link dose 09.09.2011
Infografik zu den wichtigsten Bezahlmöglichkeiten mit Mobile Devices.
Über 40% des Traffics bei Levi’s ist auf Facebook zurückzuführen, nachdem Levi’s den Like-Button integriert hat. Mehr über den Wert des Facebook Like in einem kurzen Adobe Whitepaper.
MLOVE hat den Mobile Report 2011 mit Insights vom MLOVE ConFestival 2011 veröffentlicht.
Zum Visualisieren des eigenen Social Graphs: Vizualize.Me.
SpiegelOnline stellt 10 Buzz-Aggregatoren vor, die das Web samt Social Media nach bestimmten Kriterien durchforsten und die wichtigsten Funde ermitteln.
Und zum Schluss noch ein kleiner Verriss der deutschen “Wired”.
@DB_Bahn: Retourkutschen fahren auch am Wochenende
Ein großes Thema des ersten Halbjahres 2011 war definitiv die Öffnung der Bahn auf Twitter als @DB_Bahn nach den zwiespältigen Erfahrungen des Cheftickets bei Facebook im letzten Herbst. Viel wurde geschrieben über 9 Monate Vorbereitung inklusive langem „Über-die-Schulter-schauen“ beim großen Bruder @Telekom_hilft, die Alterung des zuständigen Projektmanager um 3 Jahre, das innovative „Stresstesting“ im Vorlauf und dann ein wirklich gelungener Rollout inkl. Blogger-Roundtable und Hintergrundgesprächen in unterschiedlichen Städten. Zeit für ein kleines 3-Monats-Fazit mit großer Neugier.
Vor genau drei Monaten am 8.6. öffnete dann @DB_Bahn die Twitterpforten, und schnellte von 0 auf 6000 Follower in nur 3 Tagen empor. Seitdem verläuft das Wachstum in soliden Größenordnungen, 30+ Follower werden aktuell im Schnitt pro Tag gewonnen, und der account steht bei knapp 10.000. 65 Tweets pro Tag sind eine robuste Hausnummer am unteren Ende des Erwartungsrahmens (die Kapazitäten sind auf 300 Tweets pro Tag ausgelegt). Beeindruckend ist die Konstanz der Tweetmenge über einen recht langen Zeitraum.
Auch den Vergleich mit dem Vorbild Telekom_hilft muss die Bahn nicht scheuen. Der Account liegt bei knapp 15.000 Followern, wächst aber mit 15-20 pro Tag doch etwas langsamer, im Schnitt liegen die Anzahl der Tweets leicht über der Bahn mit 76 bei deutlich volatilerem Verlauf…
Das Fazit der Bahn selbst, vor 6 Wochen auf den Servicenotizen veröffentlicht (auch hier diente die Telekom als Vorbild für einen Ort für alle Informationen, die 140 Zeichen überschreiten), ist entsprechend tendenziell positiv. Vor allem über die sachliche Grundstimmung darf man sich dort zu recht freuen, nicht zuletzt im Lichte der Vorerfahrungen.
Bereits im Juli war eine Facebook-Erweiterung (wieder: s. Telekom_hilft) dieses Kundendienst-Portals angekündigt worden – diese ist allerdings noch nicht erfolgt. Vielleicht ist das ja auch gar nicht schlecht so – zumindest solange eine echte Facebook-Strategie bei der Bahn noch nicht in Sicht scheint.
Insgesamt scheint die Strategie der Bahn hinter @DB_Bahn also zunächst aufgegangen, eher unaufgeregt und solide, aber so war das ja auch gedacht.
Warten wir nun auf die nächsten Kundenzufriedenheitsbefragungen und schauen, ob sich die Öffnung positiv niederschlägt.
Umgekehrt beobachten wir nämlich mit großem Interesse und erheblicher Freude diese Korrelation von Kundenzufriedenheit und social media content. Carglass, schon 2x in Folge Deutschlands kundenorientiertester Dienstleister, hat aktuell eine spektakuläre Pinnwand voll von echter Fürsprache auf Facebook – gute Qualität zählt sich also aus!
Mit Blick auf die großen Serviceaccounts bleibt nur noch das Wochenendphänomen (s. die Verläufe oben) zu klären…: Obwohl die Bahn nur von Montag bis Freitag, 6-20 Uhr „Schicht“ macht, schafft die Bahn einen recht regelmäßigen Tweetflow auch übers Wochenende. @Telekom_hilft hatte über einige Monate ein sehr auffälliges Wochenendloch, obwohl das Telekom-Team zusätzlich noch Samstag die Twitterpforten öffnet – da drängt sich die Frage auf: klar – Bahnfahren ist ein Wochenendthema, aber entsteht Servicenachfrage an die Telekom nur wochentags? Die Lücken sind mittlerweile geschlossen, die Wochenenden sind ebenfalls prall gefüllt – und es steht fest: Retourkutschen fahren auf Twitter auch an Wochenenden.
link dose 31.08.2011

Goodwill Logo
Die besten Logos sprechen für sich. Doch genau die gewünschte Botschaft in einem Logodesign unter zu bringen, das ist die große Kunst. 20 Clever Logos with Hidden Symbolism.
Das location-based Social Network Foursquare konnte während des Hurricanes Irene genutzt werden, um sich in New York City Evakuierungszentren auf einer Karte auch mobil anzeigen zu lassen: Hurricane Irene: Find an NYC Evacuation Center on Foursquare.
500 people in 100 seconds holding more than 1,500 developed pictures…
Vielerorts wird noch behauptet, Online Coupons seien das nächste große Ding. Das sieht Facebook anders und hat seinen eigenen Gutschein-Dienst „Facebook Deals“ nach viermonatiger Testphase abgeschaltet.
Neuer Post von Brian Solis dazu, wie sich Social Media verändert, weg vom Marketing Kanal, hin zu einer Plattform des Zuhörens und des aktiven Engagements: The end of Social Media 1.0.
Der Moslem war’s! Lesenswerter Artikel über rassistische Kommentare u.a. in Foren.
Jeremiah Owyang stellt fest, dass es gut ist, wenn man einiges an Community Management outsourced – bisher galt immer das Gegenteil. Coole Sache: WS ist als Best Practice erwähnt.
Google & Motorola – Data Marketing 3.0
Jetzt ist es wieder so weit.
Mit dem Kauf von Motorola startet Google erneut einen Versuch auch selbst in den eigentlichen Telephonmarkt vorzudringen. Dies hatte das Unternehmen zurückhaltender bereits mit dem Nexus versucht hat.
Unsinn, werden sich nun viele denken. Google ist mit seinem Betriebsystem “Android” schon lange im Markt unterwegs und es geht dem Konzern nicht um die Integration von Hard- uns Software, wie bei Apple. Das eigentliche Ziel war die Akquisition von Patenten. Schließlich ist dort schon seit Längerem ein Streit zu beobachten, der die Kosten von “Android”-Handys in die Höhe treibt und gegen den Google sich bis dato kaum wehren konnte.
Und sicher, man kann kaum abstreiten, daß das ein perfekter Kaufgrund ist. Vermutlich auch einer der Hauptgründe. Daß durch den Kauf jedoch auf Dauer keine Nachteile für die weiteren Android-Partner zu befürchten sind, ist illusorisch – ganz gleich, was Google beteuern mag.
Denn: Google muß sich nicht auf dem Hardware-Markt herumtreiben, um Apple zu schlagen. Aber es hilft, wenn man die Hardware selbst herstellt. Man kann dann etwa Tracking-Mechanismen einbauen, von denen niemand etwas weiß. Es hilft auch allgemein dabei Daten zu sammeln. Wie in einem früheren Beitrag erklärt, geben wir meistens ja recht freiwillig Auskunft.
Der Deal mit Motorola zeigt auf, daß es eine klare Richtung gibt, in die Konzerne wie Google, Amazon, Apple und Co. derzeit marschieren.
Die Autoren Ole Reißmann, Christian Stöcker und Matthias Kemp haben diese Richtung in Form einer Wunschliste aufbereitet:
- Zugriff auf einzelne Nutzer über Hard- oder Software; am besten beides.
- Ein Onlineshop für digitale Medieninhalte und Spiele.
- Ein eigenes digitales Zahlungssystem.
- Erhebung möglichst umfangreicher Nutzungsdaten zur optimalen Anpassung von Werbung und Marketing.
- Am liebsten natürlich eine Suchmaschine.
- Ein eigenes soziales Netzwerk, um das Gefüge der eigenen Kundschaft abbilden zu können und Marketing und Werbung entsprechend zu verfeinern.
(Zitiert nach der verlinkten Wunschliste)
Google, so die Autoren, könne nun überall einen Haken machen – im Gegensatz zu so manchem Wettbewerber.
Und was fällt am meisten auf an dieser Liste? Der größte Vorteil, wenn man an jede Box einen Haken machen kann ist, daß man ein sehr umfangreiches Datenprofil seiner Kunden erstellen kann. Und diese Daten helfen dabei das eigene Geschäft zu perfektionieren – durch eine verebesserte Kundenansprache.
Hierbei kommt vor allem dem Smartphone eine zentrale Rolle zu. Es ist das Herzstück, über die wir viele der Daten eingeben, die sich dann nutzen lassen.
Die größte User-Community über alle relevanten Dienste hinweg zu versammeln ist dabei Ziel des Ganzen.
Derzeit überholt Google Apple dabei durch eine einfache Volte: Google bietet “lediglich” ein Betriebssystem an und dieses System ist kompatibel mit diverser Hardware. Dadurch hat sich das Betriebsystem den größten Marktanteil gesichert. Über das System wiederum laufen die Dienste – die im Falle von Google gleich noch mit seinen Webapplikationen kombiniert werden bzw. Erweiterungen von diesen sein können.
Ähnlich hat auch einst Apple Microsoft Druck gemacht. Gates Konzern versuchte damals sich abzugrenzen, während Apple auf Integration setzte. Seitdem Apple jedoch selbst so groß geworden ist, entwickeln sie sich immer deutlicher in dieselbe Richtung wie Microsoft.
Mit dem Kauf von Motorola hat auch Google einen solchen Schritt getan.
Weshalb? Zum einen ist es natürlich so, daß es jedem Konzern an sich besser gefallen müßte, wenn er seine Daten mit so wenig anderen Unternehmen wie möglich teilen muß. Das eigene Smartphone hilft da natürlich. Zum anderen ist der Smartphone-Markt eine zusätzliche Einkommensquelle für Google. Wenn man sich ein Android-Handy kauft – weshalb nicht direkt eins, welches mit dem Betriebssystem optimal harmonisiert?
Solch eine Entwicklung zeichnet sich ab und würde Google zu einem Datenmonopolisten machen. Er wäre in der Lage eine Fülle und eine Qualität an Daten über Menschen zu liefern, die kaum eine andere Institution zur Verfügung hat.
Allerdings muß auch hier der Realität Genüge getan werden. Google+ ist noch lange kein Facebook, im Musikbereich ist iTunes noch ungeschlagen und Square hat derzeit ein vermutlich höheres Potential als mobiler Bezahldienst, sowie Paypal eine klar bessere Marktstellung allgemein.
Gemäß ihrer Philosophie, ist es immer noch eine Sache, die sie “wirklich, wirklich gut machen” – und das ist eben die Suche im Internet.
Bei aller Liebe ist Google also nicht perfekt und noch lange kein Überwachungsunternehmen 3.0.
Trotzdem ist das Potential beachtlich. Und es muß auch ganz und gar nicht negativ für uns sein. Während es unangenehm werden könnte, wenn etwa eine Versicherung all diese Daten heranziehen würde, um uns in Prämienklassen einzuteilen, wäres es vielleicht ganz hilfreich, wenn unsere noblen Datenspenden dazu führen würden, daß mir mehr Sachen angeboten werden, die ich auch wirklich gebrauchen kann bzw. die mich interessieren – anstatt sinnlosen Werbespam. Allerdings ist damit natürlich auch die Gefahr verbunden sich ein wenig abzukapseln – und bald nur noch im eigenen Saft zu schwimmen. Aber das tun wir so, oder so. Wir alle lesen nur das was uns interessiert – wir selektieren nicht nur Themen aus, die wir nicht mögen, sondern gleich auch ganze Medien, Kanäle und Darstellungsformen. Das haben wir schon immer getan, auch ohne die freundliche Unterstützung unseres Mega-Unternehemns von nebenan.
Wie viel letztendlich von Google’s “Do no evil” übrig bleiben würde, wenn all diese Daten zusammenkommen – das ist etwas anderes. Schon jetzt hat der Konzern ja oft keine Wahl, als den Informationsanfragen von Regierungen statt zu geben – veröffentlicht allerdings auch einen Report genau zu diesem Thema, der für alle einsehbar ist.
Wie dem auch sei, die eigentliche Herausforderung ist die Nutzung solcher Daten. Nehmen wir einmal an, daß Google die besten Intentionen hat und diese Daten nur verwenden würde, um unser Leben einfacher zu machen.
Selbst dann stellt sich die Frage danach, wie man am besten mit dieser Vielzahl von Daten umgeht, wie man sie darstellt, sie interpretiert und konkrete Handlungsempfehlungen ableitet.
Gerade in der heutigen Zeit, wo alles auf Hochtouren läuft, ist eine operationalisierbare Langzeitplanung zwar schwierig, gleichwohl sind Daten im Wirtschaftsbereich heute schneller und in viel größerer Masse und auch Diversität verfügbar, als noch vor einigen Jahren.
Sauberes, aber auch zeitgemäßes Strategic Planning wird daher immer wichtiger, vor allem das sogenannte “Scenario Planning“. Aber wie kombiniere ich die relevanten Daten zu einem sinnvollen Muster? Wie stelle ich das einfach dar, ohne die Komplexität zu leugnen, die uns nun mal umgibt? Und wie leite ich aus diesen Visualisierungen erfolgversprechende Handlungsempfehlungen ab?
Für kaum eine Management-Funktion ist diese Entwicklung/sind diese Fragen so relevant, wie für die Kommunikation. Die neuen Möglichkeiten, die sich auftun, versprechen für alle Disziplinen eine größere Meßbarkeit und damit verbunden auch eine deutlich bessere Annäherung an klasssische Unternehmenskennzahlen, wie etwa Return on Investment.
Googles stärkstes Kapital sind und bleiben daher weiterhin seine Mitarbeiter. Nur wer in der Lage ist den Datenwust richtig zu filtern, wird in der Lage sein auch wirklich große Schritte damit zu machen.
Ach ja, apropos Schritte: Erinnern Sie sich an den Satz “Ein kleiner Schritt für mich, aber ein großer Schritt für die Menschheit?”
Die Funkgeräte, die bei der Mondlandung damals genutzt wurden stammten von Motorola.
Eine schöne Anekdote. Sicherlich nicht mehr.
Erlauben Sie mir trotzdem, Ihre Lektüre hier mit der Überlegung zu beenden, ob Larry Page und Sergey Brin das gewußt haben, als sie Motorla gekauft haben. Der letzte Punkt in Googles Unternehemnsphilosophie ist: “Great just isn’t good enough.”
Es geht nicht nur um einen Patentkrieg.
link dose 24.08.2011

Image by j_anet under Creative Commons license.
Keine Macht den Trollen dank Facebook Comments. Wie sich am Beispiel der Los Angeles Times zeigt, kann die teilweise Vermeidung von Anonymität zu einem gemäßigten Diskussionston führen.
Marterias “Endboss”-Musikvideo in Gebärdensprache übersetzt – das ist Inklusion.
Anonymous legt gema.de lahm. Statt der Website der Musikverwertungsgesellschaft wurde vorübergehend die Meldung angezeigt, dass “diese Seite in Deutschland nicht verfügbar ist, da sie auf ein Unternehmen verweisen könnte, für das Anonymous die erforderlichen Freiheitsrechte nicht einräumt”. Mehr dazu hier.
Neue Infografik: The Brandsphere by Brian Solis and JESS3.
Jeder Zweite weiß nicht, was der ”Gefällt mir”-Button bewirkt. Laut einer aktuellen Untersuchung von GfK SirValUse glauben die Befragten etwa, durch den Click an einer Art Abstimmung teilzunehmen oder direkt der betreffenden Marketing-Abteilung ein Feedback zu geben.
Automarken auf Facebook

(Photo von jennycu)
Vor einiger Zeit stellte Landau fest: Deutsche Automarken haben die meisten Fans auf Facebook. Den deutschen Qualitätsmarken BMW, VW und Co. ist es offenbar gelungen, die große Faszination, die von ihnen ausgeht, auch auf Facebook effektiv einzusetzen. Eine vielversprechende Ausgangsbasis für eine erfolgsversprechende Unternehmensrepräsentanz auf Facebook bringen sie jedenfalls mit: Unter den weltweit wertvollsten und beliebtesten Automarken sind die deutschen Hersteller traditionell ganz weit vorn dabei.
Diese große Beliebtheit eines Unternehmens auf eine Social Media-Plattform wie Facebook zu übertragen und die User auch bei der Stange zu halten, ist natürlich eine Herausforderung – wie viele User lediglich einmalig „I like Audi“ klicken, um ein profildefinierendes Statement abzugeben, sei an dieser Stelle mal dahingestellt. Denn in welchem Ausmaß die Strahlungskraft und Emotionalität einer Marke und das Standing des Unternehmens sich auch auf die Fanzahlen auf Facebook auswirkt, lässt sich nur mutmaßen. Beachtlich ist in diesem Zusammenhang aber der Umstand, dass z.B. BMW, Audi, Mercedes und Porsche bei den Fanzahlen auf ihren größten Facebook-Fanpages deutlich vor VW liegen – obwohl VW in der realen Welt in einem Jahr mehr Autos verkauft als alle anderen vier Hersteller zusammen und damit auch auf Facebook potenziell viel mehr Menschen – zumindest Kunden – ansprechen könnte. Es lohnt also ein Blick darauf, welche unterschiedlichen Ansätze die Unternehmen auf Facebook verfolgen.
Die größten Fanzahlen erzielen bei allen großen deutschen Automobilherstellern durchweg englischsprachige Fanpages, die Unternehmen treten dabei einfach nur unter dem Firmennamen auf wie Porsche oder mit länderspezifischen Auftritten wie VW USA. Neben ihren großen Plattformen unterhalten viele der Hersteller oft noch weitere Präsenzen auf Facebook. So setzen u.a. Audi und Opel auf eigene länderspezifische Unternehmensseiten für Deutschland. BMW hebt z.B. seine Sparte BMW Motorrad ebenso mit einem eigenen Auftritt auf Facebook ab wie seine neu gelaunchte Subbrand BMW i. Mercedes stellt dagegen mit einem eigenen Auftritt für das Formel 1-Team seine sportliche Seite in den Mittelpunkt. Volkswagen, Daimler, Audi und auch BMW setzen allesamt auf eigene Karriereseiten auf Facebook. Beim Vergleich der Fanzahlen hat BMW auch in diesem Ranking die Nase vorn, und zwar über alle Branchen hinweg – obwohl die Seite im Vergleich zu anderen Karriereseiten eine rein deutschsprachige ist.
Um ihre Modelle in Szene zu setzen, bauen viele der deutschen Automobilhersteller eigene Tabs in ihre Fanpage ein, wie es etwa Mercedes mit dem Tab „Products“ macht. VW setzt dagegen – wie einige andere Automobilhersteller auch – auf eigene Communities für verschiedene Modelle, wie z.B. den neuen VW Beetle, um erste Infos rund um das neue Modell zu bieten und schon im Vorfeld potentielle Käufer anzulocken. Die Hersteller konzentrieren sich dabei häufig auf ihre Produkte mit großem emotionalem Wert – denn diese sprechen mit großer Wahrscheinlichkeit mehr Menschen auf Facebook an als rationale Fahrzeuge – wie z.B. ein VW Lupo – es tun. So versucht Audi gerade mit einem eigenen Auftritt für den A1 eine Community rund um das Modell aufzubauen, das als günstigstes Einstiegsmodell vor allem eine jüngere Käufer- und Fanbasis anspricht. Dafür hat Audi extra einen coolen A1-Song eingespielt, der von Torpedo performt und gemeinsam mit Justin Timberlake produziert wurde – ein gutes Beispiel, wie man speziellen Content für seine Community bereitstellen und ihr somit eine Identität geben kann.
Inhaltlich bieten die Hersteller vor allem Infotainment für ihre Communities wie Fotos, Videos und spezielle Aktionen wie z.B. Mercedes mit dem „Desert Manager“ für SLK Fahrer. BMW veranstaltete in der jüngeren Vergangenheit ein Online-Casting und suchte unter dem Stichwort „One Origin. Two Originals“ weltweit Zwillingspärchen als Markenbotschafter, Audi sammelt Quattro-Stories von seinen Fans und bei Porsche können Fans ihr eigenes Wunschauto designen und verschicken.
Es bleibt ein offenes Rennen zwischen den deutschen Automobilherstellern um die Gunst der Facebook-Gemeinde. Aktuell hat sicherlich BMW die Nase nicht nur bei den Fanzahlen ein Stück weit vorn: spezifische Auftritte für BMW, Mini, BMW Motorrad und BMW i schaffen eigene exklusive Communities, die sich auch inhaltlich vom Content her deutlich unterscheiden. Mit dem Online-Casting zu „One Origin. Two Originals.“ hat BMW zudem erfolgreich eine Kampagne lanciert, die speziell für Facebook entwickelt wurde, gut ankam und eine Menge Feedback generiert hat. Auch die Fanpage von BMW Karriere hat Maßstäbe gesetzt, da sie nicht nur über Karriereoptionen aufklärt und die Jobdatenbank auf Facebook verlängert, sondern auch gezielt spezifische Berufsfelder anspricht wie z.B. der Tab für Softwarejobs, Menschen aus dem Unternehmen vorstellt und über Auftritte bei Events wie z.B. Karrieremessen informiert. Über die Qualität und den Sinn des BMW-Praktikums-Rapsongs kann man aber mindestens geteilter Meinung sein – auch wenn es sicherlich ein Beispiel dafür ist, wie man gerade junge Zielgruppen auf Facebook erreichen kann.
Doch auch die eigenen Communities rund um einzelne Modelle, wie es Audi mit dem A1 macht, sind eine sehr sinnvolle Option für einen Markenauftritt auf Facebook – denn so verschieden, wie die Käufer eines A1 und eines A8 sind, sind auch die Interessen und Vorlieben ihrer Fans auf Facebook. Es bleibt ein offenes Rennen zwischen den deutschen Automobilherstellern um die Gunst der Facebook-Gemeinde – und es wird sich weiterhin zeigen, wem es auch in Zukunft nicht nur gelingt Fans anzulocken, sondern sie auch inhaltlich bei der Stange zu halten.
link dose 17.08.2011

Image by UniversalPlaces under Creative Commons license.
Keine Bretter mehr, aber dafür keine Köpfe – nach Planking folgt nun Horsemaning. Viel Spaß beim Bilder schauen!
Reichweite ist nicht gleich Wahrnehmung (inkl. wirklich guter Infografik).
Interaktive World Park Aktion: Mit Hilfe von QR-Codes lässt sich der NYC Central Park auf völlig neue Art erleben…
…einen Schritt weiter geht Layar Vision, welches reale Gegenstände erkennt und digitalen Content auf ihnen anzeigt. Mehr dazu hier.
10 fantastic social media campaign videos you shouldn’t miss!
Fernsehen wichtigstes Medium – das war einmal. Zumindest bei den 14- bis 29-Jährigen steht das Internet mittlerweile an der Spitze, so eines der Ergebnisse der MTV Networks Studie Leisure Time II.
link dose 09.08.2011
EXIT-Deutschland
Operation Trojaner-Hemd. Auf dem rechtsextremen Rockfestival „Rock für Deutschland“ am 6. August in Gera hat EXIT-Deutschland T-Shirts verteilen lassen, die erst nach dem Waschen ihre wahre Absicht offenbarten.
Ein paar interessante Internet-Statistiken – zusammengetragen und geordnet unter dem Label Google Internet Stats.
Alle bei Facebook, außer Charlotte. Spiegel Online über die Frontalpräsentation des neuen Romans “Schoßgebete” und warum dermaßen mit Social Media gegeizt wird.
Hier und hier zwei kritische Beiträge zu Wikipedia.
9,6 Millionen Bäume werden jedes Jahr für die Produktion US-amerikanischer Kassenbons gefällt… Stephanie Clifford über die vielen Vorteile des elektronischen Kassenbons.
link dose 27.07.2011

Peters Converse
Cooler Tumblr über Socken von einigen WS-Nasen.
Digital IQ Index: Magazines – eine interessante Studie des amerikanischen Marktforschungsunternehmen L2 mit Ranking und Bewertungen der Digitalisierung von 87 Magazinen.
Interview mit Uli Pecher zur Social-Media-Strategie der Deutschen Bank.
Die dritte Ausgabe des Google Magazins „Think Quarterly“ diesmal zum Thema Innovation (Format funktioniert auch mobil wunderbar) – in jedem Fall einen Blick wert.
Ein Überblick über die wichtigsten Studien des zweiten Quartals 2011 zur Online-Kommunikation.
Über die Definition von Rundfunkprogrammen im Internet
Ab wann spricht man von einem linearen Rundfunkangebot? Muss eine Internetseite, sobald sie in regelmäßigen Abständen Live-Streamings anbietet, eine Sendelizenz beantragen?
Diesen und einigen anderen Fragen widmen sich seit ein paar Wochen der Blogger Markus Hündgen (alias Videopunk) und Christoph Keese, Konzerngeschäftsführer „Public Affairs“ bei der Axel Springer AG auf diversen Blogs.
Angefangen hat die Diskussion mit Hündgens Vorwurf, Bild.de wäre ein Piratensender, da auf der Seite u.a. regelmäßig komplette Fußballspiele der Primera Division gezeigt werden und auch die Royal Wedding von William und Kate über mehrere Stunden live auf Bild.de verfolgt werden konnte.
Der genaue Verlauf der Diskussion soll an dieser Stelle nicht erläutert werden, vielmehr wird in diesem Beitrag kurz das Kernproblem aufgezeigt, um das sich die Gespräche drehen.
Wer an den Blog Artikeln der Beiden interessiert ist und zudem erfahren möchte, wie Mario Sixtus es innerhalb dieser Diskussion geschafft hat, eine 1.000€ Spende von Herrn Keese an Creative Commons zu initiieren, der kann auf folgenden Seiten mit der Lektüre beginnen:
Der erste Artikel von Markus Hündgen (auf dem Blog des ZDF):
http://blog.zdf.de/hyperland/2011/07/youtubes-livestreaming-vor-dem-aus/
Die Antwort von Herrn Keese:
http://www.presseschauder.de/warum-bild-de-kein-piratensender-ist/
Eine weitere Antwort vom Videopunk:
http://videopunks.de/hallo-mal-wieder-herr-keese
Und die Creative Commons Diskussion zwischen Mario Sixtus und Christoph Keese:
http://sixtus.cc/lieber-christoph-keese
http://www.presseschauder.de/lieber-mario-sixtus/
Also, worum geht es genau? Nehmen wir die rechtliche Regelung des 13. Rundfunkstaatsvertrages als Ausgangspunkt. Hiernach ist Rundfunk im Internet ein „linearer Informations- und Kommunikationsdienst“, der „für die Allgemeinheit und zum zeitgleichen Empfang“ bestimmt ist. Der zweite Aspekt trifft auf ein Live-Streaming Angebot auf einem so großen Portal wie Bild.de sicherlich zu.
Doch der Rundfunkstaatsvertrag regelt nicht nur wann von einem Rundfunkangebot gesprochen werden kann, sondern auch, unter welchen Umständen es sich nicht um ein solches handelt. Von einem Rundfunkangebot kann nämlich, laut Rundfunkstaatsvertag, nicht gesprochen werden, wenn weniger als maximal 500 Nutzer gleichzeitig das Angebot wahrnehmen können. 500 Nutzer… diese Regelung klingt schwammig und wird von vielen auch eher als eine Notlösung für eine sichere Abgrenzung betrachtet. Eine aussagekräftige Begründung für diese Grenze wird zudem auch nicht mitgeliefert. Im Fall von Bild.de greift diese Regelung jedoch ohnehin nicht, beachtet man die Pressemitteilung von Bild.de, in der gesagt wird, dass zum Teil zeitgleich sogar 85.000 Nutzer den Live-Stream verfolgten.
Bleibt also eigentlich nur noch zu klären, was genau unter einem linearen Informations- und Kommunikationsdienst zu verstehen ist. Auch hier gibt es keine klare Definition.
Versuchen wir uns zunächst dem Begriff linear ein wenig zu nähern. Herr Keese wählt zur genaueren Beschreibung des Begriffs den mathematischen Ansatz „In der Mathematik ist eine Linie eine stetige, mithin ungebrochene Abfolge unendlich dicht gesetzter Punkte. Mit diesem Vergleich ist das Programm eines klassischen Fernsehsenders doch treffend beschrieben: Die Programmpunkte fügen sich lückenlos und stetig aneinander.“
So wäre ein Live-Streaming Angebot deshalb nicht linear, weil es nicht rund um die Uhr mit festen Programmpunkten gesendet wird (zumindest im Fall von Bild.de). Die Frage, die an dieser Stelle aufkommen mag, ist aber, wie es sich dann mit TV-Sendern, wie z.B. KIKA verhält (okay der Vergleich hinkt ein wenig, denn KIKA ist ein öffentlich rechtlicher Sender). Nehmen wir aber einmal an, KIKA würde nicht als TV-Sender, sondern als Streaming Angebot im Internet existieren und anstatt nach Sendeschluss Bernd das Brot zu senden, den Stream offline nehmen, um am nächsten Morgen das Programm wieder aufzunehmen. In so einem Fall wäre die Linearität, wenn man sie, so wie Keese, aus dem mathematischen Blickwinkel betrachtet, nicht mehr gegeben. Wie viele Nutzer würden diesen KIKA Stream aber nicht als Rundfunkangebot bezeichnen?
So muss man sich die Frage stellen, ob die Definition aus mathematischer Sicht sinnvoll ist.
Somit ergibt sich an dieser Stelle die Forderung an den Staat, Rundfunkangebote im Internet klar zu definieren. Momentan sieht es so aus, als ob eine finale Entscheidung wohl nur vor Gericht gefällt werden kann, da die Politik auf diesem Gebiet eher wenig Initiative zeigt. Welches Internetangebot sich hier jedoch zur Schaffung eines Präzedenzfalls zu Verfügung stellen wird, bleibt ungewiss. Springer wird es wohl jedenfalls nicht sein und ob für Google die Ermöglichung des Live Streaming Angebots in Deutschland so wichtig ist, dass das Unternehmen aus dem Silicon Valley vor Gericht zieht, ist auch zu bezweifeln. Wir werden uns also vorerst mit einer unklaren Regelung zufrieden geben müssen. Insgesamt bleibt es aber auf jeden Fall spannend, diese Diskussion zu beobachten!
Übrigens: Wenn Bild.de als ein Rundfunkangebot zu betrachten wäre, müsste der Springer Verlag eine Sendelizenz beantragen. Dies wäre wiederum mit Kosten für den Verlag verbunden.



