Wenn wir an Social Media denken…

In den letzten Wochen gab es an diversen Stellen Diskussionen über die Natur, Charakter und Definition von Social Media im PR-Umfeld. Während einige zusätzliche Begriffsdefinitionen erörterten und eher von Digital Relations sprechen möchten, wurde an anderer Stelle dazu aufgerufen, die besten deutschen “Social Media Kampagnen” des Jahres 2009 zu nominieren.  Hoch her ging es schließlich auch noch hier, man rieb sich an der derzeitig starken Twitter-Fokussierung der Branche am konkreten Beispiel eines Twitter-Workshops. Was zeigen diese Diskussionen, die ich grundsätzlich für wichtig und richtig halte? Es besteht immer noch eine Menge Gesprächsbedarf über Social Media und PR.

Auf der einen Seite steht die immer stärker fragmentierte Medienlandschaft. Peter Glaser beschrieb dies schön mit den Worten “wir erleben gerade, wie sich Massenmedien in Medienmassen verwandeln“. Und auf PR-Seite? Hier wurde Social Media, Digital, das Web 2.0 als neues Aufgabenfeld erkannt und bearbeitet. Häufig erscheint es aber noch so, als ob Social Media als der neue Heilsbringer angesehen wird. Natürlich bietet Social Media für die PR große Potentiale – die Gefahr des Silo-Denkens, isolierter Aktionen und der stiefmütterlichen Behandlung “klassischer PR-Arbeit” können das aber gleich wieder im Keim ersticken.

Im Juli 2009 hat Weber Shandwick aus diesen Überlegungen eine europaweite repräsentative Studie durchgeführt. Den 4.692 Teilnehmer aus Belgien, Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und Großbritannien stellten wir die Frage, welche Faktoren bei der Kaufentscheidung eine Rolle spielen. Konkret: “Wenn Sie vor der Kaufentscheidung eines Produktes oder Dienstleistung stehen, wie einflussreich sind für Sie die folgenden Informationsquellen bei der Entscheidungsfindung?

Die Ergebnisse der Studie zeigen nicht nur die wichtige Rolle, die Social Media spielt, sie bestätigten uns auch in unserem Inline-Konzept. Kurz zusammengefasst bedeutet Inline, dass Kommunikationsmaßnahmen und die Story, die erzählt werden soll, nicht in einzelnen Kanälen isoliert sein sollen. Anstatt separate online und offline-Kampagnen und Teams einzusetzen, sollten Marken und Kommunikatoren Maßnahmen entwickeln, die “inline” ihre Zielgruppe erreichen.

Inline Communications Europe Report

Warum die starke Betonung des Inline-Frameworks, des Imperativs konsistenter PR-Stories über eine Vielzahl unterschiedlicher Kanäle? Hier basiert die Argumentation auf zwei Punkten:

Inline Profile Europa

Quelle: 4.962 europ. Konsumenten, Juli 2009, Weber Shandwick

Es geht also im Kern effektiver Kommunikationsmaßnahmen darum, was die PR schon länger in vielen Bereichen ausmacht: konsistente Stories über die Kanäle zu erzählen, in denen sich die Zielgruppe informiert und Fürsprecher einzubinden. Und konsistent sind Maßnahmen dann, wenn dieses Inline-Wissen bei Strategie, der Umsetzung und im ausführenden Team verankert ist.

Weiterführende Gedanken zu diesem Thema vom britischen Kollegen James Warren finden sich  in unserem Newsletter “33 & a 3rd rpm” (pdf), der des Weiteren einen (Aus)Blick auf Südafrika und Cleantech wirft.

Gesamtergebnis des Wahl-im-Web-Monitors

Diesmal und abschließend die Gesamtergebnisse des Wahl-im-Web-Monitors zur Bundestagswahl 2009.

Am Anfang stand die Frage, ob der letzte US-Wahlkampf insbesondere in den social media so oder anders Impulse in Deutschland setzen würde. Uns war auch wichtig festzustellen, ob es diesmal eigenständige, social media getriebene Kampagnenansätze der Parteien und Kandidaten geben würde, die über das, was wir bisher gesehen hatten hinausgehen.  

Insgesamt kann man als Fazit ziehen, dass sich die Parteien zur Wahl 2009 tatsächlich eigenständige Kampagnen, vor allem jeweils unterschiedliche Wege gegangen sind, ihre Botschaften online zu platzieren. Nach unserem Aktivitätsindex ist die CDU die dominierende Partei gewesen.  Allerdings haben wir bei den kleineren Parteien im Zuge des Wahlkampfs massive Zuwächse sehen können. Die FDP hat hier die stärksten Zuwächse gehabtm, die Grünen in der Schlussphase die SPD zu deren lasten überholt. Die Linke hat zum Beispiel bei der Twitteraktivität die höchste prozentuale Steigerung  zu verzeichnen, bei Facebook hat dies die GDP prozentual geschafft.

Die Gesamtauswertung kann hier downgeloaded werden, Detailfragen beantworten wir gerne: WiWM_Abschlussauswertung_final

Wahl-im-Web-Monitor Spezial

Sechs Monate nach dem Start des Wahl-im-Web-Monitors und fünf Wochen vor der Bundestagswahl 2009 ist es Zeit, ein vorläufiges Resümee zum Online-Wahlkampf 2009 zu ziehen. Angela Merkel lächelt uns auf Facebook entgegen und Frank-Walter Steinmeier erzählt von der neuen Kampagne auf Twitter, doch diese Impressionen beantworten nicht die zentrale Frage: welchen Effekt hat diese Social Media-Aktivität wirklich auf den Wahlausgang? Was ist nach dem Obama-Social-Media-Hype in Deutschland übrig geblieben? In der Spezialausgabe des Wahl-im-Web-Monitors schauen wir uns genauer an, welche Effekte die Social Media-Gehversuche der Parteien hatten und wagen einen Ausblick darauf, wie man die klassische Markt- und Meinungsforschung durch das Social Media-Monitoring in Echtzeit ergänzen kann.

Das Ergebnis als PDF: wahl-im-web-monitor-spezial.pdf

Die Großen Marken im Social Web

unbenannt

Interessante Zusammenstellung von Cases großer Marken und deren Aktivitäten im Social Web.
Den Report gibt es hier,von ENGAGEMENTdb.

via XEIT

Social Media-Wüste im Healthcare-Marketing in Deutschland?

Alle reden über Social Media, auch im Gesundheitsbereich ist es oftmals Thema in Diskussionen, manchmal sogar hitzig. So weit so gut, es wird scheinbar viel darüber nachgedacht.

Aber sprechen Sie denn Social Media? Viele unserer Kunden aus anderen Bereichen nutzen den neuen Kanal bereits, um direkt mit ihren Zielgruppen in der Sprache Twitter, Blog oder Widget zu kommunizieren. Die finale Entscheidung für Social Media hängt letztlich davon ab, wie man die Chancen und Risiken abwägt. Aktuell sind in Deutschland fast 70 Prozent online und alle Zielgruppen auf verschiedenen Portalen vertreten, so auch zum Beispiel die Generation 50+, der man noch immer gerne diese Affinität abspricht.

Patienten tauschen sich auf Online-Communities aus und  greifen verschiedenste Themen auf. Häufig werden auch Arztaussagen oder Behandlungsmaßnahmen kritisch hinterfragt. Und wenn wir ehrlich sind: Wer hat noch keine Symptome, eine Krankheit oder ein Medikament gegoogelt? Wie die in den USA durchgeführte ethority-Studie zeigte, informieren sich 59 Prozent der Befragten in den unterschiedlichen Internetangeboten zum Thema Healthcare, bevor sie zum Arzt gehen – eine erstaunliche Zahl, deren Entwicklung sicherlich auch auf den deutschen Markt übertragbar ist. Der deutsche Markt ist hier noch von großen Gesundheitsportalen wie netdoktor.de dominiert, doch auch hier lässt sich vermehrt Web 2.0 finden. Laut der Befragung gewinnen insbesondere Social Media-Offerten, wie Foren, Blogs und Social Communities vermehrt Zuspruch bei den Usern. Fast jeder Dritte in der Befragung nutzte für sich die Vorteile der nutzergenerierten Medien im Bereich Gesundheit.

Hier verbirgt sich großes Potenzial, aber der deutsche Healthcare-Markt hinkt den anderen europäischen Ländern und dem US-Markt hinterher. Nicht ganz unverständlich, da die Gesundheitsindustrie durch das deutsche Heilmittelwerbegesetz weder Produktnamen noch den Wirkstoff außerhalb der medizinischen Fachkreise nennen darf.
Was Kunden aber tun können und auch sollten ist, Social Media und den Austausch mit der Zielgruppe zu nutzen, um über die Erkrankungen an sich oder zum Beispiel gesundheitspolitische Themen und Inititiativen zu sprechen. Einige deutsche Pharmaunternehmen nutzen bereits Twitter und Blogs, um sich direkt mit ihrer Zielgruppe auszutauschen. Eine Einschätzungen meiner europäischen Kollegen zu dem Thema unter anderem finden Sie hier:

333-issue2-cover
Weber Shandwick 33&1/3 RPM Issue 2
(PDF)

Wave 4

Universal McCann hat den 4ten Social Media Trendreport veröffentlicht.Für Deutschland wird der Trend folgendermaßen beschrieben:

michael

Germany has been steady in its adoption of social media and
there are few drastic changes to report. By global standards
Germany has been a cautious adopter of all the major
platforms; an increase of five per cent here, two per cent
there is the norm.
One area where it does standout is the dramatic increase in
the number of people visiting friends’ profile pages. Fifty-three
per cent of active internet users popped over digitally,
a rise of nearly 25%.
There has also been a decline in the number of active Internet
Users who are watching videos. This has fallen from 77.1%
to 74.1%, although to put this in context, back in Wave 1 the
figure was just 20.1%.

Mir gefällt der Report, da er sehr umnfassend ist und mit wirklich tollen Grafiken und Icons versehen ist:

Download als PDF

Wahl-im-Web-Monitor zur Bundestagswahl 2009 – 04.07.2009 bis 17.07.2009

Wie alle zwei Wochen das aktuelle Wahl-im-Web-Monitoring zur Bundestagswahl.

Die Top Themen der letzten zwei Wochen

- Clement kritisiert Gabriels Haltung bei Atomkraft
- FDP fordert drastische Hartz IV Kürzung
- Schlagersänger Christian Anders beschimpft Bundeskanzlerin
- Lafontaine und Gysi loben Papstforderung nach moralischer Wirtschaft
- Grüne fordern Schließung von Krümmel

Die Top-Twitterer der letzten zwei Wochen

-Die_Gruenen
-hubertus_heil
-tsghessen
-volker_beck
-FDP_Fraktion

Aktivitätsindex
Die Sommerpause in der Politik macht sich auch im aktuellen Wahl-im-Web-Monitor bemerkbar: Im Vergleich zur vorherigen Erhebung ist das Gesamtvolumen der Parteienaktivitäten im SocialWeb stark zurückgegangen. Als Nutznießer dieser Entwicklung konnte sich die Union platzieren, die ihren SocialMedia Score um nahezu 10 Prozent auf 27,8 steigern konnte. Hauptsächliche Aspekt dieses besonders deutlichen Wachstums ist die Steigerung der Fans bei Facebook–mit 19.136 Unterstützern weisen die Christdemokraten nun nahezu ebenso viele Fans auf wie alle anderen Parteien zusammen. Die SPD zeigte in der aktuellen Erhebungsphase kaum Web 2.0-Bemühungen, hielt ihre Werte aber stabil. Aufgrund des CDU-Wachtumsmussten die Sozial-demokratenjedoch Anteile an der Webaktivität abgeben. Während Grüne und FDP ebenso leicht verloren, gelang der Linken eine erneute Steigerung. Mit 7,3 Prozent Anteil an der Webaktivität spielt sie jedoch weiter eine unbedeutende Rolle. Trotz Verlusts halten sich die Grünen auf einem stabilen zweiten Platz mit einer Webaktivität von 24,2 Prozent vor SPD und FDP.

Webaktivitäten der Parteien

Webaktivitäten der Parteien

Anteil je Partei an der Webaktivität

Anteil je Partei an der Webaktivität

Themenindex Parteien
Auch in der Blogosphäre macht sich der Sommer bemerkbar: Im aktuellen Erhebungszeitraum sank die Gesamtzahl der veröffentlichten Blogbeiträge im Umfeld der Parteien um mehr als 20 Prozent. Deutlich zeigt sich der Verlust des Involvementsbei CDU/CSU, der es scheinbar nicht gelang, ihre bloggenden Fürsprecher zu mobilisieren. So sank die Zahl der Kommentatoren um die Hälfte, zugleich zeigte sich die Tonalität überwiegend negativ. Sowohl die Entgleisung eines Baden-Württembergischen CDU Funktionärs, der Gesine Schwan mit Magda Goebbels verglich, als auch der interne Zwist um den Europa Vertrag fand bei der Community wenig Gegenliebe. Noch dramatischer der Einbruch bei der SPD: Die Zahl der Kommentatoren ging von 3278 auf 863 Kommentare zurück. Dennoch gelang es Wolfgang Clement mit seiner Kritik an Umweltminister Gabriel Fürsprecher zu gewinnen. Die Forderung nach einem Computerspielverbot für Jugendliche und die neue Wahlkampfhelferin –RTL Super-Nanny Katja Saalfrank –konnte die User hingegen nicht überzeugen. Die FDP motivierte die User mit der Forderung nach drastischen Hartz IV-Senkungen und Kritik an der Rentengarantie zum positiven Kommentieren. Stärkstes Argument der Grünen in der aktuellen Erhebungsphase war die geforderte Schließung des AKW Krümmel.

Auswertung der Top-Themen nach Partei

Gesamtzahl der Posts im Umfeld der Parteiennennung

Gesamtzahl der Posts im Umfeld der Parteiennennung

Auswertung der Top-Themen nach Partei

Themenindex Kandidaten
Für Kanzlerkandidat Steinmeier stellt sich der Juli als gänzlich roter Monat dar: Ebenso wie in der letzten Erhebung erreichen alle in seinem Umfeld diskutierten Themen eine negative Tonalität. Seine Kritik an Finanzminister Steinbrück konnte die Community nicht überzeugen. Darüber hinaus musste er sich vorwerfen lassen, durch die Agenda 2010 die steigende Kinderarmut mit zu verantworten. Zusätzlich hält ihn die Blogosphäre bei der kommenden Bundestagswahl für chancenlos.
Auch das am häufigsten kommentierte Thema im Umfeld von Kanzlerin Merkel weist eine negative Tonalität auf, denn die User zweifeln im Gegensatz zu ihr stark an der Sicherheit deutscher Atomkraftwerke. Dennoch konnte Merkel mit ihrer Wahlkampfdominanz punkten und auch ihr 55. Geburtstag freute die User im Web 2.0. Besonders wenig Kommentare erhielt in dieser Erhebungsphase FDP-Chef Westerwelle. Nur sechs User kommentierten den geplanten Ausstieg aus dem Atom-Ausstieg und sogar nur drei interessierten sich für seine Kritik an geplanten Einzelrettungspaketen. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch bei den Spitzenkandidaten der Grünen. Auf Seiten der Linken gelang es Lafontaine und Gysi immerhin mit dem Lob für den Papst ein starkes Involvementzu generieren –wenn auch überwiegend negativ.
Auswertung der Top-Themen nach Spitzenkandidat und Tonalität

Auswertung der Top-Themen nach Spitzenkandidat und Tonalität

Gesamtzahl der Posts im Umfeld der Kandidatennennung

Gesamtzahl der Posts im Umfeld der Kandidatennennung

Die aktuellen Ergebnisse des Wahl-im-Web-Monitors können hier abgerufen werden: Wahl-im-Web-Monitor 17. Juli 2009

Wahl-im-Web-Monitor zur Bundestagswahl 2009 – 20.06.2009 bis 03.07.2009

Wie alle zwei Wochen das aktuelle Wahl-im-Web-Monitoring zur Bundestagswahl.

Die Top Themen der letzten zwei Wochen

- Jörg Tauss entert die Piratenpartei
- Union will Netzsperren bei Urheberrechtsverstößen
- Oettinger plädiert für höhere Mehrwertsteuer
- Grüne werden Ausweitung der Netzsperren nicht akzeptieren
- Zweifel an Merkels Steuerversprechen

Die Top-Twitterer der letzten zwei Wochen

-Die_Gruenen
-hubertus_heil
-tsghessen
-volker_beck
-FDP_Fraktion

Aktivitätsindex
Der Aktivitätsindex zeigt für die Zeit nach den Wahlen zum europäischen Parlament einen allgemeinen Rückgang der Social Media Aktivitäten der Parteien. Lediglich die Union konnte in allen Bereichen zulegen. Mit insgesamt 16.192 Supportern bei Facebook weist die Partei mehr als doppelt so viele Unterstützer auf wie alle anderen Parteien. Hauptgrund dafür ist die gestiegene Aktivität auf dem Portal: es wurden 30 Prozent mehr Kurzmitteilungen in der Community gestreut als zuvor. Anders die SPD: Bei den Sozialdemokraten war Facebook in der Auswertungsperiode nicht das Mittel der Wahl – dementsprechend mussten sie 3,2 Prozent Webaktivität abgeben. Ebenso verloren diesmal auch die Grünen einige Anteile und konnten das starke Wachstum der vorherigen Periode nicht fortsetzen. Der Social Media Score der Grünen stieg um 7,5 Prozent auf 13. Die Liberalen liegen weiter auf konstant gutem Niveau und bauten diesmal vor allem ihre Twitter-Nutzung weiter aus. Der Linken gelang es erneut, deutlich Boden gut zu machen und so startet die Partei mit zweistellig gewachsenen Social Media Score in den Juli.

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Webaktivitäten der Parteien

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Anteil je Partei an der Webaktivität

Themenindex Parteien
Deutlichstes Merkmal des Themenindex der Erhebungsphase ist der starke Verlust von Posts im Umfeld der Sozialdemokraten, sodass die beiden Volksparteien diesmal wieder beinah gleich auf liegen. Der Union gelang es in der aktuellen Analyse ein deutlich stärkeres Involvement zu generieren – jedoch diesmal mit durchweg negativer Tonalität in den Kommentaren. Vor allem der Vorstoß, Netzsperren auch bei Urheberrechtsverstößen aktivieren zu wollen, wurde in der Community entschieden abgelehnt. Ebenso fiel Oettingers Vorschlag, die Mehrwertsteuer zu erhöhen bei den Usern durch. Zusätzlich war die Union wegen ihres Wahlprogrammes in der Kritik. Deutlich besser lief es hingegen für die Grünen, obwohl sie nur eine geringe Zahl an Posts im Parteienumfeld auf sich zogen, bewerteten die Kommentatoren diese wie bereits in der letzten Erhebung durchweg positiv. Vor allem mit der entschiedenen Zurückweisung der Netzsperren konnte die Partei potentielle Wähler überzeugen. Bei den Linken stieß die Forderung nach 10 Euro Mindestlohn auf Gegenliebe, obwohl sie sich ebenfalls Kritik am unrealistischen Wahlprogramm gefallen lassen musste. Seitens der FDP kann man sich über viele Fürsprecher und gute Umfrageergebnisse freuen.
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Auswertung der Top-Themen nach Partei

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Gesamtzahl der Posts im Umfeld der Parteiennennung

Themenindex Kandidaten
Auch in dieser Erhebungsphase dominierte Kanzlerin Merkel das Bloggeschehen im Umfeld der Spitzenkandidaten: Mit ihrer Person beschäftigten sich 62,9 Prozent des Gesamtgeschehens. Innerhalb der Community zeigen sich jedoch deutliche Zweifel an ihren Steuerversprechen. Deutlich positiver wird hingegen ihre erneute Forderung nach einer besseren Bankenregulierung aufgenommen. Für SPD-Kanzlerkandidat Steinmeier zeichnet sich in der Analyse ein dramatischer Rückgang an Posts ab, denn er erreicht fast nur noch ein Drittel des letzten Wertes. Zusätzlich werden alle Themen in seinem Umfeld überwiegend negativ kommentiert. Weder seine Verteidigung der Agenda 2010, noch seine Schätzung, dass die Bundeswehr noch mindestens zwei Jahre in Afghanistan bleibe, kann die User überzeugen. Zusätzlich muss sich Steinmeier den Vorwurf gefallen lassen, die SPD in eine Glaubwürdigkeitskrise zu führen. Ähnlich negativ ergeht es auch Guido Westerwelle – der lediglich mit Schweigen zum FDP-Strafgeld punkten kann. Bei den Grünen dominiert Jürgen Trittin die Bloglandschaft. Die Ablehnung längerer AKW Laufzeiten und die Kritik an der Atomlobby findet Fürsprecher unter den Usern. Bei den Linken findet einzig die verlorene Klage gegen den Lissabonner Vertrag positives Involvement.
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Auswertung der Top-Themen nach Spitzenkandidat und Tonalität

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Gesamtzahl der Posts im Umfeld der Kandidatennennung

Die aktuellen Ergebnisse des Wahl-im-Web-Monitors können hier abgerufen werden: Wahl-im-Web-Monitor 07. Juli 2009

Listen!

Listen to the attitude, respond with respect! Is Social Media the new Punk Rock?

Welche Anhaltspunkte gäbe es dafür?
Punk hat ein eigenes Medien- und Vertiebssystem aufgebaut…Fanzines, Musiklabels, Modelabels etc.; Punk hat sich gegen das bestehende System zur Wehr gesetz; Punk hat sich immer roh und direkt geäußert; und Punk wurde als gutes Marketinginstrument eingesetzt.

Auf Social Media Ebene…wer wären die Sex Pistols? Wer wäre Malcom Mc MC Laren? Und wer wäre Vivien Westwood?

Über Kommentare freue ich mich.

via Lumma rivva

Wahl-im-Web-Monitor zur Bundestagswahl 2009 – 06.06.2009 bis 19.06.2009

Wie alle zwei Wochen das aktuelle Wahl-im-Web-Monitoring zur Bundestagswahl.

Die Top Themen der letzten zwei Wochen

- CDU erwägt Sperrung von Killerspiel-Seiten im Netz
- SPD fällt bei Europawahl auf historisches Tief
- SPD Themen schaffen es nicht auf die Medienagenda
- CDU/CSU erzielen gutes Ergebnis bei Europawahlen
- Grüne bei Europawahlen in Freiburg stärkste Kraft

Die Top-Twitterer der letzten zwei Wochen

-Die_Gruenen
-hubertus_heil
-tsghessen
-volker_beck
-FDP_Fraktion

Aktivitätsindex

Die erste Erhebung nach den Wahlen zum europäischen Parlament zeigt, dass die Parteien ihre Aktivitäten nach der Wahl vor allem im sozialen Netzwerk Facebook drastisch zurückgefahren haben. Die Anzahl der Kurzmeldungen, mit denen potentielle Wähler erreicht werden sollen, sank bei allen Parteien im mittleren zweistelligen Bereich. Insgesamt konnten CDU und Die Linke von der Schwäche der anderen Parteien profitieren. Die CDU baute den Anteil an der Webaktivität um 2,8 Prozentpunkte auf fast 30 Prozent aus. Den Linken gelang ein Wachstum um nahezu 10 Prozent. Drastisch hingegen die Entwicklung bei der SPD: Der Social Media Score der Sozialdemokraten stagnierte, an der Webaktivität gaben sie fast ein Zehntel ab. Deutlich zurück fuhren auch die Grünen ihr Engagement bei Facebook, konnten dies aber durch starke Zuwachsraten beim Microblogging-Dienst Twitter ausgleichen. Mit 9.417 Followern wird das Gezwitscher der Grünen am meisten gehört.
Webaktivitäten der Parteien

Webaktivitäten der ParteienAnteil je Partei an der Webaktivität

Anteil je Partei an der Webaktivität

Anteil je Partei an der Webaktivität

Themenindex Parteien
Der Themenindex im Parteienumfeld zeigt diesmal die SPD mit deutlichem Vorsprung von über 3.000 Posts an der Spitze der Internetdiskussionen. Ebenso auf der Seite der Kommentare konnten sich die Sozialdemokraten mit 4.639 Usern durchsetzen – jedoch mit einer durchweg negativen Tonalität. Sowohl das schlechte Abschneiden bei den EU-Parlamentswahlen, die vorgeschlagenen Strafzahlungen für Nichtwähler und die generelle Unfähigkeit, Themen auf der Medienagenda zu platzieren, wurde von der Community hart quittiert. Nicht sehr viel besser konnten in dieser Erhebungsphase CDU/CSU abschneiden. Das laute Nachdenken über die Nutzung der Sperrmechanismen für andere Websiten stößt auf breite Ablehnung. Lediglich das gute Ergebnis bei den Wahlen kann die User motivieren, für die Partei zu sprechen. Deutlich besser lief es in der aktuellen Analyse für Bündnis’90/Die Grünen: Alle Themen, die im Parteiumfeld diskutiert wurden, wiesen eine positive Tonalität auf. Sowohl das gute Abschneiden bei den Parlamentswahlen als auch die Ablehnung der Internetzensur stößt bei den Usern auf offene Ohren. Nach dem brillanten Ergebnis der letzten Erhebung muss die FDP negative Kommentare einstecken, lediglich die Kritik an der Bundeskanzlerin freut die Community.
Auswertung der Top-Themen nach Partei

Auswertung der Top-Themen nach Partei

Gesamtzahl der Posts im Umfeld der Parteiennennung

Gesamtzahl der Posts im Umfeld der Parteiennennung

Themenindex Kandidaten
Die vergangenen beiden Wochen zeigten sich quantitativ vor allem für Kanzlerkandidat Frank Walter Steinmeier als Erfolg: Ihm gelang es, die Blogeinträge in seinem Personenumfeld mehr als zu verdreifachen. Dennoch macht ihm die derzeit schlechte Stellung der SPD zu schaffen, ebenso wie die Kritik an den Steuerplänen der Union, denn die Usern teilen seine Meinung nicht.
Auch die Bundeskanzlerin konnte die Zahl ihrer Posts erhöhen – und das mit überwiegend positivem Response der User. Sowohl der harte Kurs bei der Arcandor-Rettung als auch die Spitzenwerte in der aktuellen Stern-Umfrage kommen gut in der Community an. Lediglich ihre Zurückhaltung bei der Abstimmung um die durchgesetzten Netzsperren erzeugt in den Social Media Widerstand. Zwei schlechte Wochen hat Guido Westerwelle zu verzeichnen. Nach durchweg positivem Involvement in der letzten Untersuchung gelingt es dem Liberalen weder mit selbstbewusstem Auftreten, noch der Stimmenthaltung bei der Netzsperren-Debatte die User für sich zu gewinnen. Zusätzlich hat er mit der Kritik an der Politik seiner Partei zu kämpfen.
Bei Künast/Trittin sowie Oskar Lafontaine konnten diesmal nicht ausreichend Kommentatoren ermittelt werden, um aussagekräftige Ergebnisse zu veröffentlichen.
Auswertung der Top-Themen nach Spitzenkandidat und Tonalität

Auswertung der Top-Themen nach Spitzenkandidat und Tonalität

Gesamtzahl der Posts im Umfeld der Kandidatennennung

Gesamtzahl der Posts im Umfeld der Kandidatennennung

Die aktuellen Ergebnisse des Wahl-im-Web-Monitors können hier abgerufen werden: 090622_wiw-monitor_final