auf den Wahlausgang? Was ist nach dem Obama-Social-Media-Hype in Deutschland übrig geblieben? In der Spezialausgabe des Wahl-im-Web-Monitors schauen wir uns genauer an, welche Effekte die Social Media-Gehversuche der Parteien hatten und wagen einen Ausblick darauf, wie man die klassische Markt- und Meinungsforschung durch das Social Media-Monitoring in Echtzeit ergänzen kann.
Das Ergebnis als PDF: wahl-im-web-monitor-spezial.pdf
Wahl-im-Web-Monitor zur Bundestagswahl 2009 – 1.08.2009 bis 14.08.2009
Wie alle zwei Wochen das aktuelle Wahl-im-Web-Monitoring zur Bundestagswahl.
Die Top Themen der letzten zwei Wochen
- SPD stürzt auf tiefsten Umfragewert in ihrer Geschichte
- Ulla Schmidt trotz Dienstwagen-Affäre im Kompetenzteam
- Urheberrechtsstreit um Schäuble-Plakat geht nicht vor Gericht
- Merkel besucht Freiburg während ihres Wahlkampfes
- Steinmeier verteidigt seinen Deutschland-Plan
Die Top-Twitterer der letzten zwei Wochen
- Die_Gruenen
- cdu_news
- FDP_Fraktion
- hubertus_heil
- Linksfraktion
Aktivitätsindex
In 40 Tagen entscheidet sich, wer Deutschland für die nächsten vier Jahre regieren wird. Den Parteien wird langsam bewusst, dass sie sich in der heißen Phase des Wahlkampfs befinden, weshalb sie sich auch in den Social Media um starkes Wachstum bemühen. Das Mittel der Wahl in der aktuellen Erhebung war der überwiegende Einsatz der Internet-Community Facebook. Abgesehen von der Linken traten alle Parteien verstärkt mit ihren Wählern in Kontakt und versorgten sie über die Kurzmitteilungsfunktion mit Neuigkeiten aus erster Hand. Durch das gestiegene Web-Aufkommen wurde es in der aktuellen Analyse für die Parteien schwieriger, ihren Anteil an Webaktivität zu halten oder gar weiter auszubauen. Die CDU steigerte ihren Anteil um ein Prozent auf 33 Prozent. Ebenso gelang der Linken eine Steigerung: Mit 7,4 Prozent Anteil an Webaktivität liegt sie weiter an vierter Stelle. Während die Grünen ihre Position festigten, verlor die SPD fast zwei Prozent. Auch die FDP musste ein Prozent ihrer Webaktivität abgeben.
Themenindex Parteien
Auch die Betrachtung der Blogpostings im Parteienumfeld spiegelt das gestiegene Interesse an der Bundestagswahl wider. Allein der SPD gelang es, die Zahl der Internet-Postings, die sich mit den Sozialdemokraten befassen, fast zu verdoppeln. Mit knapp 9.500 liegt sie nun nahezu uneinholbar vor der Union. Betrachtet man aber das durch die Postings generierte Involvement der Web 2.0-Community zeigt sich ein desaströses Bild: Zum dritten Mal in Folge ernten die Sozialdemokraten eine negative Tonalität für die am meisten diskutierten Themen. Der unaufhaltsame Absturz in den Umfragen, die Dienstwagen-Affäre um Ulla Schmidt und Münteferings Äußerungen zur Qualität der Wählerumfragen können die User nicht überzeugen. Nicht besser aber die CDU: Die Auslieferung von Waffenlobbyist Schreiber und der Streit um die Plakate von Vera Lengsfeld stoßen bei den Usern auf Kritik. Lediglich der Urheberrechtstreit um die Schäuble-Plakate ist überwiegend neutral besetzt. Zwar gelingt es den Grünen nicht, die Zahl ihrer Fürsprecher im Netz zu steigern, doch können sie mit der Forderung einer besseren Entlohnung für Erzieher und der Kritik an den Journalismuspraktiken der Leichtatlethik-WM punkten. Sexismus und Rassismus auf ihren Wahlplakaten sorgt hingegen für Entrüstung. Schlecht läuft es für die Linke, die ebenfalls in tiefem Rot versinkt
Themenindex der Kandidaten
Kanzlerkandidat Steinmeier gelingt es in dieser Erhebung zum ersten Mal, mehr Posts in seinem Umfeld zu sammeln als Bundeskanzlerin Angela Merkel. Ingesamt befassten sich 3.689 Blogpostings mit ihm, die von 822 Usern kommentiert wurden. Der überwiegende Teil der Kommentare setzt sich kritisch mit dem Kanzlerkandidaten auseinander. Sein Deutschland-Plan wird von den Usern als unrealistisch aufgefasst, ebenso wie sein Versprechen, vier Millionen neue Jobs zu schaffen. Der Kanzlerin gelingt es im Gegensatz dazu, die Mehrzahl der User zu Fürsprechern zu machen. Der angekündigte Wahlkampfauftritt in Freiburg, die Absage an einen Einwanderungsstopp und ihre Beliebtheit bei jungen Wählern kommt gut an. Eine deutliche Steigerung der Postings konnte FDP-Chef Guido Westerwelle verzeichnen. Zusätzlich gelingt ihm mit dem Vorschlag, den Mehrwertsteuersatz auf Energie zu senken und dem Ausschluss einer Ampel-Koalition ein positives Involvement. Die Spitzenkandidaten der Grünen, Trittin und Künast, konnten zwar ihre Präsenz im Web 2.0 steigern, aber lediglich die Podiumsdiskussion mit Claudia Roth freut die User. Schlecht steht auch Spitzenkandidat Lafontaine da: Alle Themen in seinem Umfeld erhalten ein negatives Feedback der Community.
Die aktuellen Ergebnisse des Wahl-im-Web-Monitors können hier abgerufen werden: Wahl-im-Web-Monitor 14. August 2009
Wahl-im-Web-Monitor zur Bundestagswahl 2009 – 18.07.2009 bis 31.07.2009
Wie alle zwei Wochen das aktuelle Wahl-im-Web-Monitoring zur Bundestagswahl.
Die Top Themen der letzten zwei Wochen
- Ulla Schmidts Dienstwagen auf Spanienreise gestohlen
- Andrea Nahles wünscht sich Wahnsinnsaufholjagd für die SPD
- Saarlands Ministerpräsident sieht Nachbesserungsbedarf bei MwSt
- Grüne fordern Fahrsicherheitstest für Rentner
- Steinmeier präsentiert Kompetenzteam
Die Top-Twitterer der letzten zwei Wochen
- Die_Gruenen
- FDP_Fraktion
- CDUCSU
- hubertus_heil
- gruene_jugend
Aktivitätsindex
Knapp drei Monate vor der Bundestagswahl liegt die CDU in den Social Media beinahe uneinholbar vorn. Der Union gelang es in der Erhebungsphase, die Zahl ihrer Facebook-Unterstützer um 10 Prozent zu steigern. Deutlicher Gewinner ist Kanzlerin Merkel, die mit mehr als 13.000 Fans fast drei mal so viele User begeistert wie Herausforderer Steinmeier. Die SPD musste leicht Webaktivität abgegeben und reiht sich hinter den Grünen auf Platz drei ein, welche leicht ebenso etwas verloren. Besonders hervorzuheben ist die Twitteraktivität der Grünen, die mit 11.503 Followern die Statistik anführt. Die Liberalen bauten auch in dieser Analyse die Präsenz in den Social Media aus und konnten den Anteil ihrer Webaktivität etwas steigern. Der Linken gelang es in den Communities erneut zu wachsen, sie liegt jedoch weiterhin weit abgeschlagen hinter allen anderen Parteien. Vor allem die Spitzenpolitiker der Parteien sind in den Social Media nicht zu finden und behindern so das Wachstum ihrer Partei im Netz.
Themenindex Parteien
Der SPD gelang es auch in dieser Erhebungsphase, den deutlichen Vorsprung von Blogposts im Parteienumfeld zu halten. Erneut sind die Kommentare der User aber auch von einer negativen Tonalität geprägt. Ein besonders starkes Involvement konnte der gestohlene Dienstwagen von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt generieren, jedoch empfand der überwiegende Teil der Kommentatoren die Nutzung im Urlaub als nicht angemessen. Ebenso stößt der verbreitete Optimismus der SPD auf wenig Verständnis bei den potenziellen Wählern, denn die wünschen sicher lieber mehr Inhalte im Wahlkampf. Nur unwesentlich positiver verliefen die letzten beiden Wochen für die CDU: Das erneute Aufflammen der Mehrwertsteuer-Debatte verärgerte die Kommentatoren ebenso wie die Haltung zum Mord im Dresdner Gericht. Darüber hinaus sieht sich die Union mit Rassismusvorwürfen konfrontiert, die bisher nicht eindeutig zurückgewiesen worden. Besser läuft es für die FDP: Mit der angestrebten Klage gegen die Millionenstrafe aus der Möllemann-Affäre und der Öffnung gegenüber einer Ampelkoalition im Saarland konnten die Liberalen Fürprechergewinnen. Die Grünen konnten am meisten mit dem Vorschlag eines Fahrsicherheitstests für Senioren überzeugen, während die Linke mit der erneuten Forderung nach einem sofortigen Afhanistanabzugpunkten konnte.
Themenindex der Kandidaten
Auf Seiten der Spitzenkandidaten macht sich in der Erhebung das Sommerloch in vollem Ausmaß bemerkbar. Allen Kandidaten fiel es in den letzten beiden Wochen schwer, Kommentatoren zu motivieren. Besonders Kanzlerin Merkel konnte den Trend der letzten Wochen nicht abwenden und sorgte mit eher banalen Themen, wie ihrem neuen Internetauftritt oder einem Sommerinterview auf YouTube für Involvementin der Community. Der Streit zwischen ihr und dem CSU-Vorsitzenden Seehofer ließ die User eher kalt.
Zum dritten Mal in Folge musste Kanzlerkandidat Steinmeier drei negativ kommentierte Themen wegstecken. Weder sein Kompetenzteam noch die öffentliche Kritik an Ulla Schmidt überzeugte die User; zusätzlich sah er sich dem Vorwurf ausgesetzt, immer unsympathischer zu werden.
Besser steht hingegen Guido Westerwelle da: Indem er erneut die Abschaffung der Wehrpflicht forderte, begeisterte er die Community, generierte aber nur ein vergleichsweise geringes Involvementbei den Themen Hartz IV und seinen Äußerungen zur bevorstehenden Wahl. [* Bei Künast/Trittin sowie Oskar Lafontaine konnten diesmal nicht ausreichend Kommentatoren ermittelt werden, um aussagekräftige Ergebnisse zu veröffentlichen.]
Die aktuellen Ergebnisse des Wahl-im-Web-Monitors können hier abgerufen werden: Wahl-im-Web-Monitor 31. Juli 2009
Wahl-im-Web-Monitor zur Bundestagswahl 2009 – 04.07.2009 bis 17.07.2009
Wie alle zwei Wochen das aktuelle Wahl-im-Web-Monitoring zur Bundestagswahl.
Die Top Themen der letzten zwei Wochen
- Clement kritisiert Gabriels Haltung bei Atomkraft
- FDP fordert drastische Hartz IV Kürzung
- Schlagersänger Christian Anders beschimpft Bundeskanzlerin
- Lafontaine und Gysi loben Papstforderung nach moralischer Wirtschaft
- Grüne fordern Schließung von Krümmel
Die Top-Twitterer der letzten zwei Wochen
-Die_Gruenen
-hubertus_heil
-tsghessen
-volker_beck
-FDP_Fraktion
Aktivitätsindex
Die Sommerpause in der Politik macht sich auch im aktuellen Wahl-im-Web-Monitor bemerkbar: Im Vergleich zur vorherigen Erhebung ist das Gesamtvolumen der Parteienaktivitäten im SocialWeb stark zurückgegangen. Als Nutznießer dieser Entwicklung konnte sich die Union platzieren, die ihren SocialMedia Score um nahezu 10 Prozent auf 27,8 steigern konnte. Hauptsächliche Aspekt dieses besonders deutlichen Wachstums ist die Steigerung der Fans bei Facebook–mit 19.136 Unterstützern weisen die Christdemokraten nun nahezu ebenso viele Fans auf wie alle anderen Parteien zusammen. Die SPD zeigte in der aktuellen Erhebungsphase kaum Web 2.0-Bemühungen, hielt ihre Werte aber stabil. Aufgrund des CDU-Wachtumsmussten die Sozial-demokratenjedoch Anteile an der Webaktivität abgeben. Während Grüne und FDP ebenso leicht verloren, gelang der Linken eine erneute Steigerung. Mit 7,3 Prozent Anteil an der Webaktivität spielt sie jedoch weiter eine unbedeutende Rolle. Trotz Verlusts halten sich die Grünen auf einem stabilen zweiten Platz mit einer Webaktivität von 24,2 Prozent vor SPD und FDP.
Themenindex Parteien
Auch in der Blogosphäre macht sich der Sommer bemerkbar: Im aktuellen Erhebungszeitraum sank die Gesamtzahl der veröffentlichten Blogbeiträge im Umfeld der Parteien um mehr als 20 Prozent. Deutlich zeigt sich der Verlust des Involvementsbei CDU/CSU, der es scheinbar nicht gelang, ihre bloggenden Fürsprecher zu mobilisieren. So sank die Zahl der Kommentatoren um die Hälfte, zugleich zeigte sich die Tonalität überwiegend negativ. Sowohl die Entgleisung eines Baden-Württembergischen CDU Funktionärs, der Gesine Schwan mit Magda Goebbels verglich, als auch der interne Zwist um den Europa Vertrag fand bei der Community wenig Gegenliebe. Noch dramatischer der Einbruch bei der SPD: Die Zahl der Kommentatoren ging von 3278 auf 863 Kommentare zurück. Dennoch gelang es Wolfgang Clement mit seiner Kritik an Umweltminister Gabriel Fürsprecher zu gewinnen. Die Forderung nach einem Computerspielverbot für Jugendliche und die neue Wahlkampfhelferin –RTL Super-Nanny Katja Saalfrank –konnte die User hingegen nicht überzeugen. Die FDP motivierte die User mit der Forderung nach drastischen Hartz IV-Senkungen und Kritik an der Rentengarantie zum positiven Kommentieren. Stärkstes Argument der Grünen in der aktuellen Erhebungsphase war die geforderte Schließung des AKW Krümmel.
Auch das am häufigsten kommentierte Thema im Umfeld von Kanzlerin Merkel weist eine negative Tonalität auf, denn die User zweifeln im Gegensatz zu ihr stark an der Sicherheit deutscher Atomkraftwerke. Dennoch konnte Merkel mit ihrer Wahlkampfdominanz punkten und auch ihr 55. Geburtstag freute die User im Web 2.0. Besonders wenig Kommentare erhielt in dieser Erhebungsphase FDP-Chef Westerwelle. Nur sechs User kommentierten den geplanten Ausstieg aus dem Atom-Ausstieg und sogar nur drei interessierten sich für seine Kritik an geplanten Einzelrettungspaketen. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch bei den Spitzenkandidaten der Grünen. Auf Seiten der Linken gelang es Lafontaine und Gysi immerhin mit dem Lob für den Papst ein starkes Involvementzu generieren –wenn auch überwiegend negativ.
Die aktuellen Ergebnisse des Wahl-im-Web-Monitors können hier abgerufen werden: Wahl-im-Web-Monitor 17. Juli 2009
Wahl-im-Web-Monitor zur Bundestagswahl 2009 – 20.06.2009 bis 03.07.2009
Wie alle zwei Wochen das aktuelle Wahl-im-Web-Monitoring zur Bundestagswahl.
Die Top Themen der letzten zwei Wochen
- Jörg Tauss entert die Piratenpartei
- Union will Netzsperren bei Urheberrechtsverstößen
- Oettinger plädiert für höhere Mehrwertsteuer
- Grüne werden Ausweitung der Netzsperren nicht akzeptieren
- Zweifel an Merkels Steuerversprechen
Die Top-Twitterer der letzten zwei Wochen
-Die_Gruenen
-hubertus_heil
-tsghessen
-volker_beck
-FDP_Fraktion
Aktivitätsindex
Der Aktivitätsindex zeigt für die Zeit nach den Wahlen zum europäischen Parlament einen allgemeinen Rückgang der Social Media Aktivitäten der Parteien. Lediglich die Union konnte in allen Bereichen zulegen. Mit insgesamt 16.192 Supportern bei Facebook weist die Partei mehr als doppelt so viele Unterstützer auf wie alle anderen Parteien. Hauptgrund dafür ist die gestiegene Aktivität auf dem Portal: es wurden 30 Prozent mehr Kurzmitteilungen in der Community gestreut als zuvor. Anders die SPD: Bei den Sozialdemokraten war Facebook in der Auswertungsperiode nicht das Mittel der Wahl – dementsprechend mussten sie 3,2 Prozent Webaktivität abgeben. Ebenso verloren diesmal auch die Grünen einige Anteile und konnten das starke Wachstum der vorherigen Periode nicht fortsetzen. Der Social Media Score der Grünen stieg um 7,5 Prozent auf 13. Die Liberalen liegen weiter auf konstant gutem Niveau und bauten diesmal vor allem ihre Twitter-Nutzung weiter aus. Der Linken gelang es erneut, deutlich Boden gut zu machen und so startet die Partei mit zweistellig gewachsenen Social Media Score in den Juli.
Deutlichstes Merkmal des Themenindex der Erhebungsphase ist der starke Verlust von Posts im Umfeld der Sozialdemokraten, sodass die beiden Volksparteien diesmal wieder beinah gleich auf liegen. Der Union gelang es in der aktuellen Analyse ein deutlich stärkeres Involvement zu generieren – jedoch diesmal mit durchweg negativer Tonalität in den Kommentaren. Vor allem der Vorstoß, Netzsperren auch bei Urheberrechtsverstößen aktivieren zu wollen, wurde in der Community entschieden abgelehnt. Ebenso fiel Oettingers Vorschlag, die Mehrwertsteuer zu erhöhen bei den Usern durch. Zusätzlich war die Union wegen ihres Wahlprogrammes in der Kritik. Deutlich besser lief es hingegen für die Grünen, obwohl sie nur eine geringe Zahl an Posts im Parteienumfeld auf sich zogen, bewerteten die Kommentatoren diese wie bereits in der letzten Erhebung durchweg positiv. Vor allem mit der entschiedenen Zurückweisung der Netzsperren konnte die Partei potentielle Wähler überzeugen. Bei den Linken stieß die Forderung nach 10 Euro Mindestlohn auf Gegenliebe, obwohl sie sich ebenfalls Kritik am unrealistischen Wahlprogramm gefallen lassen musste. Seitens der FDP kann man sich über viele Fürsprecher und gute Umfrageergebnisse freuen.
Wahl-im-Web-Monitor zur Bundestagswahl 2009 – 06.06.2009 bis 19.06.2009
Wie alle zwei Wochen das aktuelle Wahl-im-Web-Monitoring zur Bundestagswahl.
Die Top Themen der letzten zwei Wochen
- CDU erwägt Sperrung von Killerspiel-Seiten im Netz
- SPD fällt bei Europawahl auf historisches Tief
- SPD Themen schaffen es nicht auf die Medienagenda
- CDU/CSU erzielen gutes Ergebnis bei Europawahlen
- Grüne bei Europawahlen in Freiburg stärkste Kraft
Die Top-Twitterer der letzten zwei Wochen
-Die_Gruenen
-hubertus_heil
-tsghessen
-volker_beck
-FDP_Fraktion
Aktivitätsindex
Auch die Bundeskanzlerin konnte die Zahl ihrer Posts erhöhen – und das mit überwiegend positivem Response der User. Sowohl der harte Kurs bei der Arcandor-Rettung als auch die Spitzenwerte in der aktuellen Stern-Umfrage kommen gut in der Community an. Lediglich ihre Zurückhaltung bei der Abstimmung um die durchgesetzten Netzsperren erzeugt in den Social Media Widerstand. Zwei schlechte Wochen hat Guido Westerwelle zu verzeichnen. Nach durchweg positivem Involvement in der letzten Untersuchung gelingt es dem Liberalen weder mit selbstbewusstem Auftreten, noch der Stimmenthaltung bei der Netzsperren-Debatte die User für sich zu gewinnen. Zusätzlich hat er mit der Kritik an der Politik seiner Partei zu kämpfen.
Bei Künast/Trittin sowie Oskar Lafontaine konnten diesmal nicht ausreichend Kommentatoren ermittelt werden, um aussagekräftige Ergebnisse zu veröffentlichen.
Videodialog, öffentlich-rechtlich
Das Internet steigert einen Trend, den wir spätestens seit “Deutschland sucht den Superstar” auf breiter Bühne kennen. Das neue mediale Credo heißt: Du kannst im Mittelpunkt stehen! Du kannst berühmt sein! Jederzeit, über jeden Kanal. YouTube feiert diesen Fetisch des Ich genauso wie die sozialen Netzwerkseiten.
Nun hat das ZDF die Chance genutzt, das Casting-Format auf die politische Bühne zu heben. “Ich kann Kanzler” heißt es am 19. Juni auf dem Zweiten. Sechs Kandidaten haben sich durch Video- und Promi-Auswahlsysteme gekämpft, um auf der großen TV-Bühne ihr rhetorischen und visionäres Talent beweisen zu dürfen.Wir sind gespannt auf den Sieger oder die Siegerin! Ein Praktikum im Bundeskanzleramt ist im Preis enthalten – neben Ruhm und Ehr, versteht sich.

Substantieller ist da ein anderes, gerade erst an den Start gegangenes Videodialog-Format des ZDF in Zusammenarbeit mit YouTube und dem Deutschen Bundestag. Auf dem OpenReichstag-Kanal stellen politisch engagierte Menschen Fragen, die die Community im Crowdsourcing-Verfahren beantwortet. Jürgen Trittin hat den Anfang gemacht mit der urgrünen Frage: “Was sollen wir mit dem Atommüll machen?” Bisher gab es 13 mehr oder minder schlüssige Antworten. Es bleibt abzuwarten, ob das Format zündet. Eines ist aber sicher: Basisdemokratischer Videodialog wird immer wichtiger.











































