Crowdsourcing und Open Innovation im Kommunikationsmix – Teil 1: Social Activation mit Facebook Social Apps
Die aktive Involvierung von Stakeholdern mit Hilfe von Crowdsourcing-Mechanismen spielt vor allem in strategischen Überlegungen für das Social Web für viele Unternehmen eine immer wichtigere Rolle. Die Bandbreite der Möglichkeiten und Variationen reichen mittlerweile von einem einfachen Slogan-Wettbewerb für das neue Produkt oder die eigene Marke bis hin zur Schaffung von echten Produktinnovationen mit Hilfe von angepassten Open Innovation Prozessen. Projekte wie Dells „Ideastorm“ oder Starbucks „My Starbuck Idea“ sind im Marketingkontext mit Ihren Programmen sicherlich als Vorreiter anzusehen. Auch in Deutschland wagt man sich mittlerweile an das Prinzip. „Tschibo Ideas“ und die Ritter Sport „Blogschokolade“ sind hier wohl die spannendsten Projekte. Dabei können Crowdsourcing-Mechanismen in den verschiedensten Unternehmensbereichen und Funktionen ihren Platz finden und sowohl als eine Art Management-Philosophie verankert werden als auch als Kampagnen-Treiber fungieren. Mögliche Einsatzfelder sind hierbei:
- CRM: Optimierung des Services und die damit verbunden Prozesse
- Werbung: Auslagerung kreativer Ideen
- Gründung: Auslagerung der Investitionsmasse für ein konkretes Projekt oder Angebot (auch Crowdfunding genannt)
- CSR: Auslagerung der Projektvorschläge und deren gemeinsame Umsetzung im Rahmen der CSR-Strategie
- Innovation: Schaffung neuer Produkte oder Dienstleistungen (Open Innovation)
Mittlerweile haben sich recht viele Anbieter auf dem deutschen Markt positioniert, die sich entweder auf kampagnenfähige Programme spezialisiert haben, wie etwa UnserAller oder sich sogar an komplexe Problemstellungen in gesellschaftlichen und sozialen Feldern wagen, wie etwa OpenIDEO. Weitere Plattformen wie 12Designer bieten konkrete Dienstleistungen über ihre Community an.
Wer sich noch tiefer mit der Materie des Crowdsourcing beschäftigen will, wird hier, hier und hier fündig. Wir wollen uns in einer kleinen Reihe mit den Implikationen von Crowdsourcing und Open Innnovation für den Kommunikationsmix beschäftigen. So stellen wir uns die Frage: Wie erreiche ich eine möglichst breite Öffentlichkeit mit meinem Programm?
Hierbei wollen wir in den kommenden Wochen mögliche Ansätze anhand von Beispielen diskutieren. Als wirklich essentiellen Bestandteil haben wirals Starter den Ansatz der Social Activation rausgepickt. Social Activation meint hier die Verbreitung eines Projektes über die Nutzer bzw. Teilnehmer selbst. Ob ein Crowdsourcing-Projekt grundsätzlich für Social Media optimiert ist (einfaches Teilen, Einladen etc.), ist sowohl bei der Planung eigener Plattformen, als auch bei der Auswahl einer geeigneten Third-Party Plattform ein wichtiger Faktor. Besonders spannend wird es bei der Frage der Facebook-Integration, da ein Projekt, welches auf eine große Anzahl an Teilnehmern aus ist und zudem zusätzliche Aufmerksamkeit generieren will, nicht am größten Social Network der Welt vorbeikommen dürfte. Einige Plattformen, wie etwa UnserAller bieten bereits Facebook Applikationen an, auf der die Funktionalitäten und Prozesse direkt auf Facebook gespiegelt werden. Hier kann man zudem Inhalte teilen und seine Freunde einladen mitzumachen.
Was passiert aber, wenn wir jede Aktion die wir im Rahmen eines Projektes durchführen, sei es wenn wir einen Vorschlag einreichen, ein Voting abgeben oder gerade ein „Badge“ erhalten haben, direkt in meiner Facebook Timeline auftaucht? Das hat ein enormes Potential! Die neuen Facebook Social Apps ermöglichen mit ihrer Subjekt-Verb-Objekt Struktur genau das! Sicherlich wird die sich Umsetzung einer Social App in ihrer Kosten-Nutzen Relation nicht bei jeden Projekt rentieren. Aber Unternehmen, die eine Crowdsourcing-Kampagne oder ein Programm planen, sollten sich dennoch unbedingt mit Facebooks OpenGraph und Social Apps auseinandersetzen oder vielleicht sogar die Grundarchitektur ihrer Plattformen auf eine Vielzahl möglicher Aktivitäten ausrichten.
Infografik zum Facebook Börsengang
Wie Sie sicher wissen, gibt es Gerüchte um einen möglichen Börsengang von Facebook. Folgende Infografik visualiert Daten und untersucht Fakten zum möglichen Facebook IPO.

Created by: Accounting Degree Online
Google+ Pages: Das müssen Sie wissen
Auf diese Funktion wurde schon seit dem Start von Google+ sehnlichst gewartet: Profile für Unternehmen. Viele Unternehmen erstellten sich zwischenzeitlich sogar Privatprofile, die sie dann als Unternehmensseite brandeten, nur um auf Google+ präsent zu sein. Google löschte diese Profile jedoch. Nun endlich sind sie aber doch erschienen, die Unternehmensseiten, unter dem Namen Pages.
Ja, Pages gibt es auch auf Facebook, und auch dort fungieren sie als Unternehmensseite. Doch obwohl der Name gleich ist, so gibt es doch einige Unterschiede zwischen den Pages dieser beiden großen Netzwerke.
Zu erkennen sind Google+ Pages an diesem neuen Symbol: ![]()
Insgesamt sind Pages auf Google sehr schlicht gehalten. Es fehlen die umfassenden Gestaltungsmöglichkeiten, die man von Facebook kennt (Landingtab, Apps, etc.). Man kann bisher nur ein Profilbild erstellen und fünf Bilder zu einer Bilderleiste hinzufügen. Weitere Möglichkeiten die Seite selbst zu gestalten sind nicht gegeben. So wirken alle Google+ Pages sehr einheitlich, aufgeräumt und nicht überladen. Ob dies jeden Geschmack trifft, ist natürlich fraglich.

Think with Google – Google+ Page
Was macht also Google+ Pages für Unternehmen so interessant?
Sicherlich einer der wichtigsten Gründe, warum man auf Google+ seinen Kunden einen weiteren Kommunikationskanal bieten sollte, ist das Suchmaschinenranking. Auch wenn die eigene Zielgruppe noch nicht stark auf Google+ vertreten ist, so nutzen doch fast alle Internetnutzer Google zur Suche nach einem Unternehmen. Es ist also von Vorteil, wenn man bei der Suche nach dem eigenen Unternehmen auf Google, direkt zu Suchergebnissen gelangt, die zum einen generelle Informationen zum Unternehmen liefern, als auch Neuigkeiten liefern. Es ist nicht zu erwarten, dass Google seine eigenen Inhalte schlecht in seiner Suchmaschine ranken wird.
Auch die Funktion „Ripples“ hat einiges an Mehrwert zu bieten. So hat man mit dieser Funktion Analysemöglichkeiten, die auf Facebook nicht zur Verfügung stehen. Mit Hilfe von „Ripples“ ist es möglich, genau nachzuvollziehen, wie sich ein Beitrag in dem Netzwerk verbreitet und wer die wichtigsten Influencer zu dem Thema sind.
Eine weitere Möglichkeit, die Facebook nicht bietet, sind Hangouts (Videokonferenzen). Einer Page auf Google+ ist es möglich, eine Videokonferenz zu starten, an dem bis zu zehn Nutzer teilnehmen können. Bisher sind diese Konferenzen, jedoch noch nicht ganz ausgereift. Die Bilder ruckeln, der Ton kommt oft nicht ganz an und wenn zehn Leute durcheinander sprechen oder Personen, nur um zu stören, dem Hangout beitreten, dann geht der Spass schnell verloren. Nichtsdestotrotz kann diese Funktion kreativ eingesetzt werden – z.B. zum Kundensupport.
Ein zusätzlicher Grund für Google+: Es entscheiden sich immer mehr Nutzer für eines der beiden großen Netzwerke (Facebook oder Google+). Warum also nicht überall dort sein, wo auch die eigene Zielgruppe sich aufhält und sich austauscht.
Was sind die Nachteile von Google+ Pages, im Vergleich zu Facebook Pages?
Google+ will für Konversationen stehen, für qualitative Inhalte und für Menschen, die sich untereinander verknüpfen. Doch, wie auch Thomas Knüwer auf seinem Blog beschreibt, fehlen Google+ Pages eine essentielle Eigenschaft, die Facebook Pages eigentlich ausmacht: Die direkte Konversationsmöglichkeit über eigene Anliegen mit dem Unternehmen, direkt auf der Google+ Page. Ob es ein Lob ist, eine Beschwerde, oder einfach nur eine Frage ist, die z.B. vom Kundenservice beantwortet werden kann: So etwas wie eine Pinnwand auf Facebook gibt es nicht.
So ist es zwar für Nutzer möglich eine direkte Nachricht zu schicken, dann kann er aber auch gleich eine klassische E-Mail nutzen. Oder er kommentiert den Beitrag von einem Unternehmen und stellt dort eine eigene Frage. Dies kann jedoch schnell unangenehm auffallen, da Kommentare, die sich nicht mit dem Thema des Beitrags beschäftigen, nicht gern gesehen sind.
Ob Google+ hier im Laufe der Zeit noch eine Lösung zur Verfügung stellen wird, ist noch nicht klar. Gute wäre dies aber in jedem Fall.
Worauf muss ich achten, wenn ich eine Google+ Page erstelle?
Es braucht nicht viel Zeit eine Google+ Page zu erstellen. Bei der weiteren Betreuung und auch schon bei der Erstellung sollte jedoch auf zumindest diese zwei Dinge geachtet werden:
- Es ist bisher nicht möglich, auf Google+ Administratorrollen zu vergeben. Das heißt, dass nur die Person Administrator ist, die auch die Page erstellt hat. So muss darauf geachtet werden, dass bei der Erstellung ein nicht personalisierter Account verwendet wird.
- Verkaufsaktionen und Gewinnspiele sind auf Google+ Pages bisher nicht gestattet. Für solche Aktionen muss auf eine eigene Homepage oder Microsite verwiesen werden. So will Google sicherstellen, dass Konversationen und qualitative Inhalte im Mittelpunkt der Pages stehen und nicht der reine Abverkauf von Waren.
Alles in allem bleibt es also erst einmal abzuwarten, wie gut Google+ Pages funktionieren werden und wie viele Unternehmen sie nutzen.
Eindrücke von der f8 in Berlin

Vor zwei Tagen lud Facebook zur ersten f8 auf deutschem Boden, um auch hierzulande die jüngsten Neuerungen zu besprechen und den Austausch mit deutschen Entwicklern zu intensivieren. Obwohl hier – wie nicht anders zu erwarten – keine bahnbrechenden Ankündigungen erfolgten, fällt das Fazit zu diesem Event doch sehr positiv aus. “Nicht wirklich viel Neues, aber schön zu wissen, dass der Austausch aktiv gesucht wird”. So oder so ähnlich kann der allgemeine Tenor zur f8 in Berlin beschrieben werden, den wir aus zahlreichen interessanten Gesprächen heraushören konnten.
Inhaltlich setzte die f8 in Berlin auf die kürzlich erst ausgerollten Neuerungen im Rahmen der „Mutterveranstaltung“. Wie funktionieren diese neuen Social Apps? Was dachten sich die Entwickler bei dem neuen Dreiklang aus Timeline, Newsstream und Ticker? Wie funktionieren Games auf Facebook? Wie sehen die Entwicklungen in der mobilen Integration von Apps aus und wie baue ich das? Wie kann ich die Marketing API nutzen, um über Aktionen auf meiner Website Engagement auf Facebook zu erzeugen? Diese und weitere Fragen wurden im Rahmen von vier thematisch abgegrenzten Sessions auf sehr anschauliche Weise besprochen. Besonders interessant – und das nicht nur für versierte Entwickler – waren hierbei die Live-Programmierungen kleinerer Demo-Apps. Den offiziellen Abschluss markierte eine wirklich spannende Case-Study des Partners Soundcloud und eine offene Fragerunde.
Und, gab es nicht vielleicht doch noch spannende Erkenntnisse und Implikationen für die Markenkommunikation? Nicht unbedingt etwas, was wir uns nicht schon irgendwie erahnt haben, aber klarer ist uns vor allem Folgendes geworden:
- Die sogenannten Social Apps, die in der Timeline aggregiert werden, müssen einen langfristigen Mehrwert bieten. Schafft es eine Marke Interaktionen auf deren Website oder im Rahmen von langfristig angelegten „Programmen“ innerhalb einer App auf sinnvolle Weise zu verorten, kann diese als ein starker Motor für ein stetiges Engagement auf Facebook dienen. Dies könnte etwa als Erweiterung des eigenen Online-Shops oder im Rahmen von CSR-Programmen sinnvoll sein.
- Mobile ist auch für Facebook ein Fokusthema. So werden wir in naher Zukunft nicht nur zahlreiche Games mobil spielen können, sondern auch Kampagnen mobil denken und erleben dürfen. Besonders spannend ist hier die Frage, wie und wann Custom-Tabs im Rahmen der Facebook-Page auch mobil angezeigt werden können und so deren mobile Optimierung notwendig wird.
- Sponsored Stories sind ein großes Wachstumsfeld für Facebook, welche zusammen mit der Marketing API großes Potenzial für Marketer bergen. Wie schön wäre es doch, wenn jeder Kauf, jeder Like, jeder Kommentar oder einfach jede Aktion auf der eigenen Website automatisch eine „Story“ generierten.
- Facebook-Pages im Timeline-Look. Was in den letzen Wochen oft vermutet wurde, hat auch bei dieser f8 neues Futter bekommen. So wird es wohl eine Veränderung für Pages geben, die einem ähnlichen Muster wie der Timeline folgt. Wie das genau umgesetzt wird, wissen die Entwickler wahrscheinlich selbst noch nicht so genau. Beruhigend stimmte uns aber die Aussage, dass bestehende Custom-Tabs und Apps in einer Lösung „natürlich“ erhalten bleiben werden.
So zeigt es sich, dass Facebooks “Developer Relations Programm” nun auch in Deutschland angekommen ist. Der noch sehr junge deutsche Standort macht hierbei wirklich gute Arbeit! Bleibt nur noch die Frage, wann es vergleichbare Veranstaltungen mit dem Fokus auf die Marken- und Unternehmenskommunikation geben wird.
Automarken auf Facebook

(Photo von jennycu)
Vor einiger Zeit stellte Landau fest: Deutsche Automarken haben die meisten Fans auf Facebook. Den deutschen Qualitätsmarken BMW, VW und Co. ist es offenbar gelungen, die große Faszination, die von ihnen ausgeht, auch auf Facebook effektiv einzusetzen. Eine vielversprechende Ausgangsbasis für eine erfolgsversprechende Unternehmensrepräsentanz auf Facebook bringen sie jedenfalls mit: Unter den weltweit wertvollsten und beliebtesten Automarken sind die deutschen Hersteller traditionell ganz weit vorn dabei.
Diese große Beliebtheit eines Unternehmens auf eine Social Media-Plattform wie Facebook zu übertragen und die User auch bei der Stange zu halten, ist natürlich eine Herausforderung – wie viele User lediglich einmalig „I like Audi“ klicken, um ein profildefinierendes Statement abzugeben, sei an dieser Stelle mal dahingestellt. Denn in welchem Ausmaß die Strahlungskraft und Emotionalität einer Marke und das Standing des Unternehmens sich auch auf die Fanzahlen auf Facebook auswirkt, lässt sich nur mutmaßen. Beachtlich ist in diesem Zusammenhang aber der Umstand, dass z.B. BMW, Audi, Mercedes und Porsche bei den Fanzahlen auf ihren größten Facebook-Fanpages deutlich vor VW liegen – obwohl VW in der realen Welt in einem Jahr mehr Autos verkauft als alle anderen vier Hersteller zusammen und damit auch auf Facebook potenziell viel mehr Menschen – zumindest Kunden – ansprechen könnte. Es lohnt also ein Blick darauf, welche unterschiedlichen Ansätze die Unternehmen auf Facebook verfolgen.
Die größten Fanzahlen erzielen bei allen großen deutschen Automobilherstellern durchweg englischsprachige Fanpages, die Unternehmen treten dabei einfach nur unter dem Firmennamen auf wie Porsche oder mit länderspezifischen Auftritten wie VW USA. Neben ihren großen Plattformen unterhalten viele der Hersteller oft noch weitere Präsenzen auf Facebook. So setzen u.a. Audi und Opel auf eigene länderspezifische Unternehmensseiten für Deutschland. BMW hebt z.B. seine Sparte BMW Motorrad ebenso mit einem eigenen Auftritt auf Facebook ab wie seine neu gelaunchte Subbrand BMW i. Mercedes stellt dagegen mit einem eigenen Auftritt für das Formel 1-Team seine sportliche Seite in den Mittelpunkt. Volkswagen, Daimler, Audi und auch BMW setzen allesamt auf eigene Karriereseiten auf Facebook. Beim Vergleich der Fanzahlen hat BMW auch in diesem Ranking die Nase vorn, und zwar über alle Branchen hinweg – obwohl die Seite im Vergleich zu anderen Karriereseiten eine rein deutschsprachige ist.
Um ihre Modelle in Szene zu setzen, bauen viele der deutschen Automobilhersteller eigene Tabs in ihre Fanpage ein, wie es etwa Mercedes mit dem Tab „Products“ macht. VW setzt dagegen – wie einige andere Automobilhersteller auch – auf eigene Communities für verschiedene Modelle, wie z.B. den neuen VW Beetle, um erste Infos rund um das neue Modell zu bieten und schon im Vorfeld potentielle Käufer anzulocken. Die Hersteller konzentrieren sich dabei häufig auf ihre Produkte mit großem emotionalem Wert – denn diese sprechen mit großer Wahrscheinlichkeit mehr Menschen auf Facebook an als rationale Fahrzeuge – wie z.B. ein VW Lupo – es tun. So versucht Audi gerade mit einem eigenen Auftritt für den A1 eine Community rund um das Modell aufzubauen, das als günstigstes Einstiegsmodell vor allem eine jüngere Käufer- und Fanbasis anspricht. Dafür hat Audi extra einen coolen A1-Song eingespielt, der von Torpedo performt und gemeinsam mit Justin Timberlake produziert wurde – ein gutes Beispiel, wie man speziellen Content für seine Community bereitstellen und ihr somit eine Identität geben kann.
Inhaltlich bieten die Hersteller vor allem Infotainment für ihre Communities wie Fotos, Videos und spezielle Aktionen wie z.B. Mercedes mit dem „Desert Manager“ für SLK Fahrer. BMW veranstaltete in der jüngeren Vergangenheit ein Online-Casting und suchte unter dem Stichwort „One Origin. Two Originals“ weltweit Zwillingspärchen als Markenbotschafter, Audi sammelt Quattro-Stories von seinen Fans und bei Porsche können Fans ihr eigenes Wunschauto designen und verschicken.
Es bleibt ein offenes Rennen zwischen den deutschen Automobilherstellern um die Gunst der Facebook-Gemeinde. Aktuell hat sicherlich BMW die Nase nicht nur bei den Fanzahlen ein Stück weit vorn: spezifische Auftritte für BMW, Mini, BMW Motorrad und BMW i schaffen eigene exklusive Communities, die sich auch inhaltlich vom Content her deutlich unterscheiden. Mit dem Online-Casting zu „One Origin. Two Originals.“ hat BMW zudem erfolgreich eine Kampagne lanciert, die speziell für Facebook entwickelt wurde, gut ankam und eine Menge Feedback generiert hat. Auch die Fanpage von BMW Karriere hat Maßstäbe gesetzt, da sie nicht nur über Karriereoptionen aufklärt und die Jobdatenbank auf Facebook verlängert, sondern auch gezielt spezifische Berufsfelder anspricht wie z.B. der Tab für Softwarejobs, Menschen aus dem Unternehmen vorstellt und über Auftritte bei Events wie z.B. Karrieremessen informiert. Über die Qualität und den Sinn des BMW-Praktikums-Rapsongs kann man aber mindestens geteilter Meinung sein – auch wenn es sicherlich ein Beispiel dafür ist, wie man gerade junge Zielgruppen auf Facebook erreichen kann.
Doch auch die eigenen Communities rund um einzelne Modelle, wie es Audi mit dem A1 macht, sind eine sehr sinnvolle Option für einen Markenauftritt auf Facebook – denn so verschieden, wie die Käufer eines A1 und eines A8 sind, sind auch die Interessen und Vorlieben ihrer Fans auf Facebook. Es bleibt ein offenes Rennen zwischen den deutschen Automobilherstellern um die Gunst der Facebook-Gemeinde – und es wird sich weiterhin zeigen, wem es auch in Zukunft nicht nur gelingt Fans anzulocken, sondern sie auch inhaltlich bei der Stange zu halten.
Facebook HACK – Videos sind online

Am 25 März 2011 war es soweit. Facebook lud zu seinem ersten offiziellen Event in Deutschland ein. HACK Berlin hieß es und richtete sich, wie der Name schon sagt, überwiegend an die versierte Entwicklerriege. Hauptbestandteil des Events war die etwa sechsstündige Hack-Session, die als Wettbewerb angelegt wurde. Wer wollte konnte seine Kreation am Ende vorstellen. Sieger des Wettbewerbs war der „Ultimate Hack Aftershowparty Awesome Wooga Badge Generator“. Eine wirklich witzige Idee, die auf jeden Fall einen Blick wert ist.
Zuvor gab es allerdings noch allerhand wirklich interessante Präsentationen. Besonders spannend fanden wir die Erläuterungen zu HTML 5 und Facebooks Haltung dazu. Hier wird in Zukunft mit Sicherheit einiges zu erwarten sein.
Wer sich einen Überblick über die einzelnen Präsentationen machen will, kann das seit gestern auf der Facebook Developer Site tun.
Hier geht’s zu den Videos: http://developers.facebook.com/videos/
Für die ganz Versierten gibt’s auch noch ein paar Sample Codes und How-Tos oben drauf: http://developers.facebook.com/docs/samples/
Social Commerce: WSV-Grabbeltisch oder echtes Potential?
Mit dem starken Wachstum von Facebook als einer der zentralen Aufmerksamkeits-Marktplätze im Web drängt auch der E-Commerce mit vielfältigen Spielarten des Social Commerce in den digitalen Raum. Das erscheint auf den ersten Blick nur logisch. Schließlich professionalisiert und erweitert sich Social Media Marketing gerade hin zu Sales und Kundengewinnung. Gleichzeitig scheinen klassische E-Commerce-Lösungen in der Verbrauchergunst zu sinken – behauptet zumindest eine Studie (pdf) des American Customer Satisfaction Index (ACSI). Ist Social Commerce somit eine hinfällige und gleichzeitig sinnvolle Evolution? Und treffen in Fanpages integrierte Online-Shops den Nerv der Zeit?
Keine große Überraschung bei der Entwicklung hin zum Social Commerce ist die Vorreiter-Rolle des amerikanischen Marktes. Die gesamte Bandbreite und eine große Case-Sammlung hat Paul Marsden von Syzygy rund um die Altimeter-Konferenz “The Rise of Social Commerce” zusammengestellt. Einige interessante Möglichkeiten aus dem amerikanischen und deutschen Raum sind:
- Facebook-Konnektivität am Point of Sale (Macy’s)
- Einbindung des Facebook Open Graph in Online-Stores (Etsy, Levis)
- Facebook Deals zur Erhöhung der Laufkundschaft (Vapiano)
- Spezielle Coupon-Aktionen (Burger King, inzwischen abgelaufen)
- Treue-Programme über Facebook (Starbucks)
- Shop-Lösungen bei Fanpages (Otto, Arktis, fahrrad.de)
Am wenigsten überzeugen hier Shop-Systeme, die direkt über eine App eingebunden wurden und den Bezahlvorgang auch direkt in Facebook abwickeln. Es mag eine Einzelmeinung sein, aber vor dem Hintergrund einiger Daten-Fehltritte der vergangenen Jahre ist mir Facebook zur Zahlungsabwicklung einfach noch zu heikel. Sicherlich ist das Angebot von https-Verbindungen oder die Abwicklung über ein externen Bezahlvorgang ein Schritt in die richtige Richtung. Eine grundlegende Frage kann aber die beste Sicherheit nicht beantworten: Ist das Shoppen auf Facebook wirklich “social”? Oder konträr gefragt: ist es genauso eine Selbstverständlichkeit von “social”, einfach billige Cheftickets zu kaufen, egal was auf der Pinnwand (von einer Minderheit) gegen die Deutsche Bahn gewettert wird?
Ob sich Aktionen zur Erhöhung der Laufkundschaft wie Groupon-Aktionen oder Facebook-Deals in Deutschland durchsetzen, lässt sich (noch) nicht beurteilen. Abgesehen von einer möglichen Positionierung als Vorreiter erscheinen die ersten Erfahrungen bzw. Zahlen der Facebook-Deals in einem Stadium zu sein, mit dem man noch nicht den Mainstream erreicht.
Abseits davon finde ich die Beispiele spannend, die spielerisch auf den Social Graph des Users setzen. Auf die Interessen der Freunde abgestimmte Geschenkvorschläge von Etsy? Sehr gerne. Aufforderung zum Feedback direkt aus der Macy’s Umkleidekabine an den Freundeskreis? Warum nicht. Ein paar Freunde opfern für einen Burger? Sicher, Freunde sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Das sind dann nämlich die Geschichten, die für Aufmerksamkeit im Social Graph sorgen, weil sie weitere Interaktionen anregen.
Die Wall von Teldafax: man bleibt ja unter sich.
Vergangene Woche wurde in zahlreichen Blogs das Unternehmen Teldafax harsch kritisiert. Der Grund: Teldafax monierte auf seiner Fanpage bei Facebook kritische Postings unter seinen Status-Updates. Man möge sich doch bitte an die Email-Adresse wenden, die im Info-Tab angegeben sei. Die Seite sei nicht der geeignete Platz für Beschwerden und Kundenanliegen. Dass ein Unternehmen nicht darauf vorbereitet ist, mit kritischen Fragen in einem Sozialen Netzwerk umzugehen, mag wirklich überraschen und darf ruhig als #fail bezeichnet werden. Soweit hat Thomas Knüwer vollkommen recht. Teldafax hat dies wohl inzwischen eingesehen und Besserung versprochen. So weit so gut.
Wo sich bei mir dann allerdings ein großes Fragezeichen einstellt, sind die Kommentare, die unter dem Statusupdate noch einzusehen sind. Diese werden in Knüwers Posting als Leser-Reaktionen bezeichnet. Liest man sich aber die einzelnen Kommentare noch einmal durch, sind Bemerkungen wie “das kommt in meine nächste Präsentation”, “worst practice” und “Dialog führen” zu lesen. Natürlich ist es jedem völlig frei, seine eigene Meinung hierzu kundzutun, egal was der persönliche Background ist.
Wenn aber mindestens zwei Drittel der Kommentierenden von Haus aus einen Berater-Hintergrund rund um Web, Social Media und Internet hat, kriegt das ein Geschäckle. Zum einen scheint es das Vorurteil der im eigenen Saft schmorenden Berater zu bestätigen. Zum anderen gerät hier die legitime Kritik in ein zweifelhaften Kontext, weil sie von einer bestimmten Gruppe hochgezüchtet wurde. So tun sich weder Berater noch Unternehmen einen Gefallen.
Update: In die exakt gleiche Richtung stößt auch David Nelles mit seinem Beitrag von heute morgen. Nur scheint er früher aufzustehen.
Sammeln Sie noch Likes oder investieren Sie schon in Ihre Fans?

Dass Marken in der direkten Kommunikation mit Konsumenten ganz neue Wege gehen müssen und in Social Media ihre Kontakte anders als bisher einbeziehen können, ist keine Neuigkeit mehr. Die Vorteile der „Kommunikation auf Augenhöhe“ liegen auf der Hand: Durch den direkten Kontakt steigt die Relevanz der Botschaft, sowie Affinität und Loyalität zur Marke. Die Folge ist, dass immer mehr Marken in soziale Netzwerken um Aufmerksamkeit, die meisten „Likes“ und die meisten Fürsprecher ringen. Doch am Ende wird unausweichlich immer die Frage gestellt: Was ist ein Follower oder ein “Like” eigentlich wert?
Um diese Frage zu beantworten, hat Weber Shandwick ein Whitepaper herausgegeben. Die Antwort ist simpel: Was ein “Like” oder ein Follower wert ist hängt davon ab, wie Marken mit ihren stetig wachsenden Communities umgehen. Ob sie Kontakte lediglich sammeln, oder ob sie in sie investieren.
In 10 Schritten zeigt das Whitepaper Möglichkeiten für Marken auf, in ihre Fürsprecher zu investieren. Hier geht es zum Download: “Are You Investing in Facebook Fans or Just Collecting Them?”
RockMelt – ein neues Rock-Festival?
Könnte man vermuten. Was wie ein neues Rock-Festival klingt, ist aber der in den letzten Tagen heiß erwartete, vielversprechende neuer Web-Browser RockMelt. Warum tun sich die Entwickler denn sowas an, werden sich jetzt viele fragen. Der Browsermarkt ist längst von Internet Explorer, Safari, Chrome und Firefox beherrscht. Programme die heutzutage mehr denn je genutzt werden, da die Internetnutzung immer weiter ansteigt. Ebenso wie die Nutzung des Web 2.0 – Social Networks, Microblogging (Twitter), Blogs, etc. Ebendies war der Grund zur Entwicklung von RockMelt, die auch Ex-Netscape Entwickler forcierten.
RockMelt verbindet Social Networking und Microblogging in seiner frühen aktuellen Beta-Phase mit dem Surfen im Internet. Sidebars an den Rändern des Browsers zeigen auf der linken Seite Facebook-Kontakte aus dem Chat an. Auf der rechten Seite erhält man Updates zu seiner Facebook Wall, seinem Profil, sowie Twitter-Updates oder RSS-Feed-Updates. Nutz man den Facebook-Chat, öffnet sich ein neues Fenster mit dem Textfeld für den Chat und einer Gegenüberstellung der beiden Kontakte, ähnlich der „Freundschaften anzeigen“-Funktion. Ein besonderes Highlight sind die Share-Funktionen. Damit lassen sich Inhalte jeder mit RockMelt betrachteten Website, mit wenigen Klicks Freunden empfehlen oder auf der eigenen Wall veröffentlichen. Auch bei Twitter kann man damit Inhalte mit Followern teilen. Die Share-Funktion kann aber nicht beide Dienste gleichzeitig bedienen, wie dies z.B. TweetDeck oder Seesmic können. Die Twitter-Sidebar funktionierte in unserem Fall insgesamt noch nicht richtig. Theoretisch soll der eigene Twitterstream angezeigt werden sowie ein Großteil der Funktionen der Twitter-Website zur Verfügung stehen.
Technisch basiert RockMelt auf dem Google Browser Chrome. Mängel an der Geschwindigkeit oder Darstellungsprobleme sollten dementsprechend eher selten der Fall sein. Fraglich ist aber die Datensicherheit. Chrome alleine ist schon als Datenkralle berüchtigt. Mit den hinzugekommenen Informationen der Facebook- und Twitter-Accounts würde sich ein sehr genaues Bild der Internetnutzer erstellen lassen – zumal man all seine Facebook Informationen an RockMelt freigeben muss.
Die Datenfreigabe ist auch Bedingung für die Teilnahme an der aktuellen Beta-Testphase. Dazu müssen die Nutzer als Tester eine Einladung haben. Nicht anders als erwartet kann diese ausschließlich über Facebook an Kontakte versandt werden. Ein paar Einladungen haben wir noch: einfach einen Kommentar mit Einladungswunsch hinterlassen.
Insgesamt ist RockMelt ein schneller und ordentlich durchdachter „Browser für das Facebook-Zeitalter“. Die Idee Social Networks und Microblogging eine weitere Tür zu öffnen und die Anwendung noch einfacher zu gestalten könnte bei der breiten Nutzerschaft gut angenommen werden, sofern der Browser ausgereift ist. Durchsetzen gegen die Platzhirsche Internet Explorer, Safari, Chrome und Firefox wird er sich so schnell nicht. Eine Alternative wird er aber allemal sein. – Alleine der Name. Da sollte man sich noch mal Gedanken drüber machen.



