Wahl-im-Web-Monitor Spezial
Sechs Monate nach dem Start des Wahl-im-Web-Monitors und fünf Wochen vor der Bundestagswahl 2009 ist es Zeit, ein vorläufiges Resümee zum Online-Wahlkampf 2009 zu ziehen. Angela Merkel lächelt uns auf Facebook entgegen und Frank-Walter Steinmeier erzählt von der neuen Kampagne auf Twitter, doch diese Impressionen beantworten nicht die zentrale Frage: welchen Effekt hat diese Social Media-Aktivität wirklich auf den Wahlausgang? Was ist nach dem Obama-Social-Media-Hype in Deutschland übrig geblieben? In der Spezialausgabe des Wahl-im-Web-Monitors schauen wir uns genauer an, welche Effekte die Social Media-Gehversuche der Parteien hatten und wagen einen Ausblick darauf, wie man die klassische Markt- und Meinungsforschung durch das Social Media-Monitoring in Echtzeit ergänzen kann.
Das Ergebnis als PDF: wahl-im-web-monitor-spezial.pdf
Wahl-im-Web-Monitor zur Bundestagswahl 2009 – 18.07.2009 bis 31.07.2009
Wie alle zwei Wochen das aktuelle Wahl-im-Web-Monitoring zur Bundestagswahl.
Die Top Themen der letzten zwei Wochen
- Ulla Schmidts Dienstwagen auf Spanienreise gestohlen
- Andrea Nahles wünscht sich Wahnsinnsaufholjagd für die SPD
- Saarlands Ministerpräsident sieht Nachbesserungsbedarf bei MwSt
- Grüne fordern Fahrsicherheitstest für Rentner
- Steinmeier präsentiert Kompetenzteam
Die Top-Twitterer der letzten zwei Wochen
- Die_Gruenen
- FDP_Fraktion
- CDUCSU
- hubertus_heil
- gruene_jugend
Aktivitätsindex
Knapp drei Monate vor der Bundestagswahl liegt die CDU in den Social Media beinahe uneinholbar vorn. Der Union gelang es in der Erhebungsphase, die Zahl ihrer Facebook-Unterstützer um 10 Prozent zu steigern. Deutlicher Gewinner ist Kanzlerin Merkel, die mit mehr als 13.000 Fans fast drei mal so viele User begeistert wie Herausforderer Steinmeier. Die SPD musste leicht Webaktivität abgegeben und reiht sich hinter den Grünen auf Platz drei ein, welche leicht ebenso etwas verloren. Besonders hervorzuheben ist die Twitteraktivität der Grünen, die mit 11.503 Followern die Statistik anführt. Die Liberalen bauten auch in dieser Analyse die Präsenz in den Social Media aus und konnten den Anteil ihrer Webaktivität etwas steigern. Der Linken gelang es in den Communities erneut zu wachsen, sie liegt jedoch weiterhin weit abgeschlagen hinter allen anderen Parteien. Vor allem die Spitzenpolitiker der Parteien sind in den Social Media nicht zu finden und behindern so das Wachstum ihrer Partei im Netz.
Themenindex Parteien
Der SPD gelang es auch in dieser Erhebungsphase, den deutlichen Vorsprung von Blogposts im Parteienumfeld zu halten. Erneut sind die Kommentare der User aber auch von einer negativen Tonalität geprägt. Ein besonders starkes Involvement konnte der gestohlene Dienstwagen von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt generieren, jedoch empfand der überwiegende Teil der Kommentatoren die Nutzung im Urlaub als nicht angemessen. Ebenso stößt der verbreitete Optimismus der SPD auf wenig Verständnis bei den potenziellen Wählern, denn die wünschen sicher lieber mehr Inhalte im Wahlkampf. Nur unwesentlich positiver verliefen die letzten beiden Wochen für die CDU: Das erneute Aufflammen der Mehrwertsteuer-Debatte verärgerte die Kommentatoren ebenso wie die Haltung zum Mord im Dresdner Gericht. Darüber hinaus sieht sich die Union mit Rassismusvorwürfen konfrontiert, die bisher nicht eindeutig zurückgewiesen worden. Besser läuft es für die FDP: Mit der angestrebten Klage gegen die Millionenstrafe aus der Möllemann-Affäre und der Öffnung gegenüber einer Ampelkoalition im Saarland konnten die Liberalen Fürprechergewinnen. Die Grünen konnten am meisten mit dem Vorschlag eines Fahrsicherheitstests für Senioren überzeugen, während die Linke mit der erneuten Forderung nach einem sofortigen Afhanistanabzugpunkten konnte.
Themenindex der Kandidaten
Auf Seiten der Spitzenkandidaten macht sich in der Erhebung das Sommerloch in vollem Ausmaß bemerkbar. Allen Kandidaten fiel es in den letzten beiden Wochen schwer, Kommentatoren zu motivieren. Besonders Kanzlerin Merkel konnte den Trend der letzten Wochen nicht abwenden und sorgte mit eher banalen Themen, wie ihrem neuen Internetauftritt oder einem Sommerinterview auf YouTube für Involvementin der Community. Der Streit zwischen ihr und dem CSU-Vorsitzenden Seehofer ließ die User eher kalt.
Zum dritten Mal in Folge musste Kanzlerkandidat Steinmeier drei negativ kommentierte Themen wegstecken. Weder sein Kompetenzteam noch die öffentliche Kritik an Ulla Schmidt überzeugte die User; zusätzlich sah er sich dem Vorwurf ausgesetzt, immer unsympathischer zu werden.
Besser steht hingegen Guido Westerwelle da: Indem er erneut die Abschaffung der Wehrpflicht forderte, begeisterte er die Community, generierte aber nur ein vergleichsweise geringes Involvementbei den Themen Hartz IV und seinen Äußerungen zur bevorstehenden Wahl. [* Bei Künast/Trittin sowie Oskar Lafontaine konnten diesmal nicht ausreichend Kommentatoren ermittelt werden, um aussagekräftige Ergebnisse zu veröffentlichen.]
Die aktuellen Ergebnisse des Wahl-im-Web-Monitors können hier abgerufen werden: Wahl-im-Web-Monitor 31. Juli 2009
Wahl-im-Web-Monitor zur Bundestagswahl 2009 – 04.07.2009 bis 17.07.2009
Wie alle zwei Wochen das aktuelle Wahl-im-Web-Monitoring zur Bundestagswahl.
Die Top Themen der letzten zwei Wochen
- Clement kritisiert Gabriels Haltung bei Atomkraft
- FDP fordert drastische Hartz IV Kürzung
- Schlagersänger Christian Anders beschimpft Bundeskanzlerin
- Lafontaine und Gysi loben Papstforderung nach moralischer Wirtschaft
- Grüne fordern Schließung von Krümmel
Die Top-Twitterer der letzten zwei Wochen
-Die_Gruenen
-hubertus_heil
-tsghessen
-volker_beck
-FDP_Fraktion
Aktivitätsindex
Die Sommerpause in der Politik macht sich auch im aktuellen Wahl-im-Web-Monitor bemerkbar: Im Vergleich zur vorherigen Erhebung ist das Gesamtvolumen der Parteienaktivitäten im SocialWeb stark zurückgegangen. Als Nutznießer dieser Entwicklung konnte sich die Union platzieren, die ihren SocialMedia Score um nahezu 10 Prozent auf 27,8 steigern konnte. Hauptsächliche Aspekt dieses besonders deutlichen Wachstums ist die Steigerung der Fans bei Facebook–mit 19.136 Unterstützern weisen die Christdemokraten nun nahezu ebenso viele Fans auf wie alle anderen Parteien zusammen. Die SPD zeigte in der aktuellen Erhebungsphase kaum Web 2.0-Bemühungen, hielt ihre Werte aber stabil. Aufgrund des CDU-Wachtumsmussten die Sozial-demokratenjedoch Anteile an der Webaktivität abgeben. Während Grüne und FDP ebenso leicht verloren, gelang der Linken eine erneute Steigerung. Mit 7,3 Prozent Anteil an der Webaktivität spielt sie jedoch weiter eine unbedeutende Rolle. Trotz Verlusts halten sich die Grünen auf einem stabilen zweiten Platz mit einer Webaktivität von 24,2 Prozent vor SPD und FDP.
Themenindex Parteien
Auch in der Blogosphäre macht sich der Sommer bemerkbar: Im aktuellen Erhebungszeitraum sank die Gesamtzahl der veröffentlichten Blogbeiträge im Umfeld der Parteien um mehr als 20 Prozent. Deutlich zeigt sich der Verlust des Involvementsbei CDU/CSU, der es scheinbar nicht gelang, ihre bloggenden Fürsprecher zu mobilisieren. So sank die Zahl der Kommentatoren um die Hälfte, zugleich zeigte sich die Tonalität überwiegend negativ. Sowohl die Entgleisung eines Baden-Württembergischen CDU Funktionärs, der Gesine Schwan mit Magda Goebbels verglich, als auch der interne Zwist um den Europa Vertrag fand bei der Community wenig Gegenliebe. Noch dramatischer der Einbruch bei der SPD: Die Zahl der Kommentatoren ging von 3278 auf 863 Kommentare zurück. Dennoch gelang es Wolfgang Clement mit seiner Kritik an Umweltminister Gabriel Fürsprecher zu gewinnen. Die Forderung nach einem Computerspielverbot für Jugendliche und die neue Wahlkampfhelferin –RTL Super-Nanny Katja Saalfrank –konnte die User hingegen nicht überzeugen. Die FDP motivierte die User mit der Forderung nach drastischen Hartz IV-Senkungen und Kritik an der Rentengarantie zum positiven Kommentieren. Stärkstes Argument der Grünen in der aktuellen Erhebungsphase war die geforderte Schließung des AKW Krümmel.
Auch das am häufigsten kommentierte Thema im Umfeld von Kanzlerin Merkel weist eine negative Tonalität auf, denn die User zweifeln im Gegensatz zu ihr stark an der Sicherheit deutscher Atomkraftwerke. Dennoch konnte Merkel mit ihrer Wahlkampfdominanz punkten und auch ihr 55. Geburtstag freute die User im Web 2.0. Besonders wenig Kommentare erhielt in dieser Erhebungsphase FDP-Chef Westerwelle. Nur sechs User kommentierten den geplanten Ausstieg aus dem Atom-Ausstieg und sogar nur drei interessierten sich für seine Kritik an geplanten Einzelrettungspaketen. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch bei den Spitzenkandidaten der Grünen. Auf Seiten der Linken gelang es Lafontaine und Gysi immerhin mit dem Lob für den Papst ein starkes Involvementzu generieren –wenn auch überwiegend negativ.
Die aktuellen Ergebnisse des Wahl-im-Web-Monitors können hier abgerufen werden: Wahl-im-Web-Monitor 17. Juli 2009
Wahl-im-Web-Monitor zur Bundestagswahl 2009 – 20.06.2009 bis 03.07.2009
Wie alle zwei Wochen das aktuelle Wahl-im-Web-Monitoring zur Bundestagswahl.
Die Top Themen der letzten zwei Wochen
- Jörg Tauss entert die Piratenpartei
- Union will Netzsperren bei Urheberrechtsverstößen
- Oettinger plädiert für höhere Mehrwertsteuer
- Grüne werden Ausweitung der Netzsperren nicht akzeptieren
- Zweifel an Merkels Steuerversprechen
Die Top-Twitterer der letzten zwei Wochen
-Die_Gruenen
-hubertus_heil
-tsghessen
-volker_beck
-FDP_Fraktion
Aktivitätsindex
Der Aktivitätsindex zeigt für die Zeit nach den Wahlen zum europäischen Parlament einen allgemeinen Rückgang der Social Media Aktivitäten der Parteien. Lediglich die Union konnte in allen Bereichen zulegen. Mit insgesamt 16.192 Supportern bei Facebook weist die Partei mehr als doppelt so viele Unterstützer auf wie alle anderen Parteien. Hauptgrund dafür ist die gestiegene Aktivität auf dem Portal: es wurden 30 Prozent mehr Kurzmitteilungen in der Community gestreut als zuvor. Anders die SPD: Bei den Sozialdemokraten war Facebook in der Auswertungsperiode nicht das Mittel der Wahl – dementsprechend mussten sie 3,2 Prozent Webaktivität abgeben. Ebenso verloren diesmal auch die Grünen einige Anteile und konnten das starke Wachstum der vorherigen Periode nicht fortsetzen. Der Social Media Score der Grünen stieg um 7,5 Prozent auf 13. Die Liberalen liegen weiter auf konstant gutem Niveau und bauten diesmal vor allem ihre Twitter-Nutzung weiter aus. Der Linken gelang es erneut, deutlich Boden gut zu machen und so startet die Partei mit zweistellig gewachsenen Social Media Score in den Juli.
Deutlichstes Merkmal des Themenindex der Erhebungsphase ist der starke Verlust von Posts im Umfeld der Sozialdemokraten, sodass die beiden Volksparteien diesmal wieder beinah gleich auf liegen. Der Union gelang es in der aktuellen Analyse ein deutlich stärkeres Involvement zu generieren – jedoch diesmal mit durchweg negativer Tonalität in den Kommentaren. Vor allem der Vorstoß, Netzsperren auch bei Urheberrechtsverstößen aktivieren zu wollen, wurde in der Community entschieden abgelehnt. Ebenso fiel Oettingers Vorschlag, die Mehrwertsteuer zu erhöhen bei den Usern durch. Zusätzlich war die Union wegen ihres Wahlprogrammes in der Kritik. Deutlich besser lief es hingegen für die Grünen, obwohl sie nur eine geringe Zahl an Posts im Parteienumfeld auf sich zogen, bewerteten die Kommentatoren diese wie bereits in der letzten Erhebung durchweg positiv. Vor allem mit der entschiedenen Zurückweisung der Netzsperren konnte die Partei potentielle Wähler überzeugen. Bei den Linken stieß die Forderung nach 10 Euro Mindestlohn auf Gegenliebe, obwohl sie sich ebenfalls Kritik am unrealistischen Wahlprogramm gefallen lassen musste. Seitens der FDP kann man sich über viele Fürsprecher und gute Umfrageergebnisse freuen.
Wahl-im-Web-Monitor zur Bundestagswahl 2009 – 06.06.2009 bis 19.06.2009
Wie alle zwei Wochen das aktuelle Wahl-im-Web-Monitoring zur Bundestagswahl.
Die Top Themen der letzten zwei Wochen
- CDU erwägt Sperrung von Killerspiel-Seiten im Netz
- SPD fällt bei Europawahl auf historisches Tief
- SPD Themen schaffen es nicht auf die Medienagenda
- CDU/CSU erzielen gutes Ergebnis bei Europawahlen
- Grüne bei Europawahlen in Freiburg stärkste Kraft
Die Top-Twitterer der letzten zwei Wochen
-Die_Gruenen
-hubertus_heil
-tsghessen
-volker_beck
-FDP_Fraktion
Aktivitätsindex
Auch die Bundeskanzlerin konnte die Zahl ihrer Posts erhöhen – und das mit überwiegend positivem Response der User. Sowohl der harte Kurs bei der Arcandor-Rettung als auch die Spitzenwerte in der aktuellen Stern-Umfrage kommen gut in der Community an. Lediglich ihre Zurückhaltung bei der Abstimmung um die durchgesetzten Netzsperren erzeugt in den Social Media Widerstand. Zwei schlechte Wochen hat Guido Westerwelle zu verzeichnen. Nach durchweg positivem Involvement in der letzten Untersuchung gelingt es dem Liberalen weder mit selbstbewusstem Auftreten, noch der Stimmenthaltung bei der Netzsperren-Debatte die User für sich zu gewinnen. Zusätzlich hat er mit der Kritik an der Politik seiner Partei zu kämpfen.
Bei Künast/Trittin sowie Oskar Lafontaine konnten diesmal nicht ausreichend Kommentatoren ermittelt werden, um aussagekräftige Ergebnisse zu veröffentlichen.
Wahl-im-Web-Monitor zur Bundestagswahl 2009 – 23.05.2009 bis 05.06.2009
Wie alle zwei Wochen das aktuelle Wahl-im-Web-Monitoring zur Bundestagswahl.
Die Top Themen der letzten zwei Wochen
-Koch-Mehrin selten bei Sitzungen im Europaparlament anwesend
-CDU stößt mit Internetsperren zunehmend auf Kritik
-SPD spricht sich für Arcandor Rettung aus
-Arcandor Rettung für CDU keine Option
-Steinmeier kritisiert zu Guttenbergs Haltung zu Opel Rettung
Die Top-Twitterer der letzten zwei Wochen
-Die_Gruenen
-hubertus_heil
-tsghessen
-volker_beck
-FDP_Fraktion
Aktivitätsindex
Die erste Erhebung im Juni zeigt, dass die Social Web Aktivitäten kurz vor der Europawahl noch einmal deutlich verstärkt wurden: im Erhebungszeitraum wuchs der Social Media Score bei allen untersuchten Parteien zweistellig. Besonders der Linken gelang es, den Wert von 4,0 auf 4,4 zu steigern – was einem Prozentwert von 20,3 entspricht. Ebenso konnte die Linke Anteile an der Webaktivität gewinnen, liegt jedoch mit 6,2 Prozent weiter hinter der FDP auf Platz fünf. Obwohl die SPD verstärkt über Facebook-Kurzmitteilungen kommunizierte – im Erhebungszeitraum 104,3 Prozent mehr als zuvor – gab sie im Bereich der Webaktivität leicht nach. Die Liberalen hielten ihre Twitter-Aktivitäten konstant, erreichten aber fast 20 Prozent mehr User als zuvor. Die Grünen legten in der Analyse auf allen Kanälen zu, konnten sich aber im Bereich der Webaktivität nicht so stark positionieren wie im letzten Erhebungszeitraum. Insgesamt belegt die Analyse, dass Social Media-Kanäle vor allem in den entscheidenden Wochen vor der Wahl von den Parteien besonders stark genutzt werden.
Wahl-im-Web-Monitor zur Bundestagswahl 2009 – 09.05.2009 bis 22.05.2009
Wie alle zwei Wochen das aktuelle Wahl-im-Web-Monitoring zur Bundestagswahl.
Die Top Themen der letzten zwei Wochen
- SPD schwächt Forderung nach strengerem Waffenrecht ab
- FDP fordert schnelle Steuersenkung
- CDU spricht sich für Grundverschlüsselung privaten Rundfunks aus
- SPD präsentiert weitere Werbespots zur Europawahl
- Bundeskanzlerin Merkel stellt sich bei Townhall-Meeting Bürgerfragen
Die Top-Twitterer der letzten zwei Wochen
- Die_Gruenen
- hubertus_heil
- tsghessen
- volker_beck
- FDP_Fraktion
Aktivitätsindex
Die zweite Erhebung im Mai zeigt die Grünen als zunehmend starke Kraft im Bereich der Social Media. Auf allen Kanälen sorgte eine Ausweitung ihrer Kommunikation für zweistellige Wachstumszahlen, was den Anteil an Webaktivität um 7,5 auf 24,5 Prozent steigerte. Auch die FDP baute ihre Webaktivität aus, wobei sie ihren Fokus vor allem auf Twitter legte. Die Partei zwitscherte 30,9 Prozent mehr als im letzten Erhebungszeitraum, dies hörten 812 User. Auch das verstärkte Posten von Kurzmitteilungen auf Facebook zahlte sich aus: die Zahl der FDP-Supporter wuchs um 16,8 Prozent auf 3.328. Die beiden großen Volksparteien SPD und CDU konnten ihre hohen Anteile an Webaktivität aus der letzten Woche nicht halten. Obwohl die Union ihr Engagement bei Facebook weiter ausbaute, sank der Anteil ihrer Webaktivität auf 28,3 Prozent. Sie bleibt damit trotzdem stärkste Kraft im Web 2.0, dicht gefolgt von SPD und Grünen. Die Linke vernachlässigt Social Media nach wie vor, verliert erneut nahezu fünf Prozent und stabilisiert damit ihre unbedeutende Rolle im Web-Wahlkampf.
Kanzlerkandidat Steinmeier erreichte innerhalb der letzten zwei Wochen nur 288 Posts bezüglich seiner Person, deren Kommentare eine eher durchmischte Tonalität aufwies: Lediglich die Präsentation neuer TV-Werbespots zur Europawahl konnte die Community überzeugen.
Quantitativ betrachtet stellt dieser Erhebungszeitraum für Guido Westerwelle eine positive Entwicklung dar: Über 300 Posts mehr beschäftigten sich mit seiner Person, qualitativ zeigt sich jedoch, dass die Kommentare zu großen Teilen eine negative Tonalität aufwiesen. Lediglich seine Wiederwahl als Parteivorsitzender motivierte ein paar User, für ihn zu sprechen. Künast und Trittin liegen zahlenmäßig zwar nach wie vor weit hinten, ernteten aber durchweg positives Feedback.
Wahl-im-Web-Monitor zur Bundestagswahl 2009 – 25.04.2009 bis 08.05.2009
Wie alle zwei Wochen das aktuelle Wahl-im-Web-Monitoring zur Bundestagswahl. Wie angekündigt haben wir den Themenindex erweitert um die Themen der Parteien.
Die Top Themen der letzten zwei Wochen
- CDU forciert Verbot von Killerspielen
- SPD präsentiert neuen TV-Spot zur Europawahl
- Merkel warnt vor Schweinegrippe-Hysterie
- Grüne versprechen 1 Million neue Jobs
- Linke erntet Spott für Forderung nach „Schutzschirm für Menschen“
Die Top-Twitter-Profile der letzten zwei Wochen
- Die_Gruenen
- hubertus_heil
- tsghessen
- volker_beck
- FDP_Fraktion
Aktivitätsindex
Der Mai zeigt die Social Community Facebook als neue Anlaufstelle für Web 2.0 Aktivitäten von Parteien: Die Grünen verdoppelten die Anzahl ihrer Kurzmeldungen im Portal und erreichen damit einen Supporter-Zuwachs von 18,1 Prozent. Damit können sie ihren Social Media Score um 10,8 Prozent auf 14,1 ausbauen. Selbiges lässt sich in der Erhebungsphase auch bei der CDU beobachten: Die Partei verstärkt ihr Engagement in Social Communities und baut ihren deutlichen Vorsprung beim Social Media Score noch weiter aus. Darüber hinaus zwitscherte sie 41,4 Prozent mehr als im letzten Erhebungszeitraum. Die SPD fuhr ihre Facebook-Aktivitäten zurück und musste geringfügig an Webaktivität abgeben.
Die FDP konzentrierte sich im Erhebungszeitraum ebenso zunehmend auf Facebook und konnte die Anzahl ihrer Supporter um 14,6 Prozent auf 2.850 erhöhen. Grund hierfür ist die Verdopplung der Kurzmeldungen. Obwohl die Linke den Anteil an der Webaktivität um 4,2 Prozent steigerte, erscheint sie als Partei im Web 2.0 weiter bedeutungslos.
Themenindex – Parteien
Das gute Ergebnis aus der letzten Erhebung konnte die SPD in den letzten zwei Wochen nicht wiederholen. Zum einen verloren die Sozialdemokraten bei der Anzahl der Posts, die sich mit ihrer Partei auseinandersetzten, zum anderen wiesen die Kommentare zur Partei eine durchweg negative Tonalität auf. Weder der neue TV-Spot zur Europawahl noch die neuen Print-Plakate konnten die Kommentatoren überzeugen. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der CDU: Zwar konnte die Volkspartei Posts gewinnen – und mit der Killerspieldebatte das größte Involvement in der Community generieren – erntete aber negatives Feedback für die Sperrung von Internetseiten. Allein die Kritik an Steinbrücks Äußerungen über Steueroasen konnte die Kommentatoren überzeugen.
Die FDP machte weiter Boden gut und liegt bei der Anzahl der Kommentatoren nun mit den Grünen gleich auf. Vor allem die Ablehnung gesperrter Internetseiten generierte ein positives Feedback in der Blogosphäre.
Eine ebenso negative Tonalität dominierte die Kommentare zur Linken: Lafontaines Forderung nach einem Schutzschirm für Menschen erntete eine breite Ablehnung. Lediglich der Aufruf zu friedlichen Demonstrationen zum Tag der Arbeit fand in der Community ein positives Feedback.
Themenindex Kandidaten
Während die beiden großen Volksparteien in den Blogs ein ähnliches Involvement generieren, zeichnet sich bei der Betrachtung der Spitzenkandidaten ein völlig anderes Bild ab: Kanzlerin Merkel legt bei den Posts deutlich zu und vereint mehr als doppelt so viele Blogeinträge auf ihre Person wie Herausforderer Steinmeier. Für die Kanzlerin war es eine überwiegend stille Woche – was in der Community durchaus auf Gegenliebe stieß. Die Beruhigung in Sachen Schweinegrippe begeisterte die User ebenso wie das Schweigen zum Thema „Soziale Unruhen“. Generell ging mit der ruhigen Woche aber auch eine eher geringe Zahl an Kommentaren einher. Ein ähnliches Bild auch bei Frank-Walter Steinmeier: Lediglich 36 User konnte er mit seinen Gehversuchen im Web 2.0 zu Kommentaren bewegen, die auch noch eine negative Tonalität aufwiesen.
Die meisten Fürsprecher in dieser Erhebungsphase konnte Oskar Lafontaine gewinnen, der mehr Netto für alle forderte. Insgesamt äußerten 164 Personen ihre überwiegend positive Meinung zu diesem Thema. Bei den Grünen dominierten Nachrichten rund um Spitzenkandidatin Renate Künast das Feld. Obwohl die Grünen im Web 2.0 durchaus sehr aktiv sind, gelingt ihnen die Motivation von Fürsprechern zu ihren Kandidaten nach wie vor nicht.
Die aktuellen Ergebnisse des Wahl-im-Web-Monitors können hier abgerufen werden: 090508_wiw-monitor
Anmerkung: Twitter löscht derzeit Tweets – eine große Menge davon wurde bei Volker Beck gelöscht. Das hat dazu geführt, dass wir unsere Auswertung manuell nachgearbeitet haben. Der Hinweis und die Erklärung dazu kam von Klas Roggenkamp/www.wahl.de – Danke Klas.
Wahl im Web Monitor – Bundespräsidentenwahl
Ausser der Reihe hat das Team die Themen der Kandidaten der Bundespräsidentenwahl erhoben und ausgewertet.
Themenindex
Zu Beginn des Social Media Monitorings vor der Wahl zum Bundespräsidenten begegnen sich die Kandidaten in Sachen Berichterstattung nahezu auf Augenhöhe. Gesine Schwan erzielte im Erhebungszeitraum mit 329 Posts nur einen leichten Vorsprung gegenüber dem Bundespräsidenten Horst Köhler.
Die Blogs wurden deutlich von der Diskussion um mögliche soziale Unruhen als Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise dominiert. Gesine Schwan konnte mit 657 unterschiedlichen Kommentatoren ein beeindruckendes Involvement genierieren, das jedoch überwiegend eine negative Tonalität aufwies. Lediglich mit ihrer Ankündigung, die Politikverdrossenheit in Deutschland bekämpfen zu wollen, konnte sie einige Fürsprecher gewinnen.
Der amtierende Bundespräsident Horst Köhler konnte mit 296 Kommentatoren lediglich ein Drittel von Gesine Schwans Werten erreichen – dafür aber eine vorwiegend positive Resonanz in der Social Community erzeugen. Vor allem sein ruhiger und vorsichtiger Umgang mit möglichen Unruhen in der Gesellschaft und die Unterstützung von den Freien Wählern freuten die User.
Zusätzlich zeigte die Erhebung im Vergleich zum Monitoring der Bundeswahl, dass die Leser signifikant mehr kommentieren als bei Themen im Kanzlerkandidaten-Umfeld.
Wahl-im-Web-Monitor zur Bundestagswahl 2009 – 11.04.2009 bis 24.04.2009
Wie alle 14 Tage – die aktuellen Ergebnisse des Wahl-im-Web-Monitors von Weber Shandwick
Die Top-Twitter-Profile der letzten zwei Wochen
- Die_Gruenen
- hubertus_heil
- tsghessen
- volker_beck
- FDP_Fraktion
Wie immer wurden die aktivsten Profile in die Auswertung aufgenommen. Wieder zeigt sich ein eindeutiger Trend zur Nutzung von Twitter als Kanal für die Parteien. Allerdings hält sich die Führungsgruppe seit drei Erhebungen stabil auf hohem Niveau.
Aktivitätsindex
In der aktuellen April-Erhebung konnte die FDP weiter stark zulegen. Ihr gelang erneut eine Steigerung des Social Media Scores um 14,93% auf 7,7 und der weitere Ausbau der Webaktivität um 4,96%. Obwohl die Partei ihre Facebook-Aktivitäten nahezu um die Hälfte einschränkte, konnte dies durch den deutlichen Zuwachs der Twitter Follower (+22,71%) ausgeglichen werden.
Da die CDU weniger twitterte und auch die Anzahl ihrer Facebook-Updates halbierte, gab sie mit -3,47% zwar deutlich an Webaktivität ab, bleibt aber mit 27,8% weiter bestimmende Kraft im Web 2.0. Dies ist vor allem auf die Beliebtheit der Bundeskanzlerin zurückzuführen ist, die mit 7.762 Fans bei Facebook weit mehr Unterstützer mobilisieren kann als alle anderen Spitzenkandidaten zusammen.
Die Sozialdemokraten setzten im April verstärkt auf den Microblogging-Dienst Twitter – mit Erfolg: Das Gezwitscher hörten mit 6.591 Followern doppelt so viele User wie das der CDU. Die Linke musste nach den unveränderten Werten in der letzten Erhebung von ihrer verschwindend geringen Webaktivität abgeben und liegt mit 5,9% weiter auf der letzten Position.
Themenindex
Angela Merkel muss in der aktuellen Erhebung mit nur noch 806 Blogeinträgen zu ihrer Personen den niedrigsten Wert seit Beginn der Erhebungen einstecken. Zusätzlich zeigt sich die Tonalität der Kommentare überwiegend negativ oder neutral. Vor allem die Ablehnung eines dritten Konjunkturpakets stieß in der Bloggergemeinde nicht auf Gegenliebe. Herausforderer Steinmeier hingegen konnte zum einen die Anzahl der Posts um ein Drittel steigern, zum anderen auch mehr als doppelt so viele Kommentatoren motivieren wie zuvor. Darüber hinaus gelang es ihm diesmal, ein überwiegend positives Userfeedback zu generieren. Top-Thema bleibt hier wie zuvor der Logowettbewerb.
Zwar gelang den Grünen in der aktuellen Analyse, das Involvement von vier mal so vielen Usern wie zuletzt, sie konnten jedoch weder mit ihrer Position zur Piraterie vor Somalia noch der Forderung nach mehr Offenheit der Partei gegenüber Chemie-, Auto- und Elektroindustrie punkten und erhielten durchweg negatives Feedback.
Oskar Lafontaine wiederholte die guten Werte der letzten Erhebung nicht und motivierte nur noch 97 Kommentatoren, die, wie zuletzt, nichts positives zu berichten wussten. Insgesamt verringerte sich die Anzahl der Blogs zu den Spitzenkandidaten um ein Drittel.
Die aktuellen Ergebnisse des Wahl-im-Web-Monitors können hier abgerufen werden: 090424_wiw-monitor

















































