“Man hält zusammen, obwohl man sich regelmäßig die Köpfe einhaut”

Wie tickt die deutsche Fußballblogosphäre? Zu diesem Thema sprachen wir mit Max-Jacob Ost (alias @GNetzer), der seit 2008 die Szene beobachtet und bestens kennt. Max ist Leiter der Community beim Sportportal Spox. Schon bei der 11Freunde führte er das Format der Blogschau ein, die wir nur wärmstens empfehlen können. Seit 2010 wirft er in nun beim Münchner Sportportal wöchentlich einen Blick in die deutsche Fußballblogosphäre.

Wie haben sich Fußballblogs in Deutschland aus deiner Sicht entwickelt?

Das lässt sich natürlich nur schwierig zusammenfassen. Insgesamt ist die Blogosphäre im letzten Jahr sicherlich vielseitiger geworden. Es schießen immer noch zahlreiche neue Blogs aus dem Boden, darunter qualitativ richtig hochwertige Neuzugänge wie das Freitagsspiel (http://freitagsspiel.de/) oder das durch zahlreiche Verlinkung in „klassischen Medien“ inzwischen sehr gut etablierte Spielverlagerung (http://spielverlagerung.de/). Allerdings ist durch das Wachsen der Blogosphäre die Kommunikation der Blogger untereinander auch weniger geworden. Es gibt einfach zu viele Blogs, um bei allen auf Stand zu sein und hin und wieder noch einen Kommentar abzusetzen. Ich schaffe es ja selbst fast schon nicht mehr, wöchentlich meine Blogroll abzuarbeiten.

Im Moment wird im Umfeld Social Media/PR viel von einer Social Media Müdigkeit geschrieben. Wie sieht das in der Fußballblogosphäre aus? Wie vital ist sie?

Ehrlich gesagt glaube ich gar nicht, dass diese Müdigkeit auch im Fußballbereich zu finden ist. Im Gegenteil: Nicht nur Vereine sondern auch die Fans sind gerade dabei, dieses Feld für sich zu entdecken. Wobei die Fans den Vereinen naturgemäß weiter voraus sind als der FC Bayern oder Tasmania Berlin.
In Bezug auf die Fußballblogosphäre ist die Dynamik aber meiner Meinung nach tatsächlich etwas zurückgegangen. Es gibt eine Reihe von etwa 20 bis 40 „etablierten“ Blogs, die auch untereinander sehr gut vernetzt sind. Für Neulinge ist es allerdings schwer, gleich in diese Phalanx vorzustoßen. Oft scheitert es schon am Weitblick und der Qualität der Beiträge von Blog-Neulingen. Was fehlt, ist eine „zweite Generation“ an Fußballblogs, die sich gegenseitig aus den Startlöchern hilft und irgendwann von Schreibstil und Inhalt her genauso gut ist wie die jetzige „1. Bundesliga“ der Blogger.

Die deutsche Blogosphäre wird häufig als eine vielschichtige Sammlung unterschiedlicher Bloguniversen angesehen. Gibt es bei Fußballblogs Anknüpfungspunkte an andere Themenbereiche oder lebt die Fußball-Blogosphäre relativ autark?

Ich würde schon davon sprechen, dass die Fußball-Blogosphäre recht autark ist. Zwar gibt es immer wieder Anknüpfungspunkte zu anderen Themenbereichen, meist stehen diese aber dann auch in einem sehr engen kontextuellen Bezug zum Fußball. Bestes Beispiel sind medienkritische Beiträge, wie sie zum Beispiel immer wieder im Sportmedienblog (http://sportmedienblog.de/) zu finden sind. Vielleicht liegt darin auch das Problem der Fußballblogger in Bezug auf die Blogosphäre generell. Denn von Medien und anderen Bloggern wird die Fußball-Blogosphäre meist ja immer noch sehr stiefmütterlich behandelt.

Was ist aus der Bewegung geworden, sich zu organisieren? Lebt das von Kai Lorentz initiierte Sportbloggernetzwerk noch? Was gibt es sonst für Möglichkeiten für den Austausch?

Das Sportbloggernetzwerk ist natürlich noch am Leben und immer noch Ort für gute Diskussionen und Austausch unter den Bloggern. Als zweiten Kommunikationskanal bietet sich außerdem immer noch Twitter an. Die Fußballblogger und viele Blogleser sind dort sehr aktiv und immer bereit, Neulingen zu helfen. Ich kenne kaum eine Gruppe im Internet, die so eng zusammenhält, obwohl man sich regelmäßig inhaltlich gegenseitig die Köpfe einschlägt. Würden DFL und DFB wissen, wie gut sich in der Blogosphäre Schalke-, Bayern- und Dortmundfans verstehen und auch bei Konflikten miteinander kommunizieren – man würde sich das binnen Millisekunden an die Brust heften und stolz präsentieren. Vielleicht doch ganz gut, dass man das dort noch nicht weiß.

Wie beurteilst du Aktivitäten anderer Sportmedienportale, Social Media in ihre Berichterstattung zu integrieren?

Es ist natürlich immer heikel, über die Konkurrenz zu sprechen. Ehrlich gesagt sehe ich keinen Ansatz, der bereit ist, Social Media mehr als nur halbherzig zu integrieren. Aber ich sehe das natürlich auch aus der subjektiven Sicht des bundesweit vielleicht einzigen Sport-Redakteurs, der dafür bezahlt wird, sich fast ausschließlich um Social Media- und Community-Themen zu kümmern. Aus meiner Erfahrung bei SPOX kann ich aber sagen, dass eine sinnvolle Integration von Social Media nur nutzen kann. Der Kontakt zu den Lesern wird verbessert, man kann schnell auf Kritik reagieren und bekommt sehr schnell ein Gefühl für das, was den User interessiert. Die große Community war immer fester Bestandteil von SPOX. Dass uns Social-Media-Aktivitäten sehr nahe sind, das da selbstverständlich.

Wie nimmst du die Bemühungen der Kommunikationsabteilungen der DFL-Vereine wahr, auf die Umwälzungen durch Social Media zu reagieren?

Allein, dass Bemühungen zu erkennen sind, zeigt den Unterschied zur Saison 2009/2010. Da ist in der Rückrunde 2010 enorm viel passiert. Allerdings haben die Vereine meiner Meinung nach einen wesentlichen Punkt falsch gemacht: Aus Mangel an Social-Media-Kompetenz im eigenen Haus arbeiten viele in Zusammenarbeit mit Agenturen. Die Folge: Die meisten Facebookseiten der Vereine unterscheiden sich nur marginal. Die Ansprache der User, die Inhalte, die Gewinnspiele – das ist sich alles viel zu ähnlich. Die Vereine verschenken damit die Möglichkeit, ihr eigenes Profil auch über Social Media zu transportieren. Wie viel sympathisches Potenzial da verschenkt wird, zeigt gerade der Blick in die unteren Ligen, wo sich mit viel mehr Charme um Social Media gekümmert wird. Der Twitter- und Facebook-Auftritt von Union Berlin ist dafür ein schönes Beispiel (http://www.facebook.com/1.FCUnionBerlin)

Der Profi-Fußball in Deutschland ist inzwischen stark professionalisiert. Wie funktioniert der Austausch zwischen profitorientiertem Business und Marken auf der einen Seite und Bloggern aus Leidenschaft auf der anderen Seite?

Welcher Austausch ist damit gemeint? Ich glaube, im Bereich Sponsoren vs. Blogger gibt es zum Beispiel kaum einen. Grundsätzlich kann aber vieles funktionieren, solange der jeweils „größere“ Partner immer authentisch und fair bleibt. Wer Blogger ausnützen möchte, bekommt schnell und vollkommen zu Recht eines auf die Mütze. Wer ihnen aber auf Augenhöhe begegnet, wird immer ein offenes Ohr finden. So ist zumindest meine Erfahrung. Im Übrigen glaube ich aber, dass bis auf die großen Sportartikelhersteller Adidas und Nike kaum eine Marke bisher so wirklich den Zugang zur Fanbasis via Social Media gesucht hat.

Vielen Dank für das Gespräch, Max!

Oasis2.0

Oasis ist immer für eine Überraschung gut. Vor kurzem unbeabsichtigt und auf eigene Kosten als ein Fan den Sänger Noel Gallagher von der Bühne schubsen wollte.

Und jetzt wieder durch den Einbezug ihrer Fan in die Promotion des neuen Albums und der Förderung von Fanreaktionen auf das selbige. Denn noch vor der offiziellen Veröffentlichung des Albums am 6. Oktober gab es im britischen Magazin NME eine CD-Rom-Beilage mit drei Songs des neuen Albums einschließlich Songtexten und exklusivem Material sowie dem Aufruf diese Lieder zu covern, neu abzumischen, Texte umzuschreiben und Videos aufzunehmen und auf die „Dig out your soul songs“-Website hochzuladen. Als Gewinn lockt eine VIP Reise zu einem Oasis- Konzert.

via ANDERSdenken

minispace.com ist seit Mai im Netz … und kommt zu uns

Noch in diesem Jahr erweitert Mini seine Online-Community MiniSpace.com um eine deutschsprachige Version. Das bestätigt Robert Gocke, Leiter Internationale Werbung Mini Brand Management, gegenüber dem W&V-Schwestertitel “Kontakter”.

Im Mai gingen bereits die italienische und die englische Plattformen online. Das Angebot richtet sich an Kreative wie Designer, Musiker, Architekten oder Künstler. Die Konzeption stammt von der Berliner Agentur KreativeKonzeption.

Über die Community führt Mini nicht nur potenzielle Käufer an die Marke heran und stärkt die Kundenbindung, sondern nutzt diese auch als Markenbotschafter. “Community Marketing ist ein fester Bestandteil im Marketing-Mix von Mini”, so Gocke.

Bloggen gegen das Rauchen

Das mit dem Nichtrauchen ist ja so eine Sache, aus der Öffentlichkeit wächst der Druck immer mehr, Nichtraucher artikulieren sich immer aggressiver…Aber was tun, wenn es dann doch schwer fällt mit dem Rauchen aufzuhören…Vielleicht eine Entwöhungs-Selbsthilfegruppe eintreten…
Wem das zu 70er ist, der sollte doch lieber etwas mache was mehr 00er oder gar Zwei-Punkt-Null-iger ist. Zum Beispiel: “Bloggen statt rauchen“.

Weit über 100 Blogger schreiben gemeinsam auf dem Gruppenblog rauchfrei.blog.de über ihren Start in ein rauchfreies Leben…Ziel des Projekts “Rauchfrei 2.0″ ist es, bis zum Weltnichtrauchertag am 31. Mai möglichst viele Blogger der blog.de-Community und ihre Leser auf ihrem Weg zu begleiten und sie in ihrem Vorhaben, Nichtraucher zu werden, zu bekräftigen. Das Gruppenblog bietet die Möglichkeit, sich mit anderen auszutauschen, Tipps zu geben und zu bekommen oder sich vielleicht auch den ein oder anderen Rückfall einzugestehen. Vielen fällt es einfacher, mit der Hilfe vom anderen Bloggern, Freunden und Gleichgesinnten endlich mit dem Rauchen aufzuhören. Unterstützt wird diese Aktion von der AOK, die selbst mit ihrem AOK-Nichtraucher-Training eine Online-Raucherentwöhnung anbietet.

Ein Projekt von blog.de und der AOK