Wahl im Web Monitor – 03.03. bis 16.03.2009

Die Ergebnisse des aktuellen Wahl-im-Web-Monitors.

Die Top-Themen der letzen 2 Wochen

- Steinmeier und seine Schirmherrschaft des Linux-Tages 2009
- Oskar Lafontaine zum „brutalen Kapitalismus“
- Merkel und Schwarzenegger eröffnen CeBit
- Steinmeier auf Wählerfang in Merkels Bundestagswahlkreis
- Merkel nutzt Winnenden um Wählergunst zu gewinnen

Aktivitätsindex
Die FDP ist der Gewinner der vergangenen 14 Tage, mit einem Anstieg der Social Media Aktivität von 19,6%, dicht gefolgt von Die Linke. Mit hohen Social Media Scores bleiben die Koalitionsparteien Spitzenreiter, obwohl die SPD etwa 2% ihres Anteils an der gesamten Webaktivität im Social Web eingebüßt hat. Die Umstellung des SPD YouTube Accounts auf „Wahlkampf `09“ hat eine geringere Anzahl der Videoclips zur Folge. Das wirkt sich letztlich auf den Social Media Score aus. Die CDU konnte dagegen ihre Vorreiterrolle festigen. Die Linke engagiert sich stärker und wird bei Facebook und Twitter aktiver, sichtbares Zeichen ist die Zunahme an Profilen (z.B. „Oskar Lafontaine“). Die Linke ist auch im Web 2.0 angekommen.

Durch die in der letzen Woche erfolgte Umstellung des Facebook-Layouts wird nun die Summe aller Aktivitäten eines Profils erfasst (Pinnwand), wie z.B. Notizen, Fotos, Veranstaltungen und weitere Posts der Kandidaten. Daher ist bei allen Parteien ein hoher Anstieg der Facebook-Kurzmeldungen zu erkennen.
Aktivitäten der Parteien im Social Web

Politische Aktivitäten im Social Web

Webaktivitäten der Parteien in %

Webaktivitäten der Parteien in %

Themenindex
Auffälligstes Merkmal der aktuellen Erhebung ist der deutliche Anstieg an einzelnen Kommentatoren zu den jeweiligen Spitzenkandidaten der Parteien. Das Engagement im Social Web ist mit den aktuellen Themen insgesamt gestiegen. Nur Künast und Trittin konnten verhältnismäßig wenige Kommentatoren für ihre Themen aktivieren.
Der Anteil der Posts, in denen die Bundeskanzlerin genannt wurde, nahm um 7% zu. Zurückzuführen ist das auf die Topthemen CeBit und Amoklauf von Winnenden. Beachtung fand auch Steinmeiers Veranstaltung in Merkels Wahlkreis.
Auffällig ist bei Außenminister Steinmeier das Verhältnis der Anzahl der Posts zur Anzahl von Kommentatoren. Die Themen von Steinmeier haben die Social Community am stärksten involviert. Dennoch ist bei Merkel und Steinmeier das hohe Involvement der Social Community inhaltlich eher neutral bis negativ zu bewerten.
Die Opposition konnte mit einigen Themen bei der Social Community positive Resonanz erzeugen. Mit seinen Forderungen zur Lohnpolitik und Finanzkrise hat Oskar Lafontaine auffällig viele Kommentatoren mit positiven Beiträgen für sich aktiviert.
Auswertung der Top-Themen nach Spitzenkandidat und Tonalität

Auswertung der Top-Themen nach Spitzenkandidat und Tonalität

Gesamtzahl der Posts im Umfeld der Kandidatennennung

Gesamtzahl der Posts im Umfeld der Kandidatennennung

Das Monitoring zum Download
- Das aktuelle Monitoring als Datei: Wahl-im-Web-Monitor 090316
- Zum Vergleich das Monitoring vom letzten Mal:  Wahl-im-Web-Monitor 090302
Die nächste Auswertung wird in 14 Tagen veröffentlicht, die Interpretation der aktuellen Ergebnisse folgen noch diese Woche.

Ein Corporate-Twitter macht noch keinen Social Media-Sommer

Alle warten sehnsüchtig auf den Frühling, und in Vorfreude twittert es wild über das Internet. Besonders laut wird gerade in Agenturen diskutiert, wie und ob Corporate Twitter ein valider Weg zu Kunden und Nutzern ist. Wir bei Weber Shandwick haben mit dem T-Mobile G1 Twitter unseren Anteil daran.

Auch wenn wir Twitter für uns und unsere Kunden einsetzen, sind beileibe nicht alle kursierenden Corporate Twitter-Ansätze gut für die langfristige Akzeptanz von Twitter als PR-Kanal. Es entstehen beängstigend viele Corporate Twitter-Konzepte, die besser Pressemitteilungen geblieben wären. Zu oft haben die Twitter-Ansätze keine Substanz und Strategie, sie diskreditieren letztlich den Corporate Twitter.

Die Corporate-Twitter-Inflation ist symptomatisch für den derzeitigen Wandel in der PR und den Agenturen. Denn wer heutzutage Social Media nicht im Leistungsportolio stehen hat, gilt bestenfalls als antiquiert, schlimmstenfalls dem Untergang geweiht. Bei aller Begeisterung über die neue Medienwelt: Wirklich sinnvolle Ansätze funktionieren eigentlich nur, wenn nicht nur mehrere Social Media-Kanäle bespielt, sondern zudem auch auf das engste mit den Old School-PR-Aktivitäten verzahnt werden. Wir bei Weber Shandwick sprechen dann von Inline, einer ganzheitlichen Betrachtung von Zielgruppen, deren Medienverhalten und der daraus resultierenden Ansprache von offline bis online.

Für den Launch des T-Mobile G1 in Deutschland haben wir nicht nur Twitter eingesetzt, sondern mit einem Themenblog einem Newsaggregator und einem Blogger-Event sowie Auftritten auf den Branchenveranstaltungen den Diskurs im Social Web aufgenommen. Einher gingen klassische PR-Maßnahmen wie Pressekonferenz, Testgeräte-Previews und Medienkooperationen. Twitter darf nicht Selbstzweck sein, sondern nur Teil eines wohlabgestimmten PR-Instrumentariums. Und das wird im Twitter-Hype zu oft ausgeblendet.

Ein Corporate-Twitter macht noch keinen Social Media-Sommer – aber Lust auf mehr.

Journalisten und Blogger

Journalisten und Blogger rücken allmählich in ihrer Wahrnehmung enger zusammen:
Mit bloxpert.de hat Nicole Simon einen einfachen Dienst geschaffen, über den Journalisten an Blogger Interview Anfragen etc. richten können.

Gut finde ich, dass man damit das Dilemma umgeht kann, immer die gleichen Vorzeigbelogger zu interviewen. Die konkrete Recherche nach Blogs und die Auseinandersetzung mit den Themen des Blogs selber wird einem dadurch jedoch nicht erspart.

Daniela Hinirchs, Pressesprecherin von Xing erläutert in einem Interview mit Turi2, welche Bedeutung heutige Pressearbeit in dem Spannugsfeld von Journalisten, Blogs, Bloggern und Twitter hat.

Sehr schönes Statement:

Link: interview2: Daniela Hinrichs, Unternehmenssprecherin Xing.

via Cem Indiskretion

Interview zu Twitter

Mein Kollege Mark Heising und ich wurden in der aktuellen Horizont (7/2009) zu den Twitter Strategien von T-Mobile befragt.
Hier ist der Artikel als PDF.

Weber Shandwick twittert vom Politikkongress

Am 4. und 5. Dezember findet in Berlin der Politikkongress statt. Diesmal wird der US-Wahlkampf und die Obama-Kampagne großen Raum einnehmen. Auch unser Chairman Jack Leslie hält eine Keynote und spricht nach vorne schauend über die nächste Kampagne von Obama.
Wir werden den Kongress twittern und freuen uns auf Follower und Interessierte. Ein Feed auf diesem Blog sichert, dass Leser aktuell sind.

Twitter wird zur Mainstreamkommunikation

Ich denke, ich muss Twitter – den Chat-Dienst, mit dem man kurze Updates bzw. Nachrichten für Menschen auf der ganzen Welt senden kann – nicht lange erklären. Allerdings ist die Tatsache erwähnenswert, dass sich Twitter immer mehr zu einem Mainstream-Kommunikations-Kanal entwickelt. Hunderte von Marken und Tausende von Unternehmen nutzen es bereits, um eine Verbindung mit Kunden und Mitarbeitern herzustellen. Kein Wunder also, dass es mehr als lukrativ erscheint jede Woche neue Mikro-Messaging-Dienste zu veröffentlichen, die den spezifischen Bedürfnissen moderner Unternehmensführung gerecht werden. Da verliert man gerne mal den Überblick. Wie man grundsätzlich in das Thema gut sortiert einsteigt habe ich am Wochenende in diesem Webcast gesehen. Er zeigt, wie man Twitter und andere Mikro-Messaging-Dienste bei der Arbeit nutzen kann. Das richtet sich vor allem an diejenigen, die die Vorteile und Herausforderungen dieses aufregenden neuen Mediums erkennen, und auf der Basis von ausgewählten Fallbeispielen potenzielle Fallstricke vermeiden wollen. Allerdings sollte man sich eine gute Stunde für den Webcast Zeit nehmen. 140 Zeichen haben hier ausnahmsweise nicht ausgereicht. Viel Spaß beim Eintauchen in die neue Welt.

 

twitter vote report

Eine spezielle Gruppe von “freiwilligen Bürger-Journalisten” sind derzeit mit dem Feinschliff eines Wahl Monitoring-System, dem sogenannten Twitter Vote Report [twittervotereport.com] beschäftigt. Es zeichnet sich durch eine innovative Nutzung von Twitter als eine wichtige Infrastrukturen für verteilte Daten aus. Das geplante Twitter-System wird es den Wählern ermöglichen, sehr einfach und leicht bspw. Berichte über illegale Wähler Unterdrückung oder aggregierte Wartezeiten an den Wahlurnen darzustellen. Frei nach Luhmann wird hierdurch die Synthese von vielen kleinen Daten-Schneeflocken zu einem großen Ganzen aufsummiert.

Die Gruppe der Freiwilligen hat bereits ein paar Daten Visualisierungen ihrer Daten-Streams online gestellt, obwohl es scheint, dass weiter fortgeschrittene Visualisierungen bereits in der Entwicklung sind. Wir beobachten das weiter. Spannendes Feld vielleicht auch für den Bundestagswahlkampf 2009. Einen konkreten Live-Bericht als Appetithappen gibt es hier.

Twitter für die interne Kommunikation

Web2.0-Tools in Unternehmen werden zunehmend wichtiger. Grade vor ein paar Wochen wurde der Dienst Yammer mit einem Micro-Blogging-Dienst für Unternehmen als Gewinner der Techcrunch50 ausgezeichnet. Yammer wurde ursprünglich als Kommunikationstool des Stammbaumdienstes Geni.com zur internen Kommunikation. Existiert jetzt aber als eigenständige Firma und steht auch anderen zur Verfügung.

Während Twitter fragt, „Was machst du grade?“ fragt Yammer “Woran arbeitest du gerade?”. Ähnlich wie Twitter stellt Yammer den Mitarbeitern eines Unternehmens eine zentrale Diskussionsplattform zur Verfügung auf der Ideen, Links und Neuigkeiten ausgetauscht oder Fragen gestellt und beantwortet werden können. Die Diskussionen finden für die Teilnehmer des jeweiligen Unternehmensnetzwerks öffentlich statt und sind damit auch für neue Mitarbeiter durchsuchbar.
Größter Unterschied zu Twitter: Nutzer melden sich mit ihrer geschäftlichen E-Mail-Adresse an und werden anhand dieser sogleich ihrem Unternehmensnetzwerk zugeordnet.

All Blogs Are Not Created Equal | State of the Blogosphere 2008

Diese Nachricht kann man zunächst einmal aus der frisch veröffentlichten Studie von Technorati – State of the Blogosphere 2008. Seit 2004 wird diese Studie von Technorati nun schon aufgelegt und analysiert Trends und Themen rund ums Blogging. In der aktuellen Studie geht man allerdings noch einen Schritt weiter um Insights von und über Blogger im Allgemeinen zu dokumentieren. Dazu wurden erstmalig Blogger aktiv in die Studie eingebunden und gebeten, Aussagen zu Ihrem Leben, den verwendeten Tools, ihrer Zeit und ihren Ressourcen, die sie zum bloggen aufwenden, zu tätigen. Hinzu kommt, dass sie Aussagen hinsichtlich des Einfluss von Blogging auf ihre persönliche, berufliche und finanzielle Situation auswirkt. Das Ergebnis gibt einen sehr guten Einblick in das Leben und Denken eines ‘blogger minds’.

Hier mal direkt ein paar Zahlen und Insights vorneweg, die Euch alle hungrig machen sollten:

 

 

Blogging is…

 

Bloggers are…

 

Darüber hinaus vergleicht die Studie aktuelle WEB 2.0 Zusammenfassungen/ Studien aus anderen Bereichen (der Social Media Tracker von der Universal McCann ist auch erwähnt). Und es bleibt abzuwarten, was die nächsten Kapitel mit sich bringen … ich fiebere jetzt schon Tag 5 entgegen:

  • Introduction
  • Day 1: Who Are the Bloggers?
  • Day 2: The What And Why of Blogging
  • Day 3: The How of Blogging
  • Day 4: Blogging For Profit
  • Day 5: Brands Enter The Blogosphere
  •  

    mehr…

    Next Twitter

    Nachdem Twitter, zumindest hier in Deutschland, grade dabei ist den kulturellen Mainstream zu stürmen, frage ich mich, was kommt nach dem textbasierter Micro-Blogging…12Seconds gibt einen Ausblick.
    Innerhalb von nur 12 Sekunden kann man hier ein kurzes Videostatement abgeben.


    Große Zaubertricks der Welt, Teil 6 on 12seconds.tv

    Ich warte noch auf meinen Betazugang!