… und was ist mit Zeitungen?
Ein Blick in die ACTA zeigt: Die Lage ist Ernst. Innerhalb der 20- bis 39-Jährigen mit Hochschul- oder Fachschulabschluss in Deutschland gaben mit 51 Prozent bereits mehr als die Hälfte der Befragten an, das Internet als wichtigste Informationsquelle für das aktuelle Geschehen zu nutzen. Die Zeitung, die immerhin noch 46 Prozent als wichtigste Quellen sehen, wurde damit im Jahr 2008 erstmals überholt. Ist der Untergang der Zeitung damit besiegelt, wie uns dieser (zugegeben) schon ältere historische Filmbeitrag zeigt?
Ignorieren wir zur Abwechslung das derzeit omipräsente ökonomische Damoklesschwert über unseren Köpfen und lassen unser kreatives Herz sprechen: bedrucktes Zeitungspapier macht Spaß, ist beliebt und eignet sich zum Austoben für Journalisten & Co. … keine Angst vor dem weißen Blatt Papier sagt sich auch Stihl und beweist mit Stil, dass Zeitungen echt was können [via Creativity Online]. Papier ist ja geduldig.
Und weil das so ist hat sich der Art Director Jacek Utko dem Design von Tageszeitungen in verschiedenen osteuropäischen Ländern angenommen. Auf der TED Konferenz im Februar 2009 berichtet er stolz und sehr klar zum Punkt kommend von seinem kreativen Werk und dem Erfolg der Zeitungen in den Ländern. Seht selbst:
Sechs Dinge machen also (nach Jacek Utko) eine gute Zeitung aus:
Sie ist (1) unabhängig, hat ein klares (2) Format, beschäftigt sich mit (3) lokalen Dingen, kennt die (4) Nische oder vermeidet sie bewusst, macht (5) Meinung und man liest sie zum (6) Frühstück. Jacek hat nun eine weitere Erfolgsprämisse für Zeitungen betont: (7) Design. Das Design ist zumindest für die vorgestellten Zeitungen zu einer (ökonomisch) lebenswichtigen Dimension geworden. Aber auch zu einer Charaktereigenschaft die ebenso profiliert, wie die anderen sechs Prämissen einer Zeitung. Auch wenn diese im im digitalen Zeitalter vermeintlich überholt wirken, beweist der Erfolg der vorgestellten Zeitungen das Gegenteil und eröffnet ein weiteres (kreatives) Chancenfeld für das klassische Medium Tageszeitung. Und ganz ehrlich: Wir würden alle sieben Dimensionen vermissen, wenn es keine gedruckten Zeitungen mehr gäbe.
PS: Unter den Gewinnern der World’s Best Designed Newspapers sind immer wieder bekannte deutsche Namen zu finden. 2008 war es die WELT AM SONNTAG.
SND30: The 2008 World’s Best-DesignedTM Newspapers from Society for News Design on Vimeo.
Nachschlag zum Thema Mütter | Meine Mutter macht jetzt richtig Geld mit ihrem Blog
Aus der New York Times vom 14. August stammt die Geschichte von Heather, die mittlerweile 850.000 Leserinnen – hauptsächlich Mütter – auf ihrem Blog hatte. Wow sagen da nicht nur die Unternehmen sondern auch die Kommunikationsagenturen. Advocacy starts here! Hier das Zitat:
“Heather Armstrong’s wickedly funny blog about motherhood, Dooce, is more than just an outlet for the creativity and frustrations of a modern mother. The site, chock full of advertising, is a moneymaking machine — so much so that Ms. Armstrong and her husband have both quit their regular jobs…. advertisers are eager to influence the 850,000 readers, mostly women, who avidly follow Ms. Armstrong’s adventures. Although Ms. Armstrong will not disclose exact numbers, Dooce’s revenue this year is on track to be seven times its size in 2006, according to Federated Media, which sells ads for the blog.”



