Gesamtergebnis des Wahl-im-Web-Monitors
Diesmal und abschließend die Gesamtergebnisse des Wahl-im-Web-Monitors zur Bundestagswahl 2009.
Am Anfang stand die Frage, ob der letzte US-Wahlkampf insbesondere in den social media so oder anders Impulse in Deutschland setzen würde. Uns war auch wichtig festzustellen, ob es diesmal eigenständige, social media getriebene Kampagnenansätze der Parteien und Kandidaten geben würde, die über das, was wir bisher gesehen hatten hinausgehen.
Insgesamt kann man als Fazit ziehen, dass sich die Parteien zur Wahl 2009 tatsächlich eigenständige Kampagnen, vor allem jeweils unterschiedliche Wege gegangen sind, ihre Botschaften online zu platzieren. Nach unserem Aktivitätsindex ist die CDU die dominierende Partei gewesen. Allerdings haben wir bei den kleineren Parteien im Zuge des Wahlkampfs massive Zuwächse sehen können. Die FDP hat hier die stärksten Zuwächse gehabtm, die Grünen in der Schlussphase die SPD zu deren lasten überholt. Die Linke hat zum Beispiel bei der Twitteraktivität die höchste prozentuale Steigerung zu verzeichnen, bei Facebook hat dies die GDP prozentual geschafft.
Die Gesamtauswertung kann hier downgeloaded werden, Detailfragen beantworten wir gerne: WiWM_Abschlussauswertung_final
link dose 17.09.2009

Wenn Twitter ein Dorf mit 100 Einwohnern wäre…
…wären 20 bereits tot (stillgelegte Accounts), 50 komplett faul (in der letzten Woche keinen Tweet und nur 5 wären für 75% aller Tweets verantwortlich. Weitere Insights visualisiert gibt es bei informationisbeautiful.net.
Blogs endlich gerecht werden – PR-Pitches
Sally Whittles Blogbeiträge sind wie immer zu empfehlen, dieses Mal ausführlich zum 1×1 der effektiven Blog-Recherche und Pitch.
PR-Pitches bei Blogs – Teil II
…wie ein weniger gelungener Pitch verlaufen kann, dokumentiert Jonathan Fields in seinem Blog.
Video-Interview mit Robert Gibbs
Leider nicht per “embed” verfügbar, aber trotzdem sehenswert: Robert Gibbs, Sprecher des Weißen Hauses im Gespräch mit John Harwood von der New York Times.
Case Study zum Umgang der US Army mit Twitter
Eine sehr detaillierte Case Study liefert Corey Christiansen zum Einsatz von Twitter bei der US Army. Für Social Media Policies in großen Organisationen sicherlich hilfreich.
Wie AT&T “Seth the blogger guy” zur Krisenkommunikation einsetzt
Wer ist der bessere Social Media-Kommunikator: ein Angestellter des Unternehmens oder die PR-Agentur? AT&T geht den zweiten Weg und wird hierfür heftigst kritisiert.
Foto unter CC by deed 2.0 von F. Montino
Wahl-im-Web-Monitor zur Bundestagswahl 2009 – 29.08.2009 bis 11.09.2009
Wie alle zwei Wochen das aktuelle Wahl-im-Web-Monitoring zur Bundestagswahl.
Die Top Themen der letzten zwei Wochen
- CDU/CSU muss sich Internetzensur vorwerfen lassen
- CDU gegen erneuten Anlauf im NPD-Verbotsverfahren
- Steinbrück „rigorosester Politiker“
- Zypries findet Piraten zu konservativ
- Jung verteidigt Angriff auf Tanklaster in Afghanistan
Die Top-Twitterer der letzten zwei Wochen
- Die_Gruenen
- cdu_news
- FDP_Fraktion
- hubertus_heil
- Linksfraktion
Aktivitätsindex
Die letzte Ausgabe des Wahl-im-Web-Monitors zur Bundestagswahl 2009 konzentriert sich noch einmal auf die Internetaktivitäten der fünf größten deutschen Parteien.
Die CDU dominiert die Social Media mit einem Drittel der Webaktivität weiterhin deutlich, vor allem durch die Präsenz der Bundeskanzlerin im Netzwerk Facebook. Dort konnte die CDU-Chefin 26.292 Unterstützer gewinnen. Mit deutlichem Abstand folgen auf Platz 2 die Grünen, die während des Wahlkampfes verstärkt den Microblogging-Dienst Twitter nutzen und dort mit 13.144 Followern weit vor allen anderen Parteien liegen. Dicht dahinter kann sich die SPD positionieren, die vor allem in der heißen Phase des Wahlkampfes weniger auf das Internet setzte und so in den letzten Wochen Verluste hinnehmen musste. 15,5 Prozent der Webaktivität kann die FDP für sich beanspruchen, die ähnlich wie die Grünen auf eine verstärkte Nutzung von Twitter setzte. Allerdings hören das Gezwitscher weitaus weniger Follower. Die Linke liegt mit einer Aktivität von 8,2 Prozent weit abgeschlagen auf dem letzten Platz. Weder seitens der Politiker noch seitens der Wähler war Interesse an einem Internetwahlkampf zu spüren.
Themenindex Parteien
Die qualitative Betrachtung der Blogposts Parteienumfeld über den Zeitraum der vergangenen zwei Wochen zeigt insgesamt eine eher negative Wahrnehmung der Parteien. CDU/CSU generieren mit den in ihrem Umfeld diskutierten Themen ein sehr starkes negatives Involvement. Vor allem das Thema Netzsperren beschäftigt die Internetnutzer nach wie vor. 1.125 Kommentatoren nahmen sich des Themas überwiegend negativ an. Die Absage an ein erneutes NPD-Verbot stieß ebenso auf Kritik wie der Umgang des Verteidigungsministers mit den Angriffen auf Tanklaster in Afghanistan. Etwas besser schneiden die Sozialdemokraten ab: Die Art von Finanzminister Steinbrück erhält ein positives Feedback, Zypries‘ Kommentare zur Piratenpartei und die breiten Verluste bei den Landtagswahlen können hingegen nicht überzeugen. Durchwachsen zeigt sich auch die Stimmung gegenüber der FDP, die zwar Kritik für die Forderung nach einer längeren Atomkraftwerkslaufzeit erntet, die User mit dem neuen Wahlkampfgehilfen Clement jedoch begeistert. Während bei den Grünen die Freude über den Rücktritt von Dieter Althaus die User mitreißt, muss die Linke durchweg negatives Feedback einstecken. Sie scheint als Regierung nicht gewollt, gilt als nicht demokratisch und es wird diskutiert ob die Piratenpartei nicht eine Alternative zur Linken sei.
Das Stimmungsbild der Blogosphäre im Umfeld der Spitzenkandidaten spricht zuletzt wie anfänglich eine eindeutige Sprache: Bundeskanzlerin Merkel dominiert die deutsche Bloglandschaft mit 49,5 Prozent aller Postings und kann in der aktuellen Erhebung ein überwiegend positives Involvement generieren. Besonders gelobt wurde von den Usern die Live-Schaltung ihrer Wahlkampfauftritte im Internet und der Launch der dritten Welle von Großflächenplakaten in deutschen Städten. Kanzlerkandidat Steinmeier kann hingegen nur knapp ein Viertel (23,8 Prozent) aller Blogposts auf sich vereinen. Seine Attacke gegen NRW-Ministerpräsident Rüttgers wegen seiner rassistischen Äußerung findet bei den Usern Anklang, die Vorfreude auf das Kanzlerduell stieß hingegen bei den Kommentatoren eher auf Unverständnis. FDP-Chef Westerwelle wird in der Blogosphäre zunehmend sympathisch wahrgenommen, die Forderung nach stärkeren Hartz IV-Sanktionen ärgert die Internetnutzer jedoch. Seitens der Grünen ist das Involvement der Community zwar noch immer gering, mit der Kritik an Rüttgers kann Renate Künast jedoch ein positives Feedback generieren. Oskar Lafontaine erntet Zustimmung für pazifistische Äußerungen, der neue TV-Spot und sein Wahlkampfauftritt in Freiburg stoßen in der Community jedoch auf Kritik.
Die aktuellen Ergebnisse des Wahl-im-Web-Monitors können hier abgerufen werden: Wahl-im-Web-Monitor 15. September 2009
Wahl-im-Web-Monitor zur Bundestagswahl 2009 – 15.08.2009 bis 28.08.2009
Wie alle zwei Wochen das aktuelle Wahl-im-Web-Monitoring zur Bundestagswahl.
Die Top Themen der letzten zwei Wochen
- Lissabon Vertrag: Gauweiler spricht sich gegen neue Verfassungsklage aus
- SPD plant Stiftung gegen Rechtsextremismus
- Brennende Autos: Berliner CDU macht rot-roten Senat verantwortlich
- Merkel äußert sich zur Piratenpartei
- Kanzlerkandidat Steinmeier spricht in Freiburg
Die Top-Twitterer der letzten zwei Wochen
- Die_Gruenen
- cdu_news
- FDP_Fraktion
- hubertus_heil
- Linksfraktion
Aktivitätsindex
Um weitere Entwicklungen im Blickfeld der Bundestagswahl zu beleuchtend betrachtet die aktuelle Ausgabe des Wahl-im-Web-Monitors zusätzlich die Internetaktivität der Piratenpartei. Vier Wochen vor der Wahl zeigt sich eine deutliche Dominanz der Internetpartei im Social Web. Mit einem Anteil an Webaktivität von 32,9 Prozent kann sie sich nahezu aus dem Stand an die Spitze setzen. Grund für den deutlichen Vorsprung ist die sehr hohe Supporter-Zahl in der Social Community studiVZ, die in der vorliegenden Analyse einmalig Eingang in die Untersuchung gefunden hat. Hinter den Piraten kann sich die CDU mit einem deutlichen Vorsprung etablieren. Den Grünen gelang es in den vergangenen zwei Wochen ihre Aktivität im Web 2.0 auszubauen und so einen höheren Index zu erreichen als die SPD, welche vor allem aufgrund der schwachen studiVZ-Werte von Kanzlerkandidat Steinmeier Einbußen hinnehmen musste. Eine deutliche Konzentration auf Facebook kann den Liberalen einen großen Vorsprung vor den Linken sichern, die sich nach wie vor im Social Web kaum Gehör verschaffen können.
Themenindex Parteien
Betrachtet man im zweiten Analyseschritt die Werte der Parteien in der Blogosphäre zeigt sich auch unter Einbezug der Piraten kaum ein Unterschied: CDU/CSU und SPD liegen weiter nahezu gleich auf. Weiterhin läuft es für die beiden großen Parteien im Themenumfeld aber eher schlecht: Der wieder aufgenommene Kampf gegen den Mindestlohn seitens der Union und die Kritik am rot-roten Senat in Berlin verärgert die User. Die SPD erntet für ihre hartnäckige Kritik am Essen im Kanzleramt sowie Steinmeiers verbleibenden Optimismus ein negatives Userfeedback. Lediglich das Versprechen, eine bundesweite Stiftung gegen Rechtsextremismus zu gründen motiviert Kommentatoren zu einem positiven Feedback. Die hohe Zahl der Postings im Umfeld der FDP resultiert gleichzeitig leider nicht in positiven Kommetaren.
Besonders dramatisch scheint die Entwicklung diesmal bei den Grünen. Neben einem deutlichen Verlust an Postings konnte in der aktuellen Erhebungsphase lediglich eine Person als Fürsprecher gewonnen werden. Überraschend positioniert sich die Piratenpartei durchgehend positiv und zeigt so, dass eine positiver Wahlkampf im Netz möglich ist, dessen Effekte auf einen Wahlausgang jedoch erst im Nachhinein analysiert werden können.
Themenindex der Kandidaten
Nachdem Kanzlerin Merkel in der letzten Erhebung deutlich an Posts in ihrem Umfeld verlor, konnte sie sich mit 51 Prozent der Blogposts im Kandidatenumfeld wieder deutlich an die Spitze setzen, die User jedoch nicht als Fürsprecher gewinnen. Während ihre YouTube-Äußerungen zur Piratenpartei eine neutrale Meinungsbildung nach sich zogen wurde die Kanzlerin für die Verweigerung eines Fernsehduells aller Spitzenkandidaten kritisiert. Lediglich der deutliche Vorsprung von 50.000 studiVZ Supportern gefällt den Kommentatoren. Kanzlerkandidat Steinmeier wurde in diesem Erhebungszeitraum ebenfalls zur Piratenpartei befragt, seine Interviewverweigerung wurde seitens der Community mit negativem Feedback kommentiert. Deutlich besser kann sich FDP-Chef Westerwelle positionieren: Mit seiner Kritik an den Opel-Plänen der Regierung und einer immer wahrscheinlicher werdenden zukünftigen Regierungsbeteiligung kann er die User überzeugen. Renate Künast und Jürgen Trittin fehlen in dieser Erhebung Themen, die User und Blogger zu Reaktionen bewegen. Lediglich Wahlkampfauftritte schaffen es auf die Internetagenda. Eine positive Entwicklung kann auch Oskar Lafontaine verzeichnen: besonders sein Besuch in einer Sat1-Talkshow begeistert die Internetnutzer.
Die aktuellen Ergebnisse des Wahl-im-Web-Monitors können hier abgerufen werden: Wahl-im-Web-Monitor 02. September 2009
Marken und Blogger
Viel wird im grade über das Verhältnis von Marken und Bloggern, Twitterati, Facebookern etc. geredet. Hier ein schönes und sehr gutes Zitat von Julia Knolle:
Marken sollten ihr Budget viel öfter in Jemanden investieren, der eine großartige Arbeit an der Zielgruppe machen kann. Eben über Internet und Social Media. Einer grossen schwedischen Bekleidungskette habe ich vorgeschlagen Fashion-Blogger stärker zu integrieren, um ihre STORES ZU PUSHEN. Warum nicht fünf Bloggerinnen eine Einladung zum Bloggerevent schicken und sie das spreaden lassen. Wenn man Bloggern das Gefühl gibt, für ihre Arbeit geschätzt und gezielt ausgewählt zu werden, dann LÄUFT DIE SACHE. Aber viele Marken glauben, dass Aufwand und Nutzen in keiner Relation stehen. Dabei ist der Aufwand gering und der Nutzen riesig, wenn man weiss wie es geht…
link dose 03.09.2009
Interview mit Matthew Bishop, The Economist
Matthew Bishop zum Umgang des Economist mit PR und dem “no byline” Feature des Magazins.
PR für Oligarchen
Im Guardian beschreibt Elliot Wilson die Arbeit von Juliana Slaschova, ihres Zeichens PR-Beraterin für Russlands Elite.
Teens – die “it” Zielgruppe online?
“Teens don’t tweet” – Das war der Beginn der großen Diskussion rund um Teens und deren Mediennutzung. In einem nicht repräsentativen Panel wurde dieser Frage nun weiter nachgegangen.
Apple PR – nicht viele können sich das leisten
Ein Datum, Ortsangabe und Foto mit dem Slogan “It’s only rock and roll but we love it” – das sind die Inhalte einer Einladung für ein Presse-Event. Denkbare PR-Arbeit bei anderen Marken?
Die gefühlte Lesbarkeit
Ein langer und absolut lesenswerter Artikel beim Design Tagebuch zum Thema Fonts. Mir war vorher jedenfalls nicht bewusst, welche Schrift bei den Themen Sport, Kultur oder Politik präferiert wird.
Foto unter CC Attribution Generic 2.0 von prakhar
Wahl-im-Web-Monitor Spezial
Sechs Monate nach dem Start des Wahl-im-Web-Monitors und fünf Wochen vor der Bundestagswahl 2009 ist es Zeit, ein vorläufiges Resümee zum Online-Wahlkampf 2009 zu ziehen. Angela Merkel lächelt uns auf Facebook entgegen und Frank-Walter Steinmeier erzählt von der neuen Kampagne auf Twitter, doch diese Impressionen beantworten nicht die zentrale Frage: welchen Effekt hat diese Social Media-Aktivität wirklich auf den Wahlausgang? Was ist nach dem Obama-Social-Media-Hype in Deutschland übrig geblieben? In der Spezialausgabe des Wahl-im-Web-Monitors schauen wir uns genauer an, welche Effekte die Social Media-Gehversuche der Parteien hatten und wagen einen Ausblick darauf, wie man die klassische Markt- und Meinungsforschung durch das Social Media-Monitoring in Echtzeit ergänzen kann.
Das Ergebnis als PDF: wahl-im-web-monitor-spezial.pdf
Wahl-im-Web-Monitor zur Bundestagswahl 2009 – 1.08.2009 bis 14.08.2009
Wie alle zwei Wochen das aktuelle Wahl-im-Web-Monitoring zur Bundestagswahl.
Die Top Themen der letzten zwei Wochen
- SPD stürzt auf tiefsten Umfragewert in ihrer Geschichte
- Ulla Schmidt trotz Dienstwagen-Affäre im Kompetenzteam
- Urheberrechtsstreit um Schäuble-Plakat geht nicht vor Gericht
- Merkel besucht Freiburg während ihres Wahlkampfes
- Steinmeier verteidigt seinen Deutschland-Plan
Die Top-Twitterer der letzten zwei Wochen
- Die_Gruenen
- cdu_news
- FDP_Fraktion
- hubertus_heil
- Linksfraktion
Aktivitätsindex
In 40 Tagen entscheidet sich, wer Deutschland für die nächsten vier Jahre regieren wird. Den Parteien wird langsam bewusst, dass sie sich in der heißen Phase des Wahlkampfs befinden, weshalb sie sich auch in den Social Media um starkes Wachstum bemühen. Das Mittel der Wahl in der aktuellen Erhebung war der überwiegende Einsatz der Internet-Community Facebook. Abgesehen von der Linken traten alle Parteien verstärkt mit ihren Wählern in Kontakt und versorgten sie über die Kurzmitteilungsfunktion mit Neuigkeiten aus erster Hand. Durch das gestiegene Web-Aufkommen wurde es in der aktuellen Analyse für die Parteien schwieriger, ihren Anteil an Webaktivität zu halten oder gar weiter auszubauen. Die CDU steigerte ihren Anteil um ein Prozent auf 33 Prozent. Ebenso gelang der Linken eine Steigerung: Mit 7,4 Prozent Anteil an Webaktivität liegt sie weiter an vierter Stelle. Während die Grünen ihre Position festigten, verlor die SPD fast zwei Prozent. Auch die FDP musste ein Prozent ihrer Webaktivität abgeben.
Themenindex Parteien
Auch die Betrachtung der Blogpostings im Parteienumfeld spiegelt das gestiegene Interesse an der Bundestagswahl wider. Allein der SPD gelang es, die Zahl der Internet-Postings, die sich mit den Sozialdemokraten befassen, fast zu verdoppeln. Mit knapp 9.500 liegt sie nun nahezu uneinholbar vor der Union. Betrachtet man aber das durch die Postings generierte Involvement der Web 2.0-Community zeigt sich ein desaströses Bild: Zum dritten Mal in Folge ernten die Sozialdemokraten eine negative Tonalität für die am meisten diskutierten Themen. Der unaufhaltsame Absturz in den Umfragen, die Dienstwagen-Affäre um Ulla Schmidt und Münteferings Äußerungen zur Qualität der Wählerumfragen können die User nicht überzeugen. Nicht besser aber die CDU: Die Auslieferung von Waffenlobbyist Schreiber und der Streit um die Plakate von Vera Lengsfeld stoßen bei den Usern auf Kritik. Lediglich der Urheberrechtstreit um die Schäuble-Plakate ist überwiegend neutral besetzt. Zwar gelingt es den Grünen nicht, die Zahl ihrer Fürsprecher im Netz zu steigern, doch können sie mit der Forderung einer besseren Entlohnung für Erzieher und der Kritik an den Journalismuspraktiken der Leichtatlethik-WM punkten. Sexismus und Rassismus auf ihren Wahlplakaten sorgt hingegen für Entrüstung. Schlecht läuft es für die Linke, die ebenfalls in tiefem Rot versinkt
Themenindex der Kandidaten
Kanzlerkandidat Steinmeier gelingt es in dieser Erhebung zum ersten Mal, mehr Posts in seinem Umfeld zu sammeln als Bundeskanzlerin Angela Merkel. Ingesamt befassten sich 3.689 Blogpostings mit ihm, die von 822 Usern kommentiert wurden. Der überwiegende Teil der Kommentare setzt sich kritisch mit dem Kanzlerkandidaten auseinander. Sein Deutschland-Plan wird von den Usern als unrealistisch aufgefasst, ebenso wie sein Versprechen, vier Millionen neue Jobs zu schaffen. Der Kanzlerin gelingt es im Gegensatz dazu, die Mehrzahl der User zu Fürsprechern zu machen. Der angekündigte Wahlkampfauftritt in Freiburg, die Absage an einen Einwanderungsstopp und ihre Beliebtheit bei jungen Wählern kommt gut an. Eine deutliche Steigerung der Postings konnte FDP-Chef Guido Westerwelle verzeichnen. Zusätzlich gelingt ihm mit dem Vorschlag, den Mehrwertsteuersatz auf Energie zu senken und dem Ausschluss einer Ampel-Koalition ein positives Involvement. Die Spitzenkandidaten der Grünen, Trittin und Künast, konnten zwar ihre Präsenz im Web 2.0 steigern, aber lediglich die Podiumsdiskussion mit Claudia Roth freut die User. Schlecht steht auch Spitzenkandidat Lafontaine da: Alle Themen in seinem Umfeld erhalten ein negatives Feedback der Community.
Die aktuellen Ergebnisse des Wahl-im-Web-Monitors können hier abgerufen werden: Wahl-im-Web-Monitor 14. August 2009
Die Großen Marken im Social Web
Interessante Zusammenstellung von Cases großer Marken und deren Aktivitäten im Social Web.
Den Report gibt es hier,von ENGAGEMENTdb.
via XEIT
Social Media-Wüste im Healthcare-Marketing in Deutschland?
Alle reden über Social Media, auch im Gesundheitsbereich ist es oftmals Thema in Diskussionen, manchmal sogar hitzig. So weit so gut, es wird scheinbar viel darüber nachgedacht.
Aber sprechen Sie denn Social Media? Viele unserer Kunden aus anderen Bereichen nutzen den neuen Kanal bereits, um direkt mit ihren Zielgruppen in der Sprache Twitter, Blog oder Widget zu kommunizieren. Die finale Entscheidung für Social Media hängt letztlich davon ab, wie man die Chancen und Risiken abwägt. Aktuell sind in Deutschland fast 70 Prozent online und alle Zielgruppen auf verschiedenen Portalen vertreten, so auch zum Beispiel die Generation 50+, der man noch immer gerne diese Affinität abspricht.
Patienten tauschen sich auf Online-Communities aus und greifen verschiedenste Themen auf. Häufig werden auch Arztaussagen oder Behandlungsmaßnahmen kritisch hinterfragt. Und wenn wir ehrlich sind: Wer hat noch keine Symptome, eine Krankheit oder ein Medikament gegoogelt? Wie die in den USA durchgeführte ethority-Studie zeigte, informieren sich 59 Prozent der Befragten in den unterschiedlichen Internetangeboten zum Thema Healthcare, bevor sie zum Arzt gehen – eine erstaunliche Zahl, deren Entwicklung sicherlich auch auf den deutschen Markt übertragbar ist. Der deutsche Markt ist hier noch von großen Gesundheitsportalen wie netdoktor.de dominiert, doch auch hier lässt sich vermehrt Web 2.0 finden. Laut der Befragung gewinnen insbesondere Social Media-Offerten, wie Foren, Blogs und Social Communities vermehrt Zuspruch bei den Usern. Fast jeder Dritte in der Befragung nutzte für sich die Vorteile der nutzergenerierten Medien im Bereich Gesundheit.
Hier verbirgt sich großes Potenzial, aber der deutsche Healthcare-Markt hinkt den anderen europäischen Ländern und dem US-Markt hinterher. Nicht ganz unverständlich, da die Gesundheitsindustrie durch das deutsche Heilmittelwerbegesetz weder Produktnamen noch den Wirkstoff außerhalb der medizinischen Fachkreise nennen darf.
Was Kunden aber tun können und auch sollten ist, Social Media und den Austausch mit der Zielgruppe zu nutzen, um über die Erkrankungen an sich oder zum Beispiel gesundheitspolitische Themen und Inititiativen zu sprechen. Einige deutsche Pharmaunternehmen nutzen bereits Twitter und Blogs, um sich direkt mit ihrer Zielgruppe auszutauschen. Eine Einschätzungen meiner europäischen Kollegen zu dem Thema unter anderem finden Sie hier:






















